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Magnin will die Video-Challenge für Trainer

Der FCZ-Coach hat Vorschläge, wie man Schiedsrichterleistungen verbessern könnte. Und redet sich in Fahrt.

Ludovic Magnin hadert mit den Schiedsrichterleistungen in den jüngsten Spielen.
Ludovic Magnin hadert mit den Schiedsrichterleistungen in den jüngsten Spielen.
Keystone

Als alle Fragen gestellt waren an der Medienkonferenz vor dem Spiel gegen Lausanne, landete FCZ-Trainer Ludovic Magnin plötzlich in seinem eigenen Exkurs. Er begann zu reden, gelangte in einen Fluss voller Worte und kam auf die Schiedsrichterleistungen der jüngsten Tage zu sprechen. Wie der FCZ benachteiligt wurde, wie glückhaft YB gegen Luzern zum Elfmeter kam, wie im Europacup drei von vier Spiele verpfiffen wurden. «Wir Trainer müssen auf die Tribüne, wenn wir einen Fehler machen, doch die Schiedsrichter können immer und immer wieder auf den Platz», haderte Magnin und erzählte weiter und weiter, irgendwann kam er zum Schluss: «Wir müssen etwas machen.»

Ja was denn? Wieder begann Magnin laut zu denken. Er sprach von der Option von zwei Schiedsrichtern, jeder in einer Platzhälfte, denn der Fussball sei so schnell geworden, dass die Spielleiter dem Spiel gar nicht mehr folgen könnten. Mit noch mehr Vehemenz kam er dann zu den Videoschiedsrichtern: «Ich bin dafür, dass jeder Trainer zwei Challenges pro Spiel hat.» Wie im Tennis also. Damit wäre auch gewährleistet, dass das Spiel nicht durch Unterbrüche zerzaust werde.

Der Schweizer Startschuss

Ja, der Videoschiedsrichter, im Jargon VAR (video assistant referee) genannt. Im Ausland oft kritisiert, in Deutschland und Italien bereits eingeführt, an der WM in Russland in Betrieb. In der Schweiz ist die Technik noch nicht vorhanden, doch es hat sich gerade kürzlich eine Arbeitsgruppe um Spielbetriebs-Chef Silvano Lombardo und Schiedsrichter-Chef Cyril Zimmermann formiert. Dies, weil das International Football Association Board (Ifab) – die Chefs der Fussballregeln – Anfang April den VAR als Option ins Regelwerk aufnahm. Der Startschuss für die Schweizer Liga.

«Wir sind erst am Anfang», sagt SFL-Sprecher Philippe Guggisberg auf Anfrage. Die Auflagen des Ifab seien sehr hoch, also müsse man vieles abklären. Die Kosten, die technischen Möglichkeiten, das Personal. Eine Auflage sei zum Beispiel, dass Mitarbeiter des Schweizerischen Fussballverbands keine Funktion als VAR haben dürfen. Für ein kleines Fussballland wie die Schweiz ein Hindernis. Ebenfalls muss der Videoassistent Schiedsrichter sein und ein bestimmtes Niveau haben. Etwas, das Magnin nicht versteht. «Weshalb muss es denn ein Schiedsrichter sein?» Diesen mangle es oftmals am Gefühl für gewisse Spielsituationen, weil sie selbst kaum Fussball gespielt hätten. Nun, das Ifab-Regelwerk sieht das anders.

«Das Ziel 2019/20 ist sehr sportlich»

SFL-Sprecher Guggisberg weist daraufhin, dass es noch ein Weilchen dauern könne, bis der VAR in der Schweiz eingeführt werde. «Das Ziel 2019/20 ist sehr sportlich», sagt Guggisberg. Eine verbindliche Beschlussfassung kann frühestens an der ordentlichen Generalversammlung der Liga im November getroffen werden.

Also muss Magnin vor allem an der eigenen Mannschaft arbeiten. Er setzte bisher auf Junge und eine mutige Spielanlage. Doch die Punkteausbeute unter ihm ist bescheiden, 0,9 Zähler holt er pro Partie. Er sagt dazu: «Die Jungen sind nicht der Grund für die schlechte Punktebilanz.» Vielmehr seien es die individuellen Fehler der Mannschaft. Gegen Sion zum Beispiel das Verhalten bei Standardsituationen. «Vielleicht haben wir zuletzt den Fokus zu stark auf die Offensive gelegt und die Defensive vergessen.» Zeit, um dies zu ändern, sagt Magnin, am liebsten bereits gegen Abstiegskandidat Lausanne am Sonntag.

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