«Ich hätte mir vielleicht noch mehr Geld gegeben»

Nationalcoach Vladimir Petkovic äussert sich vor den entscheidenden WM-Qualifikationsspielen gegen Ungarn und Portugal im grossen Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Interview.

Vladimir Petkovic führte die Schweiz in 34 Spielen zu 20 Siegen – folgt nun die Qualifikation für Russland 2018? Foto: Walter Bieri (Keystone)

Vladimir Petkovic führte die Schweiz in 34 Spielen zu 20 Siegen – folgt nun die Qualifikation für Russland 2018? Foto: Walter Bieri (Keystone)

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Sind Sie ein glücklicher Trainer?
Ich bin sehr glücklich, diese Arbeit ­machen zu können. Es ist nicht selbstverständlich, auf diesem Niveau sein und längere Zeit bleiben zu können.

Sie haben in der Qualifikation acht Spiele in Folge gewonnen. Ist das ein Moment des Glücks?
Das ist Vergangenheit. Das ist seit einigen Wochen vorbei. Die Zukunft liegt vor uns, der nächste kleine Schritt im Bestreben, immer besser zu werden.

Trotzdem muss eine Befriedigung da sein.
Selbstverständlich. Ich bin durchaus ­zufrieden. Das ist die Folge unserer Arbeit, wir haben ein positives Team gebaut, und unser Spielstil ist auch die meiste Zeit überzeugend gewesen. Wir können auf schwierige Situationen ­reagieren. Wir sind auf der Zwischenstation eines Weges, den wir vor einiger Zeit begonnen haben. Die Herausforderung ist es, auf dieser Erfolgsspur zu bleiben.

Wie sehr ist Ihre Stimmung geprägt vom Vertrauen, das der Verband Ihnen mit der Vertragsverlängerung bis 2020 gegeben hat?
Das ist schön. Es ist so einfach und schnell passiert, dass ich mir keine grossen Gedanken darüber gemacht habe. Es ist eine Bestätigung für mich, aber auch für den Verband, dass er damals gut ­gewählt hat. (schmunzelt)

Hätten Sie den Vertrag mit sich auch verlängert?
Ich mit mir? Ich hätte mir vielleicht noch mehr Geld gegeben. (lacht)

Was sehen Sie als Schlüsselmoment in Ihrer Arbeit?
Der Prozess hat viel Zeit in Anspruch ­genommen. Das erste kleine Signal gab es schon in Österreich …

... im Testspiel im November 2015 …
... genau. Danach haben wir unsere ­Entwicklung weitergeführt. Gut, es wurde nach den Niederlagen in Irland und gegen Bosnien-Herzegowina (im Frühjahr 2016) alles schwarzgemalt. Aber bei uns intern war das nicht so. Die Spieler wussten, das waren nur Freundschaftsspiele, wir haben uns immer vorwärts bewegt. Ich reiste viel, ich redete viel mit den Spielern, ich traf viele Entscheide, damit alle einander näher rücken: damit am langen Esstisch die linke Seite der rechten näher kommt, damit alles kompakter wird.

Den grossen spürbaren Schritt haben Sie in Lugano gemacht, beim Trainingslager vor der EM.
Da haben wir uns mental und als Mannschaft weiter angenähert und gefunden. Wir haben unsere Positivität nach aussen vermittelt, ein gutes Gefühl hat sich entwickelt. Vielleicht war ein Schlüsselmoment das erste EM-Spiel gegen Albanien. Als es vorbei war, war das wie eine Art Befreiung – vor allem für die Spieler, die während Monaten unter Druck gewesen waren. Danach waren unsere Gedanken positiver, wir wurden vielleicht noch selbstbewusster.

«Wir fragten: Was wollen wir, für welche Werte stehen wir?»

Das tönt alles …
... so einfach?

Das tönt, als hätten sich alle an den Händen gehalten, und alles sei gut geworden.
Das kann ein Guru machen, aber nicht ich.

Würde es diesen Prozess ohne Sie nicht geben?
Das weiss ich nicht.

Aber Sie sind der Hauptverantwortliche dafür?
Ich habe den Input dafür gegeben, ja. Damals in Österreich haben viele Spieler begonnen, sich zu öffnen, sich zu erklären, das Wort zu ergreifen. Wir, mein Staff und ich, fragten: Wo sind wir, was wollen wir, für welche Werte wollen wir stehen?

