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«Katar wird sich für die Fussball-WM wehren»

Katars Nachbarländer haben die diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Was bedeutet das für die WM 2022? «Nichts», meint ein Experte.

Schon am ersten Tag werden schwere Vorwürfe erhoben: Der Fifa-Prozess in New York hat begonnen. (15. November 2017)
Schon am ersten Tag werden schwere Vorwürfe erhoben: Der Fifa-Prozess in New York hat begonnen. (15. November 2017)
Don Emmert, AFP
Das Khalifa International Stadium in Doha wurde renoviert und Mitte Mai wiedereröffnet, nun mit einer Kapazität von 48'000 Zuschauern. Das Spielfeld kann auf 26 Grad gekühlt werden, auch wenn es im Sommer 35 bis über 40 Grad heiss ist. Im Herbst 2019 findet hier die Leichtathletik-WM statt.
Das Khalifa International Stadium in Doha wurde renoviert und Mitte Mai wiedereröffnet, nun mit einer Kapazität von 48'000 Zuschauern. Das Spielfeld kann auf 26 Grad gekühlt werden, auch wenn es im Sommer 35 bis über 40 Grad heiss ist. Im Herbst 2019 findet hier die Leichtathletik-WM statt.
Ibraheem Al Omari, Reuters
Weil es in Katar im Sommer über 40 Grad heiss wird, findet die Fussball-WM 2022 im Spätherbst statt. Das Eröffnungsspiel ist am 21. November 2022, das Final wird am 18. Dezember 2022 angepfiffen. In dieser Jahreszeit ist es im Emirat noch rund 20 bis 25 Grad warm.
Weil es in Katar im Sommer über 40 Grad heiss wird, findet die Fussball-WM 2022 im Spätherbst statt. Das Eröffnungsspiel ist am 21. November 2022, das Final wird am 18. Dezember 2022 angepfiffen. In dieser Jahreszeit ist es im Emirat noch rund 20 bis 25 Grad warm.
Fadi Al-Assaad, Reuters
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Ist die Fussball-WM 2022 in Katar in Gefahr? Kann die Endrunde im Winter nicht stattfinden? «Nein», sagt der ehemalige Fifa-Manager Guido Tognoni. «Die WM war bisher nicht in Gefahr und ich sehe sie weiterhin nicht in Gefahr», ist der 67-Jährige überzeugt.

Der Medienanalyst für Fifa-Themen geht noch einen Schritt weiter und sagt, die Beendigung der diplomatischen Beziehungen habe im Moment keine Bedeutung für die WM 2022.

Für ihn ist die aktuelle Situation keine Überraschung, Katar befinde sich schon seit einiger Zeit unter Druck der Nachbarländer.

Tognoni findet, es sei jetzt noch zu früh, um irgendwelche Schlüsse bezüglich der Fussball-WM 2022 zu ziehen, weil diese Endrunde dort im Moment noch fest verankert sei. «Letztlich wäre es ja die Fifa, die die WM dem Gastgeber entziehen müsste und nicht die Nachbarländer. Die Fifa hat derzeit aber nicht die geringsten Absichten, hier einzuschreiten.»

Die Fifa hält sich bedeckt

Das sieht auch der Weltfussballverband so. Denn auf Anfrage von 20 Minuten liess die Fifa per Medienmitteilung ausrichten, dass sie in regelmässigem Kontakt mit dem lokalen Organisationskomitee der WM und dem obersten Ausschuss für Lieferung und Vermächtnisbehandlung für die WM 2022 stehe. Weitere Kommentare gibt die Fifa aktuell nicht ab.

Für Tognoni macht es Sinn, dass der Weltfussballverband nicht eingreift, «das sind ja politische Geschichten, die sich bald wieder mal einrenken. Die arabische Welt hat immer mal wieder Probleme untereinander, das ist üblich, das sind verfeindete Brüder gewissermassen.»

«Das wichtigste Projekt seit Bestehen des Landes»

In Katar gibt es eine strategisch wichtige, grosse amerikanische Militärbasis, deshalb ist Katar für die Amerikaner extrem wichtig. Es werde nun interessant zu sehen sein, was US-Präsident Donald Trump tue, denn die Amerikaner wollten dort unten nicht noch ein weiteres Problem, so Tognoni weiter.

«Solange die Amerikaner ihren Schutz über Katar ausbreiten – und das machen sie im Moment, wird den Katarern nicht viel passieren. Diese Freundschaft dürfte weiterhin Bestand haben.»

Der Jurist ist überzeugt, dass man die WM den Katarern nicht wegnehmen kann: «Katar wird sich mit Händen und Füssen dagegen wehren, denn das ist für Katar ein nationales Projekt, vielleicht sogar das wichtigste Projekt seit Bestehen des Landes.» (Übernommen von 20min.ch)

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