Jetzt spricht Messi erstmals über Ronaldos Abgang

Der Argentinier war von Ronaldos Wechsel zu Juventus Turin überrascht. Ausserdem gab es ein grosses Lob für einen neuen Teamkollegen.

Diese Party ist vorbei: Lionel Messi und Cristiano Ronaldo werden sich in La Liga nicht mehr duellieren. Bild: Getty

Diese Party ist vorbei: Lionel Messi und Cristiano Ronaldo werden sich in La Liga nicht mehr duellieren. Bild: Getty

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Fast ein Jahrzehnt lang war es das grosse Duell: Lionel Messi gegen Cristiano Ronaldo. Nicht nur um die Wahl zum besten Fussballer der Welt, sondern auch um die spanische Meisterschaft. Einer beim FC Barcelona, der andere bei Real Madrid. Zwei Ausnahmekönner in der gleichen Liga – die offiziell besten Fussballer seit 2007 (je fünf Awards). Das war einmal.

Der Kampf um die sechste Auszeichnung zum Weltfussballer, die möglicherweise entscheidende in der ewigen Rivalität, wird nun zum Fernduell. Bekannterweise spielt Ronaldo künftig ja in Italien. Sehr zur Überraschung Messis, wie er in einem seiner seltenen Interviews gegenüber Radio Catalunya sagte: «Ich konnte mir Cristiano ausserhalb von Real nicht mehr vorstellen. Noch weniger dachte ich, dass er zu Juventus gehen würde. Es gab ja Gerüchte um andere Vereine, von Juve hörte man am wenigsten.»

Nach drei Saisonsiegen zum Start findet das Real nahestehende Blatt «Marca» inzwischen positive Seiten von Ronaldos Wechsel nach Turin. Das Team sei zusammengewachsen, nicht mehr von den Toren eines Einzelnen abhängig. Dezidiert anders äussert sich Messi: «Sein Abgang hat Real geschwächt.» Handkehrum werde Italiens Serienmeister noch gefährlicher: «Cristiano macht sie zu einem klaren Favorit auf den Champions-League-Titel. Er veredelt einen ohnehin schon sehr starken Kader.»


Video: Ronaldo knockt Goalie aus

Unglückliche Szene: Cristiano Ronaldo trifft den Gegner am Kopf. Video: Tamedia/Directo Gol


Selbstverständlich erhalte auch Messi jedes Jahr Angebote, um Barça zu verlassen. Der 30-Jährige sieht aber keinen Grund, wieso er dem Verein den Rücken kehren soll, zu dem er als 13-Jähriger gewechselt hatte: «Ich habe hier alles. Ich spiele im besten Verein der Welt, in einer der besten Städte.» Deshalb würde er auch nach dem Karriereende gerne in Barcelona leben.

Bis dahin hat er aber noch etwas vor. Insbesondere soll die Champions-League-Trophäe zurück in die katalanische Metropole geholt werden: «Es ist langsam wieder an der Zeit, nach dreimaligem Viertelfinal-Aus in Folge.» Diese Niederlagen, ebenso wie das Ausscheiden im WM-Achtelfinal, waren so hart, dass selbst sein fünfjähriger Sohn Thiago merkte, dass er Papa besser nicht auf diese Spiele anspricht.


Video: Messi bricht Jahrtausendrekord

Zwei Assists für die Geschichte. Video: Tamedia/Eleven Sports 1


Nun sei Barças Kader aber stark genug für den grossen Coup. Auch mit den Verstärkungen ist der als beste Fussballer in der Geschichte gehandelte Linksfuss sehr zufrieden. Besonders Arthur Melo hat es ihm angetan. Für den 22-jährigen Brasilianer gab es das grösstmögliche Lob: «Er hat mich am meisten überrascht. Seine Spielweise erinnert mich an Xavi: Er spielt gerne kurz und verliert kaum einen Ball.» Dazu rücken endlich wieder junge Talente nach. Angesprochen auf den 19-jährigen Mittelfeldspieler Riqui Puig, der in Barças Umfeld zuletzt für Schnappatmung gesorgt hatte, sagte er: «Riqui hat eine spektakuläre Vorbereitung absolviert.»

Das alles wurde noch aufgezeichnet, bevor feststand, dass Messi nicht zu den drei Finalisten der Fifa-Weltfussballerwahl «The Best» gehören würde. Gross zu stören scheint es den vierfachen Saisontorschützen allerdings nicht. Auf Fotos ist zu sehen, wie er während einer privaten Reise nach Deutschland gut gelaunt Autogramme schrieb. Mit dem angestrebten Gewinn der Champions League wäre er im kommenden Jahr ja sicher wieder bei der Fifa-Gala in London. (fas)

Erstellt: 04.09.2018, 13:51 Uhr

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