Sie spürten, dass das ein entscheidender Moment war, weil die Spieler zu reden begannen?
Ich musste auch etwas konkreter werden. Es gab das Gerede um den Balkangraben …

... den es nicht gab?
Nur für eine Zeitung. Es gab dies und das, natürlich. Darum war für mich wichtig, eine Struktur zu schaffen, in der Negativität keinen Platz mehr hatte.

Aber auch Sie haben sich verändert. Am Anfang, sagt Admir Mehmedi, seien Sie noch zurückhaltend gewesen, Sie hätten aus der Distanz zugeschaut …
... ja ...

... durch Ihr Öffnen näherten sich Trainer und Mannschaft an.
Das kann sein. Man muss die Leute aber auch erst kennen lernen. Wie oft waren wir bis dahin zusammen gewesen? ­Zuerst war nur die Theorie. Aber dann merkte ich, dass ich etwas anders ­machen muss.

Sie sind vom Grundsatz her ein misstrauischer Mensch …
(unterbricht) Im Fussball gibt es nicht zu viele Freunde, vor denen man mit offenen Karten spielen kann. Ich bin ein Mensch, der etwas spüren muss.

Vertrauen?
Vertrauen. Oder Energie, die fliessen muss. Wenn ich negative Energie spüre, versuche ich, mich dagegen zu schützen. Oder ich halte dieser Person den Spiegel entgegen, damit sie sehen kann, was sie macht. Jemand nennt das Misstrauen, jemand Arroganz. Ich muss einfach spüren, was ich mache.

Haben Sie auch etwas über sich gelernt?
Es ist stets ein Prozess, mit jeder Mannschaft, jedem Club. Bei Lazio kann ich mich nicht gleich verhalten wie bei YB, bei Samsunspor nicht wie beim Nationalteam. Man muss immer eine Entwicklung zulassen. Ich habe auch taktisch ­einiges geändert in meinem Verhalten.

Das heisst?
Zum Beispiel bei den Interviews mit dem Fernsehen. Wenn zwei Minuten nach einem Spiel jemand in kurzer Zeit fünf kritische Fragen stellt, ist das fast so, als ob man auf mich schiesst. Dann verteidige ich mich und schiesse zurück. Dann bin ich ungemütlich, unsympathisch, arrogant für die Millionen, die das sehen. In diesem Moment. Aber wenn ich nach einem Spiel eine Viertelstunde Zeit habe bis zu einem Gespräch, können wir alles sachlich besprechen, und ich komme weniger verbissen herüber.

«Ich bin kein Soldat, der einfach etwas akzeptieren will.»

Sie sind seit über drei Jahren im Amt. Hat es einen Moment gegeben, in dem Sie das Gefühl hatten, falsch verstanden zu werden?
Angegriffen, nicht falsch verstanden.

Zum Beispiel?
Ich sei nicht gut genug für diesen Job. Oder beim Gerede um den Balkan­graben, als es hiess, ich sei Teil einer Seite. Das hat doch nichts damit zu tun, wie ich arbeite. Wer mich angriff, wollte mir keine Zeit lassen, um eine Entwicklung zu verfolgen.

Hat Sie das verletzt?
Was heisst verletzt? Das tut es nicht, es schmerzt mich auch nicht. Es stört mich, ich will zeigen, dass mir nicht gefällt, was im Hintergrund abläuft. Ich bin kein Soldat, der das einfach akzeptieren will.

Die Grundstimmung im Land gegenüber der Nationalmannschaft ist positiv. Wie gut tut Ihnen das?
Das tut allen gut. Jeder Einzelne profitiert, wie er bei guten einzelnen Resultaten profitiert. Wenn wir das pflegen und wenn ihr (die Medien) uns dabei helft, profitieren wir alle. Dann gehen wir alle nach Russland. Und wenn nicht – dann schaut ihr daheim oder kommt ins Tessin und trinkt ein Bier, um mit uns zu schauen. So ist das.

Die Rolle der Medien ist anders.
Trotzdem habe ich von Anfang an ­gesagt: Wir brauchen einander.

Was für eine Art Trainer sind Sie?
Es ist wohl besser, wenn das eine dritte Person sagt.

