«Ich kann nicht zaubern»

GC hat das Derby gegen den FCZ 1:3 verloren. Thorsten Fink bleibt aber zuversichtlich. Was denn sonst.

Blick nach vorne: Trotz der fünften Niederlage in Folge glaubt GC-Trainer Thorsten Fink an seine Mannschaft. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Blick nach vorne: Trotz der fünften Niederlage in Folge glaubt GC-Trainer Thorsten Fink an seine Mannschaft. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

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Es muss für Sie brutal sein, dass Sie erneut verloren haben, obwohl es bis zur Halbzeit die beste Leistung der vergangenen Wochen war.
Ja. In Thun haben wir zwar auch gut gespielt; aber klar, die Leistung war gut, das haben Sie korrekt festgestellt.

Sie haben nun das fünfte Mal in Serie verloren.
Ich bin nicht zufrieden mit dem Resultat, allerdings mit der Leistung meiner Mannschaft. Ich finde, dass das Spiel keinen Sieger verdient gehabt hätte. Kommt dazu, dass in der ersten Hälfte eine Notbremse von Maxsö an Ravet mit Rot hätte bestraft werden müssen – wenn das geschieht, sieht vieles anders aus.

Während des Spiels bekam man das Gefühl, dass bei Ihrer Mannschaft nach 60 Minuten die Luft ausging.
Schauen Sie, das kann ja auch sein. Was soll ich Ihnen jetzt sagen? Dass wir falsch trainieren?

Nein. Das war bloss eine ­Feststellung.
Ngoy war drei Wochen wegen einer Gehirnerschütterung krankgeschrieben. Djuricin wochenlang weg, Ravet gerade gekommen, seit eineinhalb Jahren ohne Spielpraxis. Und in der Abwehr spielt Gjorgiev als Aussenverteidiger, der da noch nie gespielt hat. Ich weiss nicht, ob die Kraft am Ende ausging. Der eine oder andere braucht noch etwas Zeit, das ist doch ganz klar. Und es braucht schon auch ein bisschen Rhythmus. Das sieht man bei uns am Ende, da fehlt etwas. Doch noch einmal: Wir haben gut gespielt. Wir schauen darum auch der Zukunft positiv entgegen. Wir haben wieder eine Woche mehr Zeit, um trainieren und uns abstimmen zu können. Gerade in der Abwehr brauchen wir das auch, damit wir künftiger weniger Chancen und damit auch weniger Tore zulassen.

Geht der Fussball in jene ­Richtung, die Sie sehen wollen?
Spielerisch gesehen schon, da war Leidenschaft dabei, der Gegner hatte grosse Probleme gehabt in der ersten Halbzeit und musste dann hinten auch von einer Dreier- in eine Viererkette umstellen. Man hat aber auch gesehen, dass die Qualität etwas gefehlt hat, dass die Jungen zwar gut sind, aber auch noch etwas Zeit brauchen.

Wo fehlt die Qualität?
Wir müssen uns einfach einspielen in der Abwehr. Wir haben mit fünf neuen Spielern praktisch eine neue Mannschaft auf dem Feld gehabt. In der Innenverteidigung mussten wir umstellen. Nathan fehlt seit Wochen. Nun auch Ajeti, der absolute Chef in der Abwehr. Vier Spieler haben in der Abwehrkette zusammengespielt, die das so noch nie gemacht haben. Das fällt auf. Das Einspielen braucht Zeit.

Wie viel Zeit brauchen Sie in Tagen und Wochen?
Kann ich nicht sagen. Ich kann aber nicht zaubern. Können Sie das? Können das andere Trainer? Wir haben nun acht Tage Zeit, dann kommt Xamax. Dann schauen wir weiter. Darum können wir auch nur von Spiel zu Spiel schauen. Klar ist: Wir müssen diese Partie gewinnen. Das ist der direkte Konkurrent, ein Sechs-Punkte-Spiel. Mit Ajeti kommt auch Qualität zurück. Wenn wir gewinnen, dann sieht es gut aus, dann werden wir viel Freude haben in der Zukunft.

Sie sind immer sehr optimistisch – wann zweifelt Thorsten Fink?
Na. Es gibt einen alten Spruch: «Zweifler siegen nicht, und Sieger zweifeln nicht.» Ich glaube einfach an meine Mannschaft. Jetzt haben wir endlich die Mannschaft, die wir wollen. Weshalb soll ich nun anfangen zu zweifeln nach drei Tagen Training? Vorher konnten wir nicht reagieren aus finanziellen Gründen, weil der Club auf der Ebene der Führung noch nicht bereit war. Das heisst: Wir konnten erst reagieren und einkaufen, als die Bedingungen geklärt waren. Das hat unser Präsident top gemacht. Aber acht Tage sind schon viel und helfen uns, um unsere Defensive verbessern zu können.

GC steckt im Abstiegskampf und verliert ständig. Machen Sie sich um Ihre Position gar keine Sorgen?
Ich mache meinen Job, so gut ich es kann. Das ist das, was ich machen kann. Alles andere ist nicht mein Ding.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 10.02.2019, 22:55 Uhr

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