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Torflut in München – Union entgeht Blamage

In den Achtelfinals des DFB-Pokals gewinnt der FC Bayern gegen Hoffenheim 4:3. Nicht ohne Mühe weiter sind Leverkusen und Union Berlin.

In der Münchner Allianz Arena geht Hoffenheim überraschend in Führung. Bayerns Jérôme Boateng lenkt einen Schuss von Bebou unglücklich ins eigene Tor ab.
In der Münchner Allianz Arena geht Hoffenheim überraschend in Führung. Bayerns Jérôme Boateng lenkt einen Schuss von Bebou unglücklich ins eigene Tor ab.
Matthias Balk, Keystone
Nur fünf Minuten später der Ausgleich der Bayern, wieder durch ein Eigentor. Benjamin Hübner trifft ebenfalls unglücklich ins eigene Gehäuse, beobachtet von Thomas Müller (hinten) und Hoffenheims Goalie Philipp Pentke.
Nur fünf Minuten später der Ausgleich der Bayern, wieder durch ein Eigentor. Benjamin Hübner trifft ebenfalls unglücklich ins eigene Gehäuse, beobachtet von Thomas Müller (hinten) und Hoffenheims Goalie Philipp Pentke.
Sven Hoppe, Keystone
Die Warnungen von Union-Trainer Urs Fischer haben sich bestätigt. Die Berliner setzen sich nur mit viel Mühe durch. Bild: Verls Patrick Choroba (links) bedrängt Marcus Ingvartsen.
Die Warnungen von Union-Trainer Urs Fischer haben sich bestätigt. Die Berliner setzen sich nur mit viel Mühe durch. Bild: Verls Patrick Choroba (links) bedrängt Marcus Ingvartsen.
Friso Gentsch, Keystone
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In der Münchner Allianz Arena mussten die Zuschauer nicht lange auf Tore warten. Allerdings waren es die Gäste, die in Führung gingen. Bayerns Jérôme Boateng lenkte in der 8. Minute einen Schuss von Ihlas Bebou unglücklich ins eigene Tor ab. Nur wenige Minuten später eine vergleichbare Szene auf der anderen Seite. Benjamin Hübner traf nach einer Hereingabe von Alphonso Davis ebenfalls ins eigene Netz. Es folgte eine achtminütige Torflaute, ehe Thomas Müller eine Flanke aus dem Halbfeld mit dem Schienbein zur 2:1-Führung für die Bayern verwertete. In der 36. Minute erhöhte Robert Lewandowski nach einem Fehler von Hoffenheims Goalie Philipp Pentke auf 3:1.

Von Hoffenheim kam in der zweiten Halbzeit lange nicht viel, ehe der Schweizer Nationalspieler Steven Zuber sein Team mit einer sehenswerten Direktabnahme wachrüttelte (71. Minute). Manuel Neuer parierte glänzend. Christoph Baumgartner vergab eine weitere gute Chance. Auch nach dem 4:2 durch Lewandowski gaben die Gäste noch nicht auf. Erst traf Munas Dabbur (auf Vorarbeit von Zuber – eine Kombination zweier früherer GC-Spieler) zum 2:4. Dabbur verpasste kurz darauf das 3:4 nur knapp, ehe er in der Nachspielzeit tatsächlich traf und die Münchner kurz ins Zittern brachte. Der Ausgleich wollte aber nicht mehr fallen. Bayern München hat weiterhin die Chance, drei Titel zu gewinnen: Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League.

Leverkusen darf träumen

Bayer Leverkusen ist auch dank eines kuriosen Eigentors in den Viertelfinal des DFB-Pokals eingezogen und darf weiter vom ersten Titel seit 1993 träumen. Die Leverkusener besiegten den starken Zweitligisten VfB Stuttgart mit Mühe 2:1 (0:0) und sind nach dem Ausscheiden von Borussia Dortmund, RB Leipzig oder Borussia Mönchengladbach nun einer der Favoriten im Wettbewerb. Der bisher einzige Cup-Sieg vor 27 Jahren war bis heute der letzte Titel für Bayer, dessen Trainer Peter Bosz den DFB-Pokal am Vortag als den «momentan wichtigsten Wettbewerb für uns» bezeichnet hatte.

Es war aber ein hartes Stück Arbeit vor 20'320 Zuschauern für den Fünften der Bundesliga. Nach vier wegen Abseitspositionen aberkannten Treffern leitete ein Missgeschick von Stuttgarts Torhüter Fabian Bredlow Bayers Einzug in die Runde der besten acht ein. Bredlow, der im Pokal den Schweizer Stammgoalie Gregor Kobel ersetzen darf, boxte sich den Ball nach einem Eckball ins eigene Netz (71.). Auch beim zweiten Bayer-Treffer durch Lucas Alario (83.) sah der Torhüter nicht gut aus. Das Anschlusstor durch Silas Wamangituka (85.) kam für die Gäste zu spät.

Union nach 19 Jahren wieder

Der 1. FC Union Berlin hat sich auf dem Weg in den ersten Pokal-Viertelfinal seit 19 Jahren auch von Favoritenschreck SC Verl nicht aufhalten lassen. Der Bundesligist mit Trainer Urs Fischer gewann das Achtelfinalspiel beim Regionalligisten aus Ostwestfalen mühevoll 1:0 und steht damit erstmals seit 2001 in der Runde der letzten acht Teams im Cup-Wettbewerb.

In der mit 5153 Zuschauern ausverkauften Sportclub-Arena feierten die etwa 1500 mitgereisten Union-Fans den Treffer von Robert Andrich, dessen Rechtsschuss von der Strafraumgrenze unter der Latte einschlug (86. Minute). Der Tabellenzweite der Regionalliga West, der in den beiden Runden zuvor gegen den FC Augsburg und Holstein Kiel für Cupüberraschungen gesorgt hatte, war lange Zeit ein gleichwertiger Gegner, konnte sich im Angriff aber nicht entscheidend durchsetzen.

Als einziger unterklassiger Verein neben den sieben Bundesligisten schaffte der Viertligist 1. FC Saarbrücken den Sprung in die Viertelfinals. Nach torlosen 120 Minuten gewann der 1. FC Saarbrücken mit 5:3 im einzigen Elfmeterschiessen des Achtelfinals gegen den Zweitligisten Karlsruher SC.

Die Viertelfinals werden am 3. und 4. März ausgetragen. Das Endspiel steigt am 23. Mai in Berlin.

Bayern München - Hoffenheim 4:3 (3:1) 71'500 Zuschauer. – Tore: 8. Bebou 0:1. 12. Hübner (Eigentor) 1:1. 20. Müller 2:1. 36. Lewandowski 3:1. 80. Lewandowski 4:1. 82. Dabbur 4:2. 92. Dabbur 4:3. – Bemerkungen: Hoffenheim mit Zuber.

Bayer Leverkusen - Stuttgart (2.) 2:1 (0:0). 20'320 Zuschauer. – Tore:71. Bredlow (Torhüter/Eigentor) 1:0. 83. Alario 2:0. 85. Wamangituka 2:1. – Bemerkungen: Stuttgart ohne Kobel (rekonvaleszent).

Verl (4.) - Union Berlin 0:1 (0:0) 5153 Zuschauer (ausverkauft). – Tor: 86. Andrich 0:1.

Saarbrücken (4.) - Karlsruhe (2.) 0:0 n.V.; Saarbrücken siegt 5:4 im Penaltyschiessen.

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