IS-Terrormiliz hat einen neuen Anführer

Der Tod von Abu Bakr al-Baghdadi ist von der Extremistenmiliz bestätigt worden. Der Nachfolger steht bereits fest.

Der IS bestätigt den Tod von Abu Bakr al-Baghdadi – der Nachfolger ist erkürt. (Keystone/AP/Archiv)

Der IS bestätigt den Tod von Abu Bakr al-Baghdadi – der Nachfolger ist erkürt. (Keystone/AP/Archiv)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bestätigte den Tod ihres Anführers Abu Bakr al-Baghdadi. Abu Ibrahim al-Hashimi al-Kuraishi sei der neue Anführer, erklärte der IS in einer am Donnerstag veröffentlichten Audio-Botschaft über seinen Medienkanal al-Furkan.

Der IS bestätigte darin auch den Tod des weiteren ranghohen Mitglieds Abu al-Hassan al-Muhadshir. Dieser sei aus Saudiarabien gewesen. Al-Muhadschir war Sprecher des IS und wichtiger Berater al-Baghdadis.

Der IS ruft seine Anhänger in der 17 Minuten langen Botschaft dazu auf, dem neuen Anführer al-Kuraishi die Treue zu leisten. «Freut euch nicht über die Tötung von Scheich al-Baghdadi», heisst es an die USA gerichtet. Der IS sei nicht auf den Nahen Osten beschränkt und werde seine Mission fortsetzen. Anhänger werden dazu aufgerufen, neue Mitglieder zu werben und IS-Gefangene zu befreien. Dies hatte al-Baghdadi in einer im September veröffentlichten Audiobotschaft gefordert, der letzten vor seinem Tod.

Über al-Kuraishi ist wenig bekannt. Auch in der Audiobotschaft wird kaum etwas über ihn gesagt. Der Name al-Kuraishi bezieht sich auf den arabischen Stamm der Kuraish, der Mekka zur Zeit des Propheten Mohammed (cirka 570 - 632 n. Chr.) beherrschte.

«Direkter Nachkomme Mohammeds»

Mohammed wurde in einen der zehn grossen Kuraish-Klans hineingeboren. Der Stamm zählt bis heute zu den grössten in der heiligen Stadt Mekka in Saudiarabien. Einige Muslime, die sich den Beinamen al-Kuraishi geben, betrachten sich als direkte Nachkommen Mohammeds. Der neue IS-Sprecher Abu Hamsa al-Kuraishi trägt den Namen ebenfalls.

Spezialkräfte des US-Militärs hatten al-Baghdadi vergangenes Wochenende in einem Gehöft im Nordwesten Syriens aufgespürt. Er war nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump vor den Soldaten in einen Tunnel geflüchtet. Dort zündete er eine Sprengstoffweste.

Video: Der Angriff auf IS-Chef al-Baghdadi

Erstmals zeigt das US-Militär Aufnahmen von der Spezial-Operation, bei der der Terror-Anführer starb. (Video: Tamedia)

Neben dem Anführer wurden nach Angaben der USA fünf weitere IS-Kämpfer getötet und zwei Personen in Gewahrsam genommen. Al-Muhadshir, der als einer der wichtigsten Berater al-Baghdadis galt, wurde laut Trump bei einem weiteren Einsatz getötet.

Der Medienkanal al-Furkan ist eines der Sprachrohre des IS. In Audiobotschaften hat die Organisation Anhänger im Westen mehrfach dazu aufgerufen, Anschläge zu verüben. Die Echtheit der am Donnerstag verbreiteten Nachricht liess sich zunächst nicht überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS in den sozialen Medien verbreitet.

(fal/sda)

Erstellt: 31.10.2019, 18:39 Uhr

Artikel zum Thema

Pentagon veröffentlicht Video von Angriff auf IS-Chef Baghdadi

Video Erstmals zeigt das US-Militär Aufnahmen von der Spezialoperation, bei welcher der Terroristenanführer starb. General Kenneth McKenzie erklärte dazu weitere Details. Mehr...

In Syrien verletzter Militär-Hund erholt sich bestens

Der Vierbeiner ist in den USA drauf und dran, Heldenstatus zu erlangen. Aber sein Name bleibt geheim. Mehr...

Trump: «IS-Anführer Baghdadi starb wie ein Hund»

Der Terrorchef hat sich bei einem Angriff des US-Militärs selbst in die Luft gesprengt – und dabei drei seiner Kinder in den Tod gerissen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Kommentare

Blogs

Von Kopf bis Fuss Gute Laune trotz Lichtmangels

Die Welt in Bildern

Klimawand: Andres Petreselli bemalt in San Francisco eine Hausfassade mit einem Porträt von Greta Thunberg. (8. November 2019)
(Bild: Ben Margot) Mehr...