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«In Dortmund wartet ein Berg von Arbeit»

Lucien Favre wechselt zu Borussia Dortmund. Die Dortmunder Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld ist von seinen Qualitäten überzeugt. Weitere Stimmen, Reaktionen und Kommentare liessen nicht lange auf sich warten.

Zurück in der Bundesliga: Lucien Favre hat in Dortmund eine grosse Aufgabe vor sich. (April 2018)
Zurück in der Bundesliga: Lucien Favre hat in Dortmund eine grosse Aufgabe vor sich. (April 2018)
Sébastien Nogier, Keystone
Seine erste Trophäe als Trainer: Lucien Favre bezwingt 2001 mit Servette Genf im Cupfinal Yverdon 3:0. Im selben Jahr wird er in einer Abstimmung, organisiert von einer Boulevardzeitung, nach 1999 zum zweiten Mal als Trainer des Jahres gewählt. (10. Juni 2001)
Seine erste Trophäe als Trainer: Lucien Favre bezwingt 2001 mit Servette Genf im Cupfinal Yverdon 3:0. Im selben Jahr wird er in einer Abstimmung, organisiert von einer Boulevardzeitung, nach 1999 zum zweiten Mal als Trainer des Jahres gewählt. (10. Juni 2001)
Keystone
Im Dezember 2016 übernimmt Favre bei Nice und führt den Club aus der Krise. Auch in Südfrankreich leistet der Romand gute Arbeit.
Im Dezember 2016 übernimmt Favre bei Nice und führt den Club aus der Krise. Auch in Südfrankreich leistet der Romand gute Arbeit.
Jean-Christophe Bott, Keystone
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Der «Kicker» sieht in Favre einen «hochangesehenen Experten und Strategen», der fachlich in der Lage sein sollte, Dortmund zurück auf die Erfolgsspur zu bringen. Er müsse jedoch dem BVB unbedingt eine Identität verpassen, nachdem in dieser Saison zu oft Stilart und Spielphilosophie gewechselt wurden. Probleme sieht das deutsche Sportmagazin bei Favre nur in der Rolle als Kommunikator. Favre muss «anpacken, gestalten, machen, einen klaren Kurs einschlagen. Das alles möglichst ohne die Wankelmütigkeit und Sprunghaftigkeit, die man ihm wohl nicht grundlos nachsagt.»

Favre, Stöger oder Bosz! Der «Kicker» wusste bereits letzten Sommer vom BVB-Interesse an Favre. Jetzt hat der BVB alle drei innert 13 Monaten an der Seitenlinie stehen.
Favre, Stöger oder Bosz! Der «Kicker» wusste bereits letzten Sommer vom BVB-Interesse an Favre. Jetzt hat der BVB alle drei innert 13 Monaten an der Seitenlinie stehen.

Mehr gelernt als bei Klopp oder Tuchel

Dortmunds Offensivmann Marco Reus hat unter Favre bereits in Mönchengladbach gespielt und wurde unter ihm zum deutschen Nationalspieler. Er bezeichnet den Romand als «sensationellen Trainer». Von ihm habe er am meisten in seiner Karriere gelernt – und dies, obwohl Reus unter Trainern wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel gespielt hat.

Der ehemalige BVB-Trainer Ottmar Hitzfeld nennt Lucien Favre einen «Tüftler und Entwickler, der Tag und Nacht arbeitet.» Favre liebe den Fussball und ordne ihm alles unter. Solche Eigenschaften kämen in Dortmund sehr gut an, meint der ehemalige Schweizer Nationaltrainer. Hitzfeld ist gespannt, wie der 60-jährige Romand aus dem BVB wieder einen ernsthaften Konkurrenten für die dominierenden Bayern aus München formt. Aber zutrauen tut er es ihm auf jeden Fall.

Kauzig und launisch mit klarer Spielidee

Auch die «Ruhr-Nachrichten» kommentieren den Wechsel auf Dortmunds Trainerbank unter dem Titel «Kauzig und launisch – aber mit einer klaren Spielidee». Der neue Trainer werde jedoch «nicht von allen mit offenen Armen empfangen.» Favre gelte als «kauzig, launisch und manchmal auch unberechenbar».

Doch auch Positives wird angeführt: «Favres Ruf als jemand, der seine Mannschaften im Griff hat, der sie auch besser macht, ist tadellos. Er hat eine klare Spielidee – das ist das, was Borussia Dortmund dringend benötigt.» Die «Ruhr-Nachrichten», die Tageszeitung in der Dortmunder Region, startete auch eine Umfrage. Bei über 4000 Stimmen sahen 70 Prozent der Teilnehmer in Favre den richtigen Trainer für den BVB.

Jetzt gilt es für Favre, in der nächsten Saison auch die restlichen 30 Prozent zu überzeugen und den tristen Bundesliga-Meisterkampf neu zu lancieren. Die Qualitäten dafür bringt er mit – da sind sich die Trainerlegende, der Nationalspieler und die Medien einig.

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