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Im freien Fall

Die Champions League hat der FC Basel verspielt. Nun wartet man auf den neuen Trainer. Mit Marcel Koller gibt es Differenzen bezüglich Co-Trainer.

Der Traum von der Champions League ist für den FCB vorbei. Auch Interimstrainer Alex Frei bringt es nicht fertig, dem FC Basel Leben einzuhauchen. Basel blamiert sich vor eigenem Publikum gegen ein starkes Saloniki mit 0:3.
Der Traum von der Champions League ist für den FCB vorbei. Auch Interimstrainer Alex Frei bringt es nicht fertig, dem FC Basel Leben einzuhauchen. Basel blamiert sich vor eigenem Publikum gegen ein starkes Saloniki mit 0:3.
Georgios Kefalas, Keystone
Das Spiel beginnt aus Sicht der Basler katastrophal. Der FCB kassiert bereits nach sieben Minuten den Rückstand. Innenverteidiger Varela kann nach einem Eckball seelenruhig im Strafraum zum 0:1 einschieben.
Das Spiel beginnt aus Sicht der Basler katastrophal. Der FCB kassiert bereits nach sieben Minuten den Rückstand. Innenverteidiger Varela kann nach einem Eckball seelenruhig im Strafraum zum 0:1 einschieben.
Georgios Kefalas, Keystone
Die Enttäuschung ist den Spielern anzusehen. Dennoch müssen die Basler jetzt nach vorne schauen. Das nächste Kapitel heisst Super League und dann geht es in der Europa League weiter.  Vielleicht ja bereits am Samstag gegen GC mit einem anderen Mann an der Seitenlinie.
Die Enttäuschung ist den Spielern anzusehen. Dennoch müssen die Basler jetzt nach vorne schauen. Das nächste Kapitel heisst Super League und dann geht es in der Europa League weiter. Vielleicht ja bereits am Samstag gegen GC mit einem anderen Mann an der Seitenlinie.
Georgios Kefalas, Keystone
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Er machte, was heute fast jeder Stürmer tut. Als Samuele Campo im Strafraum zu Boden ging, reckte er beide Arme gegen Himmel. Ein Penalty sollte es sein, in der 58. Minute, vielleicht noch ein letzter Funke Hoffnung beim Stande von 0:2. Schiedsrichter Valeri stieg aber nicht darauf ein, und FCB-Trainer Alex Frei fand sich an der Seitenlinie rasch damit ab. Auch er, der Antreiber, wusste: Geändert hätte es nichts mehr.

Zu bieder war der Basler Auftritt nach dem 1:2 im Hinspiel erneut gewesen. Gegen einen kompakten Widersacher fehlte es an spielerischen Mitteln. Die wenigen Versuche scheiterten wegen eines ungenauen letzten Passes. Später erlebte Frei einmal mehr die Ohnmacht eines Trainers. Er konnte nur die Arme hilflos ausbreiten, beim 0:3 durch Kaddouri zeigte der FCB Auflösungserscheinungen. Es war der Auftakt zu einem halbstündigen Schaulaufen der Gäste und -singen ihres lautstarken Anhangs. Die Basler unter den nur 14'328 Fans hätten den Nationalfeiertag gewiss lieber an einem stimmigeren Ort verbracht.

Freis Umstellungen brachten wenig

Das galt auch für Frei. Er war bei der Analyse schonungslos: «Auf zwei Spiele gegen diesen Gegner haben wir die Champions League nicht verdient. Wir müssen schnellstens böser werden, gegen den Gegner und gegen uns selber. Sie waren uns physisch komplett überlegen, und naiv waren wir auch noch.»

Trainer Frei stellte sein Team gegenüber dem Xamax-Spiel auf vier Positionen um und vertraute einem 4-2-3-1-System. Die Umstellung brachte wenig, weil zum Unvermögen auch Pech kam.

Koller dürfte bald anfangen

Dass Varela die Gäste im Rückspiel der 2. Qualifikationsrunde zur Champions League mit der ersten Offensivaktion in der 7. Minute in Führung brachte, war die Folge einer Fehlerkette. Zuerst wurde den Griechen der Corner nach einem Missverständnis aufgedrängt, nach dem Eckball gab Zuffi dem Portugiesen Geleitschutz. Das entscheidende 0:2 durch den Serben Prijovic, einen gebürtigen St. Galler, ermöglichte ausgerechnet Captain Suchy, indem er einen Auskick des Goalies wie ein Anfänger unterlief.

Kommende Woche geht es nun mit der 3. Qualifikationsrunde für die Europa League weiter. Den Gegner kennt der FCB erst heute, nach dem Rückspiel zwischen Vitesse Arnheim und Viltorul. Das Hinspiel endete 2:2.

Wenn der FCB zum ersten Mal auf die Rumänen oder die Holländer trifft, wird Alex Frei wieder mit der Führung der U-18 betraut sein. Der Interimstrainer wird das Team am Samstag gegen GC wohl zum letzten Mal führen, Marcel Koller übernimmt vor der nächsten schwierigen Woche.

Der ehemalige österreichische Nationaltrainer, schon länger als Kronfavorit gehandelt, kristallisierte sich in den letzten Tagen immer mehr als Lösung Nummer 1 hinaus. Koller wurde gestern beim Verlassen des Büros von Präsident Bernhard Burgener gesichtet. Er dürfte spätestens am Montag vorgestellt werden. Burgener wollte gestern aber noch nicht bestätigen: Man sei in Verhandlungen, sagte er gegenüber «Teleclub», noch sei aber nichts unterschrieben.

Fragezeichen beim Co-Trainer

Differenzen bei den Verhandlungen gab es vor allem bei der Personalie des Assistenten. Kollers Berater drängte gemäss Informationen dieser Zeitung erfolgreich auf Carlos Bernegger, der ebenfalls zu seinen Klienten zählt, aber nicht bei allen FCB-Technikern unumstritten ist. Clubintern hätte man Marco Schällibaum favorisiert, der in diesen Tagen Frei assistiert.

Mit Koller, der auch schon GC trainierte, kommt schon wieder einer mit Zürcher Vergangenheit. Das erinnert stark an FCZ-Legende Urs Fischer, der 2015 in Basel übernahm. Der Rest ist bekannt: Fischer holte drei Pokale in zwei Jahren – und musste 2017 nach dem Double trotzdem gehen. Es waren die bisher letzten Titel für den FCB.

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