Aber wenn Sie in den Spiegel schauen, wissen Sie doch, wie Sie auf andere wirken.
Ich bin schon ziemlich dominant. Auch wegen meiner Physis (1,90 m) dränge ich in den Vordergrund. Deshalb versuche ich auch, ein Vorbild zu sein, in jedem Sinn: indem ich vorzeitig bei einer Sitzung bin, die richtige Kleidung trage. ­Damit die Spieler mir nacheifern und vertrauen können.

Wie gut ist diese Mannschaft?
Genug gut, damit wir diese Serie mit acht Siegen machen konnten. Aber noch nicht gut genug, um zu sagen, dass wir auf dem höchsten Niveau mithalten können. Das müssen wir erst bestätigen.

«Ich habe keine schlaflosen Nächte. Ich muss ein Vorbild sein.»

Die Situation kann absurd sein: Die Schweiz kann neun Spiele gewonnen haben und dennoch nicht zur WM fahren.
C’est la vie.

Aber es würde sehr wehtun.
Ich glaube, für Portugal wäre es schwieriger, zu akzeptieren, Zweiter zu sein.

Machen Sie sich keine speziellen Gedanken?
Nein! Nein. Es kommt, wie es kommen muss. Wir versuchen, alles zu unter­nehmen, um direkt nach Russland zu kommen. Das ist meine Philosophie, seit ich angefangen habe: Spiel für Spiel. Zuerst ist Ungarn, wir müssen gegen Ungarn ­gewinnen, um mit positiven ­Gefühlen nach Portugal zu fahren. Wir brauchen uns nicht zu verstecken.

Wenn ein Spiel näher kommt, wie sehr spüren Sie dann den Druck? Haben Sie schlaflose Nächte?
Nein. Ich muss ein Vorbild sein für meine Spieler. Wie ich in ein Spiel gehe, wie ich an der Linie stehe, wie ich vor einem Spiel bin! Wenn ich die ganze Zeit mit den Füssen auf den Boden klopfe, machen sie das auf dem Platz die ganze Zeit auch. Ich habe einige solch wichtige Spiele erlebt. Es geht immer um das positive Adrenalin.

Sie spüren auch Nervosität. Ist es kein Problem, das zu kontrollieren?
Nein. Ich hatte einige Finals. Mit Bellinzona, YB, Lazio. Lazio gegen die Roma im Cupfinal, das geht über drei Monate, Spannung pur, und drei Monate danach auch noch. Ich bin schon ziemlich erfahren in solchen Situationen.

Es stehen zwei spezielle Spiele an …
… aber die ersten zwei waren es auch. Wenn wir die ersten zwei verlieren (gegen Portugal und in Ungarn) … Jedes Spiel hat seine Geschichte, jedes ist sehr wichtig.

Gehen Sie mit der gleichen Einstellung gegen Ungarn ins Spiel wie etwa in Lettland?
Vielleicht muss ich bremsen. Wegen des Drucks, der Wichtigkeit, der Euphorie. Vielleicht muss ich Gas geben, ein wenig Feuer machen. Und gegen Portugal ist es schon wieder anders. Das sind Sachen, die man spüren muss.

Wie entscheiden Sie, wer spielt? Vom Kopf her, aus dem Bauch ­heraus, ganz allein?
Ich rede mit Spielern. Ich diskutiere, aber am Ende entscheide ich. Wenn am Ende etwas nicht läuft, zahlt der Trainer. Und ich will selbst bezahlen für meine Entscheide.

Wie gut ist diese Qualifikationsgruppe mit Andorra oder Färöer, die man einfach schlagen muss, wenn man an die WM will?
Frankreich spielt gegen Luxemburg 0:0 ... Wir wissen: Wir sind besser als viele Teams. Wir wissen aber auch, dass wir nicht besser sind als Portugal und wir auch Ungarn nicht mit einem Bein besiegen können. Oder Lettland.

Macht das Ihre Mannschaft aus: Dass sie inzwischen Pflichtaufgaben wie in Lettland souverän erfüllt?

Ja.

Wie ist das möglich?
Wir haben einigen Spielern geholfen, die in Schwierigkeiten waren, als sie zu uns kamen, und dann mit mehr Energie und Selbstvertrauen zu ihren Clubs zurückgingen.

Auf Djourou traf das zu …
... auf Djourou, Schär, Mehmedi, auf ­verschiedene. Das bedeutet, dass etwas in unserer Mannschaft steckt, das auch anderen Spielern hilft. Sie wissen alle, dass ihnen jemand die Hand gibt und sie auffängt, wenn sie fallen.

