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Lausanne fehlen 12 Minuten zur Sensation

Lausanne hat auch sein zweites Europa-League-Spiel verloren. Die Waadtländer hielten in Palermo 78 Minuten lang ein torloses Remis, ehe Giulio Migliaccio per Kopf ihre Hoffnungen zunichte machte.

Lausannes Goalie Favre und Verteidiger Katz müssen zusehen, wie sich Migliaccios Kopfball ins Tor senkt.
Lausannes Goalie Favre und Verteidiger Katz müssen zusehen, wie sich Migliaccios Kopfball ins Tor senkt.
Keystone

Bei der entscheidenden Szene im Stadio Renzo Barbera hatte die Lausanner Defensive für einmal geschlafen. Nach einer präzisen Flanke von Javier Pastore konnte Migliaccio am entfernten Pfosten unbedrängt einnicken. Von den Schweizern befand sich einzig Jérôme Sonnerat einigermassen in der Nähe des Torschützen.

Lausanne konnte über die ganze Partie gesehen erstaunlich gut mithalten. Die Romands agierten deutlich weniger nervös als bei der 0:3-Heimniederlage gegen ZSKA Moskau zum Auftakt der Gruppenphase. Wenn die Grosschance von Jocelyn Roux (17.) zu einem Tor geführt hätte und Rodrigo Tosi nach seinem phantastischen Dribbling (58.) der Abschluss gelungen wäre, hätte vielleicht sogar der Sieg dringelegen. So aber muss die Equipe von Martin Rueda weiterhin auf den ersten Punkt und den ersten Treffer warten.

Palermo mit dem Schweizer U17-Weltmeister Kasami

In den Vorberichterstattungen der italienischen Medien waren die «piccoli Svizzeri» nicht im Mittelpunkt gestanden. Bedeutend mehr Interesse weckte die Personalie Fabrizio Miccoli. Der Captain Palermos feierte gestern nach viereinhalb Monaten Pause wegen einer Knie-Verletzung das Comeback. Er wurde von den Tifosi mit einem Sonder-Applaus begrüsst. Der bullige Stürmer mit dem Erfahrungsschatz von zehn Einsätzen in der Squadra Azzurra figurierte gar in der Startformation und bildete mit Massimo Maccarone ein prominentes Angriffs-Duo.

Im Rücken der beiden durfte ein in der Schweiz bestens bekanntes Talent sein Können zeigen. U17-Weltmeister Pajtim Kasami übernahm bei den Rosaneri den Part halblinks im Mittelfeld. Als Spielmacher fungierte der argentinische WM-Teilnehmer Javier Pastore, dem eine Karriere à la Kaka prophezeiht wird. Auf der Goalie-Position vertrauten die Sizilianer auf die nominelle Nummer 2, Francesco Benussi. Stammkeeper Salvatore Sirigu, der zum erweiterten Kreis von Italiens Nationalmannschaft zählt, wurde ein Timeout gegönnt. Palermo schonte gewisse Kräfte für härtere Aufgaben in der Serie A. In der Meisterschaft ist die Mannschaft etwas unter Druck geraten, sie belegt nur den 14. Rang.

Miccoli früh out

Miccolis Auftritt dauerte allerdings nicht lange. Er musste sich kurz vor der Pause auswechseln lassen. Der Tausch dürfte mit gesundheitlichen Gründen zusammenhängen, nachdem Miccoli kaum Akzente gesetzt hat. Am ehesten trat er in Erscheinung, wenn er sich zu lautstark über die zuweilen seltsamen Entscheide des estnischen Schiedsrichters Hannes Kaasik aufregte.

Miccoli und seine Partner in der Offensive konnten in der ersten Hälfte nur selten Gefahr erzeugen. Wenn sie mal den gegnerischen Strafraum erreichten, gingen sie mit ihren Möglichkeiten fahrlässig um. Die meisten Abschlüsse verfehlten das von Anthony Favre gehütete Gehäuse relativ klar. Eingreifen musste der Goalie in der 41. Minute nach einem Kopfball von Maccarone im Anschluss an einen Corner. Die grösste Chance in Halbzeit eins hatte Lausanne besessen. Jocelyn Roux brachte nach rund einer Viertelstunde das Kunststück fertig, aus vier Metern Entfernung das leere Tor zu verfehlen. Der Assist war auf das Konto seines Sturm-Kollegen Silvio gegangen. Der Brasilianer tankte sich an der Grundlinie sehenswert durch. Am vergangenen Samstag hatte sich Roux treffsicherer gezeigt. Im brisanten Challenge-League-Duell mit Servette Genf brillierte er mit einer Doublette.

Rochat sorgt für Stabilität in Lausannes Abwehr

Pajtim Kasami bekundete Mühe, den Rhythmus zu finden. Dies lag auch an Lausannes Rechts-Verteidiger Bigambo Rochat. Der andere Schweizer Nachwuchs-Internationle, den der FC Sion vor drei Wochen wegen Disziplinlosigkeiten entlassen hat, bot eine ansprechende Leistung. Rochat verlieh der Abwehr Stabilität. Eine seiner wenigen gelungenen Aktionen verbuchte Kasami unmittelbar nach dem Seitenwechsel, als er mit einem Tempo-Vorstoss Aufregung heraufbeschwören konnte und Favre zu einer Parade zwang. Wenig später wurde Lausannes Schlussmann gleich nochmals ernsthaft geprüft, als er einen Weitschuss von Pastore entschärfen musste.

si

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