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«Ich will ganz einfach müde nach Hause»

Bereits zum zweiten Mal hat der Kameruner Henri Bienvenu die Young B0ysmit einem Treffer in der Nachspielzeit zum Sieg geschossen.

YB ist gestern dem Meistertitel ein Stück näher gekommen: Henri Bienvenu, im Duell mit St. Gallens Jiri Koubsky, im Fussball Super League Spiel zwischen den Berner Young Boys und dem FC St. Gallen.
YB ist gestern dem Meistertitel ein Stück näher gekommen: Henri Bienvenu, im Duell mit St. Gallens Jiri Koubsky, im Fussball Super League Spiel zwischen den Berner Young Boys und dem FC St. Gallen.

Die YB-Spieler feierten den Sieg, die St. Galler lamentierten und reklamierten beim Schiedsrichter. Ihrer Meinung nach hatte Daniel Wermelinger zu lange nachspielen lassen. «Und in der Schlussphase pfiff er in jeder Aktion gegen uns», sagte Stürmer Moreno Merenda, der vor vielen Jahren auch einmal im Kader der Young Boys gestanden hatte.

Als dann auch die Berner – nach ausgiebigem Jubel mit den Fans – strahlend im Kabinengang erschienen, verschwand der gefragteste Mann am Schnellsten. Henri Bienvenu, Schütze des späten YB-Siegtors, eilte direkt in die Kabine. Erst auf Aufforderung kam der Kameruner zurück, und erzählte, wie er die Situation in der 93. Minute erlebt hatte. «Die Emotionen nach dem Tor waren gross. Es war fantastisch», sagte ein glücklicher Bienvenu.

Können und Glück

Bei seinem Treffer hatte er neben seinem Können auch das Glück beansprucht. Bienvenu nahm Xavier Hochstrassers Pass mit dem Rücken zum Tor an. Beim Abschluss aus der Drehung spielte er sich den Ball an den eigenen Knöchel, und als er den Schuss abgab, der den Weg über St.-Gallen-Goalie Daniel Lopar finden sollte, verlor er auch noch den Stand. «Vielleicht hat es diesen Ausrutscher gebraucht. So hatte ich etwas Rücklage und gab den Schuss höher ab, als geplant. Damit war der Torhüter ohne Abwehrchance», sagte Bienvenu.

Bereits zum zweiten Mal gelang dem Angreifer, der in der Winterpause von Espérance de Tunis nach Bern gewechselt hatte, ein Last-Minute-Tor für die Young Boys. Im Heimspiel gegen den FCZ am 27. Februar lief sogar schon die 94. Minute, als Bienvenu sein Team erlöste. Vor einem Monat, beim 2:1 gegen Bellinzona, hatte Bienvenu den Ausgleich erzielt, ehe François Affolter in der Nachspielzeit zum Sieg traf. Er sehe sich nicht als Spezialist für späte Tore, sagte Bienvenu, «aber ich will nach einem Spiel ganz einfach müde nach Hause. Deshalb strenge ich mich bis zur letzten Minute an.»

YB-Geste an Deisswil

Bienvenu vergass auch nicht, den Fans zu danken. «Ihre Unterstützung hat uns geholfen, zu gewinnen.» 24456 Zuschauer hatten an diesem nasskalten Maiabend den Weg ins Stade de Suisse gefunden, darunter 220 Arbeiter der Kartonfabrik Deisswil, deren Schliessung vor Kurzem verkündet worden war. Als Zeichen der Solidarität hatte YB die von der Entlassung betroffenen Arbeitnehmer an die Partie gegen St. Gallen eingeladen.

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