Wie stolz sind Sie auf diese Mannschaft?
Sehr. Sehr, weil sie auch nach der ­ganzen Zeit des Erfolgs auf dem Boden geblieben ist. Sie sieht auch die nächsten Herausforderungen. Das ist die Grundhaltung für sie, für mich. Aber gleichzeitig muss sie auf die nächste Aufgabe fokussiert bleiben.

Die nächste Heraus­forderung: Heisst das Viertelfinal an der WM?
Nein, wir müssen zuerst auf den Zug nach Russland steigen. Und wenn wir das geschafft haben, haben wir Zeit, um über das nächste Ziel nachzudenken. Ich darf auch nicht zu viel Druck machen. Zu viel Druck ist auch nicht gesund. Da muss man Tabletten nehmen, um den Blutdruck zu senken. (schmunzelt)

Erstaunlich ist, dass es beinahe das Team ist, das 2014 den WM-Achtel­final verlor. Weg sind nur Benaglio und Inler. Wofür steht es heute?
Keine Ahnung. (lacht)

Schade.
Die Mannschaft muss mich immer überraschen, ­jedes Mal. Das ist mein Ziel. Dass sie in jedem Spiel eine positive Überraschung schafft. Sie muss an neue Grenzen ­kommen, um Leistung zu bringen. ­Alles andere ist bla, bla, bla.

Nach dem 3:0 in Lettland sagten Sie, Sie trauten dieser Mannschaft den Sieg gegen Ungarn zu, das reiche für den Moment. Aber was ist, wenn Sie darüber hinaus schauen?
Ungarn zu besiegen.

Sie haben doch auch Träume.
Ein gutes Picknick zu machen … (lacht) Aussagen und Analysen machen wir ­später. Das grösstmögliche Ziel im Moment ist es, nach Russland zu gehen.

Diese Mannschaft hat ein Defizit. Sie erzielt zu wenig Tore, trotz aller Chancen. Wie lässt sich das ändern?
Es ist positiv, dass 12 Spieler ein Tor ­erzielt haben. Ich sehe nicht viele Mannschaften, die das haben. Was das Problem ist: dass wir aus unseren Chancen prozentual zu wenig Tore schossen. Aber auch das ist positiv: So viele Chancen wie wir hat niemand kreiert. Auch Portugal nicht.

Ja?
Ah ja. Portugal gewann zwar 6:0 auf den Färöer. Aber es hatte nur vier Chancen. Auch das ist eine Qualität. Und Portugal hat nicht umsonst einen Ronaldo.

Wie spielt man gegen Ronaldo?
Szalai (von Ungarn) ist ein sehr guter Stürmer, kopfballstark.

Sie weichen aus. Wie spielt man grundsätzlich gegen Ronaldo?
Anketten. Und nicht durchlassen. Ronaldo allein kann nichts machen. Man muss schauen, dass er die Bälle nicht bekommt, dass wir nicht zu oft in den eigenen Sechzehner gedrängt werden. Wir müssen schauen, dass er nicht in Fahrt kommt. Wenn er das tut, ist es schon zu spät. Es ist kein Zufall, dass er fünf- oder sechsmal bester Fussballer der Welt war und über 500 Tore erzielt hat. Das ist Qualität verbunden mit Arbeit.

Lässt er sich als Vorbild für die eigenen Spieler nehmen?
Reden wir nicht über andere. Reden wir über unsere Mannschaft, unsere Stärken. Versuchen wir das zu nutzen.

Also reden Sie über Lichtsteiner als Vorbild.
Nicht viele habe so viel gewonnen wie Lichtsteiner. Die allgemeine Qualität von Xhaka. Das Talent von Shaqiri. Unsere Torhüter ... Wir müssen auf unsere Qualitäten bauen, nicht auf die des Gegners.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.10.2017, 10:03 Uhr

Schweiz - Ungarn, 20.45 in Basel

Drei Umstellungen

Vladimir Petkovic hat es immer so gehalten, er wird auch diesmal erst am Matchtag die Aufstellung bekannt geben. Allerdings ist gegen Ungarn zu erwarten, dass mit Jacques-François Moubandje, Fabian Frei und Remo Freuler drei neue Spieler zum Einsatz kommen. Linksverteidiger Moubandje und Mittelfeldspieler Freuler würden Ricardo Rodriguez und Blerim Dzemaili ersetzen, die mit einer Verwarnung vorbelastet sind und im Fall einer zweiten Karte für Dienstag gesperrt wären. Frei wiederum drängt sich als Ersatz für den verletzten Valon Behrami auf.

