Zuerst ärgert Rapp die Basler, dann erlöst er sie

Der Thuner ist beim 1:3 gegen den Leader «Doppeltorschütze»: Nach seinem Ausgleich unterläuft ihm ein Eigentor.

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Unter der Woche gibt sich Marc Schneider betont gelassen. Für seinen FC Thun steht zwar die Reise nach Basel an, es geht an diesem Samstag gegen den Leader, aber der Trainer meldet: «Die Zuversicht ist da. Sorgen müsste ich mir erst machen, wenn wir uns keine Torchancen mehr erarbeiten würden.»

Dann machen sich die Berner Oberländer, die zuvor in zehn Partien lediglich sieben Tore erzielt und ihren einzigen Sieg am 11. August beim 2:0 in Luzern realisiert haben, an die Arbeit. Sie tun das ziemlich unbekümmert, nicht wie ein verunsicherter Tabellenletzter, und eine Halbzeit lang sind sie ein so unbequemer, gut organisierter Gegner, dass die Basler keine ­Lösung finden. Und wenn der ­Leader doch einmal zum Abschluss kommt, steht im Thuner Tor mit Guillaume Faivre ein wachsamer Goalie. Nach sechs Minuten stoppt er Fabian Frei, und es ist, als würde er mit dieser Parade das Signal aussenden: Wir sind bereit für die grosse Herausforderung.

Eine emotionale Achterbahnfart

Nicht nur Faivre zeichnet sich aus, sondern auch Jonas Omlin auf der anderen Seite. Er verhindert gegen Basil Stillhart und Matteo Tosetti das 0:1. Das Publikum wird unruhig, zur Pause quittieren ein paar Zuschauer die Leistung mit Pfiffen. Seine Unzufriedenheit bringt auch Sportchef Ruedi ­Zbinden auf der Tribüne zum ­Ausdruck, mit Gesten, Worten und bösen Blicken.

Aber die Thuner verpassen es eben doch, sich mit einem Punkt zu belohnen. Nach 50 Minuten gelingt Kevin Bua das 1:0 mit einem abgelenkten Freistoss, ehe ­Simone Rapp in den Mittelpunkt rückt. ­Zuerst ärgert er den FCB mit dem Ausgleich (67.), dann hilft er ganz hinten aus und produziert ein Eigentor (73.). Der Stürmer erlebt innert sechs Minuten eine emotionale Achterbahnfahrt. Trainer Marc Schneider nimmt ihn in Schutz: «Den entscheidenden Fehler haben wir vorher begangen. Rapp hat einfach Pech in dieser ­Situation.»

Dieser Gegentreffer bricht den Widerstand. Die Basler sind erlöst und erhöhen durch Luca Zuffi noch auf 3:1. Das Resultat sieht nun standesgemäss aus, der FCB bestraft die Thuner für wenige ­Unachtsamkeiten hart. «Unser Sieg ist verdient», hält Mittelfeldspieler Taulant Xhaka fest, Trainer Marcel Koller bilanziert selbstkritisch: «Die erste Halbzeit war nicht gut von uns: Es war zu wenig Schwung drin, wir spielten den Ball zu oft retour.» Die zweite ­Hälfte gefällt ihm besser: «Da haben wir besser kombiniert und die Tore erzwungen.»
Basel - Thun 3:1 (0:0)

21'503 Zuschauer. - SR Hänni.

Tore: 50. Bua (Freistoss) 1:0. 67. Rapp 1:1. 72. Rapp (Eigentor) 2:1. 78. Zuffi 3:1.

Basel: Omlin; Widmer, Cömert, Alderete, Petretta; Xhaka, Frei; Stocker (84. Zhegrova), Zuffi (82. Campo), Bua; Cabral (76. Pululu).

Thun:Faivre; Glarner, Gelmi, Sutter, Kablan; Fatkic; Tosetti, Castroman, Stillhart, Hefti (73. Vasic); Rapp (76. Chihadeh).

Bemerkungen: Basel ohne Van Wolfswinkel, Kuzmanovic, Ramires (alle verletzt), Okafor und Ademi (nicht im Aufgebot), Thun ohne Hediger, Munsy, Karlen, Bigler und Ziswiler (alle verletzt). Verwarnungen: 53. Fatkic (Foul). 71. Castroman (Foul).
(pmb)

Erstellt: 19.10.2019, 21:36 Uhr

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