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Inklusiver Fussball für alle – Italien macht es vor

In Italien spielen 3000 Menschen mit Behinderung Fussball. Der italienische Fussballverband (FIGC) ist der erste der Welt, der eine eigene Liga für sie einführt.

«LaLiga Genuine Santander»: Eine eigene Liga für Menschen mit Behinderung in Italien. (Bild: Twitter)
«LaLiga Genuine Santander»: Eine eigene Liga für Menschen mit Behinderung in Italien. (Bild: Twitter)

«Wir haben immer wieder festgestellt, dass Menschen mit Behinderungen nicht die gleichen Möglichkeiten haben, völlig frei Fussball zu spielen», sagt FIGC-Generalsekretär Marco Brunelli auf Fifa.com. «Aber alle Mädchen und Jungen sollten sich ihren Wunsch erfüllen können, Fussball in einem organisierten und strukturierten Umfeld zu spielen.»

Dieses organisierte und strukturierte Umfeld will Präsident Gabriele Gravina diesen Menschen in Zukunft unter dem Dach des FIGC bieten. In Zusammenarbeit mit dem italienischen paralympischen Komitee (CIP) hat man als erster Verband der Welt eine Liga für paralympischen und experimentellen Fussball gestartet. Der Ausdruck experimentell wird in der Sportwissenschaft verwendet, wenn sich die Einteilung nicht auf eine Kategorie beschränken lässt.

Erste Schritte leiteten die Italiener vor drei Jahren ein. Zusammen mit der Lega Serie A und dem Centro Sportivo Italiano - einer Organisation, die zum Ziel hat, Sport als Mittel für Weiterbildung, Wertschöpfung und soziale Integration zu fördern - gründeten sie die «Vierte Kategorie». Das Projekt richtete sich an Menschen mit kognitiven Störungen. Der Start erfolgte mit neun Pionier-Teams, neun Profivereinen und 120 Spielern.

Der Traum ist eine grosse internationale Meisterschaft

«Heute haben wir nicht weniger als 116 Clubs und fast 3000 Spieler», sagt Brunelli, «gerade erst haben wir einen Cupwettbewerb nach Art der Coppa Italia durchgeführt.» Und erstmals sei auch ein Spiel live im TV übertragen worden. Die schnelle Entwicklung und das grosse Interesse hätten den Verband bewogen, dem Behindertenfussball feste Strukturen zu geben und als Untersektion im Verband einzugliedern.

Positives Feedback erhält die FIGC nicht nur in Italien, sondern auch jenseits der Landesgrenzen. So gab es zum Beispiel Anerkennung vom portugiesischen Verband. In Portugal gibt es seriöse Bestrebungen, ein ähnliches Projekt nach italienischem Vorbild zu lancieren. Brunelli abschliessend auf Fifa.com: «Wir freuen uns, unser Projekt mit anderen Verbänden zu teilen und träumen davon, vielleicht sogar einen grosse internationale Meisterschaft für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Für den Fussball wär es eine wahre Revolution.»

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Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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