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Luna und Tom, Film und Fussball

Auf der Suche nach dem Richtigen hängt manchmal vieles vom Zufall ab.

Sie hat gar nie davon geträumt: Luna Wedler wurde vor zwei Jahren auf einer Strasse in Zürich angesprochen und zum Casting eingeladen.
Sie hat gar nie davon geträumt: Luna Wedler wurde vor zwei Jahren auf einer Strasse in Zürich angesprochen und zum Casting eingeladen.
Keystone

Den Namen Tom Ritzy Hülsmann haben Sie noch nie gehört, selbst wenn Sie sich sehr für Fussball interessieren. Vielleicht in ein paar Jahren. Vielleicht heisst es dann, er sei der neue Manuel Neuer im Tor von Bayern München.

Den Namen Luna Wedler vielleicht schon eher, zumindest, wenn Sie sich für Filme interessieren. Und vielleicht kennt sie bald die halbe Welt.

Tom Ritzy Hülsmann kommt aus Trier, einer Stadt im Westen Deutschlands, er ist erst 13, Luna Wedler kommt aus Zürich, sie ist 18.

Die beiden Namen nenne ich, weil die «Zeit» kürzlich auf der Titelseite fragte: «Wie findet man die Richtigen?» Es war die Zusammenfassung von Texten über Politik, Wissenschaft, Kultur, Sport, die sich alle mit dem gleichen Thema befassen, der Suche nach der idealen Besetzung, dem nächsten Star oder auch nur der Sehnsucht nach der idealen Beziehung. Und auch, wie manchmal vieles vom Zufall abhängt. Die britische Autorin J.K. Rowling hatte damals ihren ersten Harry-Potter-Band zwölf Verlagen angeboten, alle lehnten ab, bis ein kleiner in London bereit war, wenigstens 1000 Exemplare zu drucken. Inzwischen wurden die sieben Potter-Bücher 450 Millionen Mal verkauft.

Ein Bestseller entsteht manchmal, weil nur einer daran glaubt. Und hinterher sagen alle, dass es so habe kommen müssen. Das ist auch im Sport so, gerade im Fussball, wo in jedem Land viele Späher unterwegs sind, um irgendwo ein Talent zu entdecken.

Die «Süddeutsche» schrieb drei Seiten über Tom Ritzy Hülsmann, über den Traum von vielen jungen Menschen, dem Spiel zwischen Hoffnung und Angst. Erst als eine Handwurzelmessung ergab, dass der damals 12-Jährige später gegen zwei Meter gross werden würde, wurde er in die Akademie aufgenommen. Er bewohnt nun im neuen Leistungszentrum ein 12-Quadratmeter-Zimmer, schläft in Bayern-Bettwäsche, trainiert täglich und geht zur Schule – und er hat den Traum, «eines Tages in der Allianz-Arena im Tor zu stehen». Jedes Jahr werden einige der Jungen wieder aussortiert, weil die Trainer der Meinung sind, sie würden es nicht schaffen. Neue Talente erhalten eine Chance.

Luna Wedler wurde vor zwei Jahren auf einer Strasse in Zürich angesprochen und zum Casting eingeladen. Sie gewann schon einige Preise, zuletzt an der Berlinale, und letzte Woche war in Zürich Premiere des fünften Films mit ihr, «Das schönste Mädchen der Welt», eine Teenagerkomödie.

Hülsmann träumt, wovon Wedler gar nie geträumt hat.

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