Kopf oder Schulter? Egal, Pusic rettet GC drei Punkte

Erneut tut sich GC schwer gegen den Tabellenletzten. Beim 1:0-Sieg in Chiasso trifft Pusic als einziger.

Petar Pusic (l.) schiesst GC zum Sieg in Chiasso. (Bild: Freshfocus)

Petar Pusic (l.) schiesst GC zum Sieg in Chiasso. (Bild: Freshfocus)

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Der Medienchef des FC Chiasso ist ein wissbegieriger Mann. Ob viele Fans kommen würden, will er vor dem Spiel gegen GC wissen. Und auch ob sie negativ auffallen werden. Denn etwas überrascht ist er schon. Noch nie habe er ein solch grosses Polizeiaufgebot gesehen vor einem Spiel, «es ist sicher zehnmal so gross wie sonst». Und noch etwas hat er festgestellt: dass bei den Gästen mehr Tessiner spielen, als bei Chiasso, Giotto Morandi und Allan Arigoni stehen in der Startformation. «Sind die gut? Wo waren sie vorher? Bei Lugano?»

So ist das in der Challenge League wenn GC kommt. Es ist für alle irgendwie das Spiel des Jahres, wie es die Spieler so gerne sagen, wenn sie Punktverluste gegen schwächere Teams erklären. Das müssen die Grasshoppers am Samstag nicht tun, sie gewinnen 1:0, zum zweiten Mal in Folge. Und der weisshaarige Mann im Presseraum des Stadio Riva Quattro hat seine Fragen beantwortet bekommen.

Die 300 GC-Fans sorgen für Lärm und Rauch.

Die erste, die mit den GC-Fans, erledigt sich schnell. Es sind etwa 300, sie machen Lärm und Rauch, mehr nicht. Die zweite, die mit den zwei Tessinern, ist komplizierter. Da ist Morandi im offensiven Mittelfeld, er fügt sich in eine über das ganze Spiel harmlose GC-Mannschaft ein, fällt da weder auf noch ab. Und da ist Arigoni, der Rechtsverteidiger, der sowas wie der Matchwinner wird, weil er das einzige Tor gekonnt vorbereitet und später auf der Linie klärt, als Chiasso GC einschnürt.

Arigoni hat sich erst in der Challenge League zur Stammkraft entwickelt. Und das, obwohl er seit 2016 bei den Zürchern ist. Lange setzte ihn eine Schulterverletzung ausser Gefecht, er spielte oft in der U-21 und kam so nur auf zwei Einsätze in der Super League, auf je einen im Februar und im Dezember 2018. Jetzt hat sich der 21-Jährige etabliert, in 15 von 17 Spielen stand er auf dem Platz, meist von Beginn an. Gerade erst hat er seinen Vertrag bis 2022 verlängert. Die Flanke vom Samstag wird sein fünfter Assist. Und sie findet mit Petar Pusic einen ungewöhnlichen Abnehmer.

«Die Verteidiger haben ihn nicht am ersten Pfosten erwartet.»Uli Forte

«Anfangs Saison stand er noch draussen und schaute zu», sagt Uli Forte über den Torschützen. Was er meint: Pusic war mehr Flankengeber, denn Vollstrecker, der U-21-Nationalspieler ist der zweitbeste Vorbereiter der Liga. «Die Verteidiger haben ihn nicht am ersten Pfosten erwartet», so der Trainer. Pusic trifft mit dem Kopf oder mit der Schulter, das weiss er selbst nicht so genau – «aber es ist eigentlich egal». Wenn es eines war, war es sein erstes Kopfballtor, berichtet er, «sicher nicht typisch für meine Grösse». Mit 170 Zentimetern ist der Flügelstürmer stets einer der Kleinsten auf dem Platz.

Sein Team sei darauf eingestellt gewesen, dass es ähnlich werden würde wie in Nyon. Dort tat sich GC gegen Ouchy über 90 Minuten lang schwer, Torchancen zu kreieren. Und in Chiasso, beim nächsten Spiel auf tiefem Terrain? «Es war einfach noch schlimmer», sagt Pusic. So lässt sich dieses Spiel gut zusammenfassen, das schöne Tor täuscht etwas darüber hinweg, dass GC kaum einmal gefährlich wurde und bemerkenswert oft am 34-jährigen Philippe Senderos scheiterte. Am Freitag kommt Lausanne in den Letzigrund, dann ist Winterpause. Sie kann dem Team nur guttun.

Erstellt: 08.12.2019, 12:23 Uhr

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