Lieblingsgegner FCZ

Neue Saison? Neues Glück? Von wegen. Der FC Zürich erhält vom FC Lugano eine Lektion in Sachen Effizienz.

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«Für mich ist der FCZ mein absoluter Lieblingsgegner. In den letzten fünf Spielen habe ich kein einziges Gegentor gegen ihn erhalten», frohlockte Lugano-Keeper Noam Baumann nach dem 4:0-Auswärtssieg zum Auftakt der neuen Saison in Zürich.

Den letzten Gegentreffer gegen die Zürcher kassierte der 23-jährige Torhüter am 19. Mai 2018 bei einem 1:1-Remis. Die letzten Resultate gegen den FCZ, inklusive des jüngsten Vergleichs, aus Sicht des Torhüters: 3:0, 2:0, 0:0, 1:0 und 4:0. Und aus Sicht der Zürcher: Das Team von Ludovic Magnin hat seit fünf Spielen oder seit 428 (!) Tagen gegen die Bianconeri nicht getroffen – im Fussball eine halbe Ewigkeit.

Gut analysieren

«Die Enttäuschung ist riesig. Mir fehlen die Worte», sagte Sportchef Thomas Bickel nach dem 0:4 im Letzigrund. Sicher müsse man die Niederlage «gut analysieren». Eine gern verwendete Redewendung von Fussball-Verantwortlichen nach Niederlagen. Bickel muss sie nun schon sehr früh in der Saison aus der Schublade ziehen.

Nach dem missglückten Start in die Meisterschaft müssten auch die Leistungen der Neuzugänge in dieser Analyse vorkommen. Drei dieser Neuverpflichtungen standen gegen die Tessiner in der Startformation, zwei wurden nach der Pause eingewechselt. Überzeugt hat keiner.

Denis Popovic sollte im Mittelfeld das Spiel aufziehen, agierte stattdessen schwerfällig und fehlerhaft. Für Rechtsverteidiger Willie Britto war es gar ein Debüt zum Vergessen. Drei Treffer aus dem Spiel heraus fielen über seine Seite, und bei allen war der Ivorer überfordert. Die eingewechselten Offensivspieler Blaz Kramer und Mimoun Mahi konnten nach der Pause auch nicht überzeugen. Solide spielte am ehesten noch Innenverteidiger Nathan. Er kann eine Verstärkung werden.

In die Hose gegangen

«Der Start ist so richtig in die Hose gegangen», sagte Ludovic Magnin, der die Niederlage erst gar nicht schönreden wollte. Es brauche schon gar wenig, dass seine Mannschaft aus dem Tritt falle, stellt der FCZ-Trainer fest. «Die Treffer haben uns mental wehgetan», so Magnin, der findet, dass die Spieler zu schnell und zu viel hadern, wenn es nicht nach Wunsch läuft. Und sich zu stark beeinflussen lassen, wie nach den verpassten Grosschancen von Benjamin Kololli in der Startviertelstunde.

Nur war die Mannschaft danach nicht nur «mental» schwach. Die FCZ-Verantwortlichen werden «gut analysieren» müssen. Nicht nur die erste Niederlage, auch die Qualität des Kaders – und ob das wirklich reicht, um die angestrebte dritte Kraft hinter YB und Basel zu werden.

Erstellt: 22.07.2019, 09:39 Uhr

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