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Magnin: «Ich kann es keinem recht machen»

Der FCZ-Coach über Kritik und wieso er sich treu bleiben will.

Ludovic Magnin hadert mit den Kritikern und will sich nicht ändern. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)
Ludovic Magnin hadert mit den Kritikern und will sich nicht ändern. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Am Donnerstag kann Ludovic Magnin ein kleines Jubiläum feiern. Zwei Jahre ist es dann her, dass er beim FC Zürich zum Cheftrainer befördert wurde. In der Super League ist nur der Thuner Marc Schneider länger im Amt als er. Gleich zu Beginn hat er den Cup gewonnen, das hat ihm einen Bonus eingetragen. In der Meisterschaft ist alles ein wenig schwieriger zu fassen. Da hat er nur 30 Prozent seiner Spiele gewonnen, 24 von 80.

Er hat klare Vorstellungen davon, wie seine Mannschaft spielen soll, offensiv, mutig, vertikal, schnell, das soll sie alles bieten. Manchmal gelingt ihr das auch, und dann hat sie durchaus das Potenzial, attraktiv zu sein. Magnins Pech ist nur, dass sie immer wieder krachend untergeht. Allein in dieser Saison heisst es: 0:4, 0:4, 0:4, 0:4, 0:4, 0:5 und nochmals 0:4, zuletzt vor acht Tagen gegen Basel.

Länger und noch härter hat er in den ersten Tagen danach die Spieler trainieren lassen, damit sie wieder Muskelkater in den Beinen haben und so spüren, was es an Arbeit für den Erfolg braucht. Er hat sie am Video auf ihre folgenschweren Fehler aufmerksam gemacht, die sie gegen Basel wieder einmal gemacht haben. «Wir bekommen Tore, die sind unglaublich», sagt er. «Schon zur Pause hätte ich sechs, sieben Spieler ersetzen können.»

Am TV sieht Magnin: Auch Real, Barça und Co. haben Probleme

Nach einer Stunde, beim Stand von 0:2, wechselt er mit Marchesano und Kololli Offensivspieler ein, weil er glaubt, dass die Niederlage noch abzuwenden ist. Die Mannschaft schlittert allerdings in die nächste Kanterniederlage. Auch Tage später ist Magnin überzeugt, richtig gehandelt zu haben, zumindest aus seiner Sicht. «Wenn ich defensiv wechsle und wir 0:2 verlieren, fragt jeder: Wieso hat er das gemacht? Ist der blind? Wenn ich offensiv wechsle und noch zwei Tore kriege, bin ich auch blind. Ich kann es keinem recht machen.»

«Mir ist völlig egal, wie ich verliere, ganz ehrlich Leute!»

Ludovic Magnin

Da zieht er es vor, nicht von seinem Weg abzuweichen, denn eine Frage will er sich selbst nie stellen müssen: «Wieso habe ich nicht den Mut gehabt, etwas zu probieren?» Und überhaupt: «Ich höre immer wieder: Ja, man kann verlieren, aber wenigstens anständig. Was soll ich damit? Mir ist völlig egal, wie ich verliere, ganz ehrlich Leute!» Lieber gewinnt er unanständig.

Den Umgang mit der Mannschaft will er nicht ändern, er will sich nicht ändern. Nach der Arbeit geht er heim, stellt den Fernseher an und hört seine Frau sagen: «Es ist unglaublich. Du bist in einer schwierigen Phase und schaust trotzdem nur Fussball.» Vielleicht hilft ihm das ja beim Verarbeiten der eigenen Niederlagen. Denn im Fernsehen sieht er: «Dortmund hat Probleme, Real fliegt im Cup raus, Barcelona auch, Manchester City hat 100 Punkte Rückstand auf Liverpool. In Europa gibt es nur Liverpool, das keine schwierige Phase überstehen muss.»

Und was fällt dabei auf? Magnin redet von den richtig Grossen. Den Gernegross aus Zürich verschlägt es am Sonntag nach Genf zum Spiel gegen Servette (ab 16 Uhr im Ticker). Das ist zwar nicht Liverpool und trotzdem gut in Form.

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