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Lieber Arjen Robben

9 Jahre bei Bayern, davon 3 Jahre verletzt. Und jetzt, bitte, noch einmal: diesen Robben-Moment.

Arjen Robbens Karriere neigt sich dem Ende zu. Er verlässt Ende Saison Bayern München.
Arjen Robbens Karriere neigt sich dem Ende zu. Er verlässt Ende Saison Bayern München.
Keystone

Lieber Arjen Robben, Sie haben den Namen Büne Huber sicher noch nie gehört, er kommt aus Bern und macht mit seiner Band Patent Ochsner wunderbare Musik. Kürzlich gab er im Schweizer Radio ein kluges Interview, und bei einem Satz musste ich an Sie denken: «Man schaut der Sonne zu, wie sie untergeht, und wenn sie unten ist, ­erschrickt man trotzdem.»

Er erinnerte mich an den Moment, als ich Sie kürzlich am Fernsehen sah. Ihr Gesicht in Nahaufnahme, Sie standen am Spielfeldrand in der Münchner Allianz-Arena. Sie waren ganz konzentriert, mit dieser wilden Entschlossenheit, die Sie immer ausstrahlen, aber gleichzeitig spürte man Ihr ganzes Glück, wie ein Kind, das vor dem Christbaum steht, mit leuchtenden Augen. Sie durften wieder tun, was Sie am liebsten machen, Sie durften wieder spielen, erstmals seit fünf Monaten, und Sie rannten auf den Rasen wie ein Rennpferd, das aus der Box darf.

Konzentriert und entschlossen: Arjen Robben.
Konzentriert und entschlossen: Arjen Robben.

Sie waren wieder mal verletzt gewesen, und ich habe nach­geschaut, was Sie schon alles plagte, die Wade, der Oberschenkel, das Knie, der Rücken, die Adduktoren, der Mittelfussknochen, die Leisten, das Sprunggelenk, der Bauch­muskel, die Achillessehne, die Zähne, die Aufzählung ist kaum vollzählig. Drei Jahre von Ihren inzwischen neun Jahren bei den Bayern waren Sie verletzt, rechnete jemand vor. Aber immer kamen Sie zurück.

Nach einem Spiel durfte ich einmal am Tisch neben Ihrem Vater Hans sitzen, der auch Ihr Manager ist, er sagte, der Wunsch, immer noch besser zu werden, habe bei Arjen nie nachgelassen, seit Kindestagen bis heute. «Der Arjen, der machts», singen die Fans, seitdem Sie es damals gemacht haben, das Tor gegen Dortmund beim Final der Champions League in London.

Und nun hören Sie auf in München. Wir wussten schon lange, dass die Sonne untergehen würde – und ich erschrecke doch: Nie mehr einer dieser Robben-Momente? Sie täuschen ein Dribbling nach rechts an, gehen am Gegner links vorbei, noch ein Schritt, sie blicken auf, sehen die Lücke, schiessen mit links. Hunderte von Trainern haben ihre Mannschaft davon gewarnt, immer wieder gelang es. Noch einmal müssen Sie es machen.

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