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«Ich habe Angst»

Freiburg-Trainer Christian Streich gab eine bemerkenswerte Pressekonferenz zum Thema Fremdenfeindlichkeit – und sprach die ultimative Warnung aus.

Beeindruckende Rede: Freiburg-Trainer Christian Streich bei einer Pressekonferenz. Video: SID/AFP

Er hat es wieder getan: Christian Streich, bekannt für seine schonungslosen Pressekonferenzen, äusserte sich am Donnerstag in aller Deutlichkeit zur zunehmenden Fremdenfeindlichkeit in Deutschland.

«Wir kennen das ja aus diesem Land sehr gut, dass Leute unter Generalverdacht stehen», sagte Streich. «Damals ging es gegen eine Religion, gegen die jüdische, und dann ist es passiert, dieses Unfassbare.» Weil ein afghanischer Flüchtling die 19-jährige Medizinstudentin Maria L. ermordete, stünden nun die Afghanen unter Generalverdacht. «Oder die Ausländer, im Allgemeinen.»

Dann begannen die Sorgenfalten in Streichs Stirn tiefer zu werden. Er sei wahrlich kein Optimist und nicht mal er hätte gedacht, dass es wieder so weit komme: «Man muss grosse Angst haben.» Sorgen mache ihm auch die populistische Partei AfD – nicht zuletzt weil Fraktionsvize Holger Arppe den Vater der ermordeten Maria als «pathologisch» bezeichnet hatte: «Und das, weil der Vater vor der Tat Flüchtlinge unterstützte.» Es sei inakzeptabel, dass in Deutschland ein Angehöriger einer Partei jemanden so verhöhnen dürfe: «Da sehen Sie, was los ist.»

Der Trainer forderte alle auf, die schlimmen Zustände als Herausforderung zu sehen und sich klar zu einer pluralistischen Gesellschaft zu bekennen.

«Was heute alles so gesagt werden darf – und sogar noch zustimmendes Nicken erhält», sei mehr als ärgerlich. Vor ein paar Jahren wären solche Leute noch gesellschaftlich diskreditiert gewesen. «Wer nicht klar Stellung bezieht, trägt eine Mitverantwortung. Ich habe Angst. Vor allem habe ich Angst um meine Kinder.»

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