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Vaduz erkämpft sich gegen Basel einen Punkt

Der FC Vaduz holt im Abstiegskampf der Super League einen wichtigen Punkt. Die Liechtensteiner ringen dem FC Basel ein 1:1 ab. St. Gallen schlägt im Wallis den FC Sion 2:1.

Hängende Köpfe: Leader Basel lässt in Vaduz Punkte liegen und kommt nicht über ein 1:1 hinaus.
Hängende Köpfe: Leader Basel lässt in Vaduz Punkte liegen und kommt nicht über ein 1:1 hinaus.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Voller Einsatz: Torschütze Albion Avdijaj (Mitte) hilft auch in der Defensive aus.
Voller Einsatz: Torschütze Albion Avdijaj (Mitte) hilft auch in der Defensive aus.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Entscheidendes Tor: Yannis Tafer (rechts) jubelt über seinen zweiten Treffer.
Entscheidendes Tor: Yannis Tafer (rechts) jubelt über seinen zweiten Treffer.
Laurent Gillieron, Keystone
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In der 81. Minute wäre die Sensation möglich gewesen. Moreno Costanzo scheiterte nur, weil Basels Verteidiger Michael Lang in extremis auf der Linie retten konnte. Natürlich hätten die Basler danach immer noch Zeit gehabt zuzusetzen. Aber vermutlich hatte Costanzo den Matchball hier auf dem Fuss.

Seit dem August 2008, als Vaduz erstmals (und nur für eine Saison) in der Super League aufschien, hat Basel gegen die Vaduzer 13 von 14 Meisterschaftsspielen gewonnen und nur einmal - im April 2016 - remisiert. Unter den Ergebnissen figurieren ein 6:0, ein 5:0, zwei 5:1 und ein 4:0. Zu gross sind die Unterschiede im Potential zwischen den Extremen der Super League.

Basel verzichtete auf mehrere Leistungsträger

Anders als mit sicheren bis sehr deutlichen Basler Siegen kann es zwischen den beiden Teams nur zugehen, wenn die Basler nicht aus dem Vollen schöpfen und Vaduz andererseits im oberen Bereich seiner Möglichkeiten spielt. FCB-Trainer Urs Fischer verzichtete drei Tage nach dem prestigeträchtigen Sieg im Cup-Viertelfinal gegen Zürich auf Matias Delgado, Manuel Akanji sowie den leicht angeschlagenen Marc Janko - also auf einen potentiellen Leistungsträger aus jeder Reihe.

Die Liechtensteiner hielten unter den für sie günstigen Verhältnissen bestens mit. In der Pause hätten sie 2:1 geführt, hätte nicht Albion Avdijaj kurz vor der Halbzeit den Ball aus bester Position an die Latte gedroschen. Die Basler waren mit einem eher glückhaften Tor vor Luca Zuffi nach 27 Minuten in Führung gegangen. Es war das dritte Meisterschaftstor der Winterthurer Defensivspielers in dieser Saison. Vier Minuten später fiel auf weit zwingendere Weise der Ausgleich. In einer von Diego Ciccone ausgehenden Stafette kam der Ball über Dejan Janjatovic und dessen feinem Chip zum Torschützen Avdijaj. Die zweitbeste Chance der zweiten Halbzeit hatten die Basler mit einem Pfostenschuss von Davide Callà nach 47 Minuten.

St. Gallen von seiner guten Seite

Der FC St. Gallen hat einer längeren Durststrecke ein Ende gesetzt. Mit 2:1 gewannen die Ostschweizer erstmals seit dem Juli 2013 ein Meisterschaftsspiel beim FC Sion. Der 26-jährige französische Stürmer Yannis Tafer erzielte beide Treffer und war der Mann des Spiels. Ebendieses Spiel offenbarte, wie wenig berechenbar die Ostschweizer in diesen Wochen und Monaten sind. Sieben Tage nach dem enttäuschenden 0:1 daheim gegen Lugano zeigten sie im Wallis eine in nahezu jeder Beziehung löbliche Leistung. Der erste Meisterschaftssieg im Wallis im siebten Anlauf war verdient, auch wenn die Walliser nach dem Anschlusstor von Verteidiger Paulo Ricardo nach 80 Minuten noch viel Druck entwickelten.