Ansonsten gibt es keinen Grund zu Änderungen: Die Schweiz hat die letzten neun Spiele, inklusive des Tests gegen Weissrussland, mit 19:3 Toren gewonnen, davon die letzten sechs ohne einen Gegentreffer. Dank dieser Serie liest sich auch die Bilanz des 54-jährigen Petkovic als Coach immer besser: Von seinen 32 Spielen seit September 2014 hat er 20 gewonnen. (ths.)

Ungarn in Basel

Fernduell mit den Färöern

Die Frage in Basel an Nationaltrainer Bernd Storck konnte erstaunen. «Beeinflusst das Ergebnis des Spiels Färöer - Lettland ihre Taktik gegen die Schweiz?», wollte ein Journalist aus Ungarn wissen. Die Antwort war knapp und klar «Nein!», bedarf aber trotzdem einer Erklärung: Die Ungarn spüren im Kampf um Platz 3 die Färöer im Nacken. Und Dritter wollen sie in dieser Gruppe B unbedingt werden – wegen der Einteilung für die Nations League im nächsten Jahr.

Heute also ein Fernduell mit den ­Färöern, am Dienstag dann das «Endspiel». Das ist das ­aktuelle Rating der Ungarn. Und dies nicht einmal anderthalb Jahre nach dem EM-Achtelfinal. «Uns fehlt die internationale Erfahrung. Die können die Spieler nur im Nationalteam holen. In den Clubs ist dies nicht möglich», so Storck. Auch 2017/18 spielt kein Verein in der Champions oder der Europa League. Im Uefa-Club-Ranking ist Ungarn nicht in den Top 30 klassiert.

Zudem befindet sich das Nationalteam im Umbruch, und in der WM-­Qualifikation fehlten wichtige Spieler immer wieder wegen Verletzungen oder Sperren. In Basel ist Flügel Dzsudzsak gesperrt, die Topskorer Szalai und Gera sind verletzt, und Nikolics ist seit seinem Transfer nach Nordamerika kein Thema mehr. (SDA)

Portugal in Andorra

Ronaldo ist bereit für den Halbfinal

Der Auftrag entspricht einer Pflichtübung, es geht für den Europameister darum, den Abstecher nach Andorra so zu gestalten, dass er sein Endspiel gegen die Schweiz am Dienstag in Lissabon erhält. Und möglichst im Rahmen halten soll sich der Kraftverschleiss, den Portugal für den Sieg benötigt. Am Donnerstag reiste die Delegation mit einem kleinen Flugzeug der Armee, bekam so die Erlaubnis, in Andorra zu landen, und ersparte sich eine dreistündige Busreise von Barcelona in den Pyrenäenstaat.

Trainer Fernando Santos warnt bei ­jeder Gelegenheit vor Andorra und erhebt den Match auf die Stufe eines Halbfinals: «Gewinnen wir nicht, verpassen wir den Final.» Womit er auch ausdrückt: Er rechnet nicht mit ungarischer Schützenhilfe in Basel.

Nun stellt sich vor allem eine Frage: Was hat Santos mit Cristiano Ronaldo vor? Oder vielleicht besser: Welchen Plan hat Ronaldo selber? Sein unbändiger Ehrgeiz treibt ihn an, in Andorra sein 146. Länderspiel zu bestreiten und auch: nicht bei 78 Toren stehen zu bleiben. Allerdings ist er wie fünf seiner Teamkollegen mit einer Gelben Karte vorbelastet, eine zweite Verwarnung wäre also gleichbedeutend mit einer Sperre gegen die Schweiz.

Experten kennen keine Zweifel

Nuno Luz, Reporter des Fernsehsenders SIC, vermutet: «Er wird sicher 60 Minuten dabei sein.» Jorge Baptista, langjähriger TV-Kommentator und heute ebenfalls vor Ort, fragt: «Wieso sollte er nicht dabei sein? Natürlich wird er das, und er wird so auftreten, dass es keinen Grund gibt, ihn zu verwarnen.» Und Nuno ­Gomes, ein ehemaliger Teamkollege von Ronaldo im Nationalteam, erklärt: «Cristiano ist ein wahrer Profi und weiss darum selber am besten, was er zu tun und wie er sich zu verhalten hat.» (pmb.)

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