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Infantino sind zwei Millionen Lohn zu wenig

Fifa-Präsident Gianni Infantino will die Kontrollinstanzen des Verbands aushebeln. Grund dafür dürfte ein neuer Vertrag sein, der sein Salär regelt.

Soll nur halb so viel bekommen wie sein Vorgänger : Gianni Infantino am Fifa-Kongress in Mexiko-Stadt. (13. Mai 2016)
Soll nur halb so viel bekommen wie sein Vorgänger : Gianni Infantino am Fifa-Kongress in Mexiko-Stadt. (13. Mai 2016)
Rebecca Blackwell/AP, Keystone

Nach kaum drei Monaten Amtszeit sorgt Fifa-Präsident Gianni Infantino bereits weltweit für rote Köpfe: Am Kongress in Mexiko brachte er einen Antrag durch, der die Unabhängigkeit der Fifa-Kontrollgremien ausser Kraft setzt. Der Schweizer Chefaufseher der Fifa, Domenico Scala, zog die Konsequenzen und gab «konsterniert» seinen Rücktritt bekannt.

Damit kam Scala womöglich seinem drohenden Rauswurf zuvor. Die Eskalation begann schon vor zwei Wochen ihren Anfang, als Scalas Audit- und Compliance-Kommission dem Präsidenten ihren neuen Vertrag zur Unterzeichnung vorlegte. Infantino soll wütend reagiert haben, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Darin ist unter anderem sein Salär festgeschrieben, das nur noch knapp zwei Millionen Franken betragen soll. Ex-Präsident Sepp Blatter bekam ein Jahresgehalt von vier Millionen Franken.

Generalsekretärin könnte mehr verdienen als er

Unmut dürfte dem Vorsitzenden aber vor allem bereitet haben, dass ihm Scalas Gremium den Bonus streichen will. Begründet wird das mit der neuen Rolle des Präsidenten, die nach der Reorganisation noch stärker politisch-diplomatischer Natur sei, wie die «Sonntagszeitung» berichtet.

Anders sieht es bei der neuen Generalsekretärin Fatma Samoura aus: Die Senegalesin soll an der operativen Spitze auch weiterhin in den Genuss eines leistungsabhängigen Lohnbestandteils kommen. Damit ist es möglich, dass sie faktisch mehr als der Präsident verdient.

«Infantino schlimmer als Blatter»

«Geldgier zerstört die Fifa-Reformen», sagt der Basler Strafrechtsprofessor Mark Pieth im «SonntagsBlick». «Mit dem Entscheid am Freitag ist der Reformprozess der Fifa zusammengeschlagen worden.» Pieth spricht gar von «einem Rückfall in die düsteren Zeiten des Mittelalters von Blatter». Es sei «unanständig», dass eine Lohnforderung ein solches Chaos bei der Fifa anrichte. Der neue Fifa-Präsident «demaskiert sich, Infantino ist noch schlimmer und plumper als Blatter».

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