In der ersten Halbzeit wurde deutlich, eine wie wichtige Rolle Tranquillo Barnetta nach seiner Rückkehr nach St. Gallen für die Mannschaft in den kommenden Jahren noch ausfüllen könnte - trotz seiner bald 32 Jahre. Er spielt mit Leib und Seele wie in seiner besten Zeit bei Bayer Leverkusen in der deutschen Bundesliga. Nach 24 Minuten leistete er sich als kämpferisches Vorbild an der Seite ein hartes Foul, für das er verwarnt wurde. Zwei Minuten danach zeigte «Quillo» seine filigrane Seite mit einem perfekt getimten, zentimetergenauen Steilpass auf Tafer. Dieser spielte seine Schnelligkeit im Wettrennen mit Reto Ziegler und Paulo Ricardo aus und brachte die Ostschweizer mit deren erster guten Szene in Führung.

Lopar als sicherer Rückhalt

Mit Tafers Tor endete für Sions Goalie Anton Mitrjuschkin eine Ungeschlagenheit von immerhin 231 Minuten in der Super League. Er selber war gegen dieses Tor machtlos. Zu Tafers zweitem und vorentscheidendem Tor nach 54 Minuten leistete Defensivmann Andreas Wittwer die Vorarbeit. Die gleiche positive Erwähnung wie Tafer verdient Daniel Lopar. Der Ostschweizer Goalie zeigte, dass er an guten Tagen wie dem am Sonntag immer noch zu Aussergewöhnlichem fähig ist. Er brachte die Sittener schon in der ersten Halbzeit zur Verzweiflung und gegen Schluss der Partie erst recht.

Sions Trainer Peter Zeidler beklagte den desolaten Zustand des Rasens im Tourbillon. «Spieler wie Akolo, Carlitos oder Konaté können ihr richtiges Spiel gar nicht zeigen. St. Gallens Trainer Joe Zinnbauer sprach von einem »möglicherweise gkücklichen Sieg«, freute sich aber darüber, dass seine Mannschaft das Spielkonzept exakt umgesetzt hatte. »Hoch stehen, Balleroberung in der Mitte, schnelle Angriffe«, skizzierte der Deutsche. »Damit haben wir nach dem schlechten Spiel gegen Lugano jetzt wieder ein gutes gezeigt. Aus seinem Ensemble hob Zinnbauer Goalie Lopar - «eine absolute Weltklasseleistung» - Ajeti und Abwehrchef Haggui hervor.

Vaduz - Basel 1:1 (1:1)

4345 Zuschauer. SR Tschudi.Tore: 27. Zuffi (Gaber) 0:1. 31. Avdijaj (Janjatovic) 1:1.Vaduz: Siegrist; Brunner, Konrad, Bühler, Borgmann; Kukuruzovic, Muntwiler, Ciccone (80. Stanko); Costanzo (91. Burgmeier); Janjatovic (73. Hasler), Avdijaj. Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Balanta, Gaber; Serey Die, Zuffi; Callà, Fransson (64. Sporar), Elyounoussi (71. Steffen); Doumbia.Bemerkungen: Vaduz ohne Grippo (gesperrt), Felfel, Kaufmann, Pfründer und Strohmaier (alle verletzt). Basel ohne Bua, Janko (beide verletzt), Vailati (rekonvaleszent), Delgado, Akanji und Petretta (alle nicht im Aufgebot). Lattenschuss: 43. Avdijaj. Pfostenschuss: 47. Callà. Verwarnungen: 59. Muntwiler (Foul), Bühler (Foul), 92. Doumbia (Foul).

Sion - St. Gallen 1:2 (0:1)

7500 Zuschauer. SR Pache. Tore: 26. Tafer (Barnetta) 0:1. 54. Tafer (Wittwer) 0:2. 80. Paulo Ricardo (Lüchinger) 1:2. Sion: Mitrjuschkin; Adão (83. Da Costa), Ricardo, Ziegler, Lüchinger; Salatic, Ndoye (71. Karlen); Follonier (46. Carlitos), Akolo, Bia; Konaté. St. Gallen: Lopar; Hefti, Haggui, Angha, Wittwer; Aratore (82. Cueto), Toko, Gelmi, Barnetta (88. Aleksic); Tafer (78. Schulz), Ajeti. Bemerkungen: Sion ohne Zverotic (gesperrt), Mveng, Lurati (beide rekonvaleszent) und Itaperuna (nicht im Aufgebot). St Gallen ohne Gaudino (verletzt). Verwarnungen: 24. Barnetta (Foul), 43. Haggui (Foul), 83. Salatic (Foul), 85. Ziegler (Foul).

SDA/lif

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