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«Man bekommt am Ende das, was man verdient»

Trotz Schützenhilfe von GC, das sich in Vaduz mit 1:0 durchsetzt, muss der FC Aarau absteigen. Nach der 1:5-Ohrfeige in St. Gallen fallen deutliche Worte.

Der Anfang vom Aarauer Ende: St. Gallens Goran Karanovic (am Boden) schiesst das 1:0. Weitere Tore des Stürmers werden noch folgen.
Der Anfang vom Aarauer Ende: St. Gallens Goran Karanovic (am Boden) schiesst das 1:0. Weitere Tore des Stürmers werden noch folgen.
Keystone
Aaraus Stephan Andrist (M.) und seine Kollegen raffen sich in der Folge auf und erzielen durch Petar Sliskovic gar in der 53. Minute das 1:1.
Aaraus Stephan Andrist (M.) und seine Kollegen raffen sich in der Folge auf und erzielen durch Petar Sliskovic gar in der 53. Minute das 1:1.
Keystone
...Coach Giorgio Contini (M.), der das Team zu einer kampf- und erstaunlich spielstarken Truppe geformt hat.
...Coach Giorgio Contini (M.), der das Team zu einer kampf- und erstaunlich spielstarken Truppe geformt hat.
Keystone
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Nun ist es definitiv: Aarau steigt zwei Jahre nach dem Comeback in der Super League wieder ab. In St. Gallen tauchte die chancenlose Equipe von Trainer Raimondo Ponte gnadenlos ab. Das einseitige Spiel prägte nur einer: Goran Karanovic, vierfacher Torschütze.

Eine Runde nach dem 2:1-Coup gegen die B-Auswahl des Meisters Basel schlug der FCA endgültig und schonungslos auf dem harten Boden der Tatsachen auf. Als Goran Karanovic in der zweiten Hälfte mit einer Triplette innerhalb von sieben Minuten ein imposantes Solo hinlegte, kollabierten die Gäste regelrecht. Die Demontage zum Abschied war nicht mehr zu verhindern, die Gegenwehr verflüchtigte sich.

Die grosse Zeit von Karanovic

Karanovic schubste die Aargauer mit vier Treffern im Alleingang aus der Liga – ausgerechnet jener St. Galler also, dessen Berater vor ein paar Tagen einen öffentlichen Vertrags-Poker entfachte. Er schönte mit seiner herausragenden Leistung eine mehrheitlich missratene Rückrunde. Die Hoffnung, im nächsten Sommer doch noch im europäische Business mitzumischen, hält für den FCSG dank dem zweiten Heimsieg in Folge an.

Für den FCA hingegen ist der Trümmerhaufen nicht mehr zu beseitigen. Die 18. Niederlage im 35. Spiel der Super-League-Saison ist nicht mehr zu korrigieren. Aarau verschwindet zum zweiten Mal seit 1981 aus dem Rampenlicht. Das finanzielle Volumen fehlte, die Qualität im Kader ebenso, taktisch leistete sich der FCA zu viele Timeouts. Spuren hinterliess der Kleinclub wenig, die beträchtliche Differenz zur Konkurrenz war auf keiner Ebene wettzumachen. Selbst das limitierte Vaduz war für das Leichtgewicht Aarau letztlich eine Nummer zu gross.

Glückloser Ponte – markante Sätze

In der sportlichen Not hatte Aarau im März Raimondo Ponte um Hilfe gebeten. Der 60-Jährige mit unzähligen Stationen im Profi-Fussball sollte kraft seiner Erfahrung in der finalen Phase eine Kursänderung bewirken. Ponte, noch nie ein geschliffener Rhetoriker, bewegte wenig, Dynamik kam unter seiner Leitung nicht auf. Seine Bilanz fällt ernüchternd aus: zwei Siege in zehn Spielen. Mit einer Weiterbeschäftigung Pontes ist nicht unbedingt zu rechnen, er strahlt nicht den Optimismus aus, der für einen Neustart wohl nötig wäre.

Bemerkenswert waren dennoch die Worte, die unmittelbar nach der Relegation in St. Gallen fielen. Aaraus Sportchef Urs Bachmann meinte gegenüber dem Teleclub: «Das ist bitter, das tut weh: für den Club, für die Fans, für mich. Aber man hat gesehen, dass in den letzten Wochen nicht alle Spieler sich hundertprozentig gegen den drohenden Abstieg gewehrt haben.» Und Sandro Burki sprach ebenfalls Klartext: «Man bekommt am Ende einer Saison das, was man verdient. Wir haben nicht alles gut gemacht in dieser Saison. Es kommt eben vieles zusammen.» Jetzt brauche es einen Neuanfang in der Challenge League. «Aber zuerst müssen wir den Abstieg verdauen.»

Die Freude nach der Heimniederlage

Für den FC Vaduz wurde die Lage am Pfingstmontag im Rheinpark nur einmal ungemütlich, als Caio in der 70. Minute den verdienten Führungstreffer für die Grasshoppers erzielte. Der Brasilianer nützte nach einer Faustabwehr von Peter Jehle nach einer Flanke von Moritz Bauer den Abpraller zu seinem zehnten Saisontreffer. Da fast gleichzeitig 70 Kilometer nördlich in St. Gallen die Ostschweizer gegen Aarau wieder in Führung gingen, hielt sich der Schaden bei Vaduz aber in Grenzen.

Der Sieg der Zürcher war verdient, verzeichneten sie doch ein klares Chancenplus. Krisztian Vadocz (37.) und Michael Dingsdag (62.) hatten vor dem entscheidenden Treffer nur den Pfosten getroffen, zudem parierte Vaduz' Torhüter Jehle einige Abschlussversuche der Gäste bravourös. Die besten Chancen für Vaduz vergaben Naser Aliji (5.) und kurz vor Schluss Markus Neumayr, dessen Freistoss in der 89. Minute an die Lattenoberkante prallte. Am Ende gab es für die einheimischen Spieler von den gut besuchten Rängen eine Standing Ovation als Belohnung für den Ligaerhalt.

Das zweite Super-League-Abenteurer des FC Vaduz findet trotz der Baisse der letzten Wochen – aus den letzten sechs Spielen resultierte nur ein Punkt – eine Fortsetzung. In der Saison 2008/09 waren die Liechtensteiner in der höchsten Liga überfordert gewesen und stiegen am Ende mit 13 Punkten Rückstand auf den Vorletzten gleich wieder ab. Vaduz darf in der nächsten Saison aufgrund des Cupsiegs in Liechtenstein als sechstes Team der Super League europäisch spielen.

St. Gallen - Aarau 5:1 (1:0) 14'343 Zuschauer. - SR Klossner. - Tore: 16. Karanovic (Aleksic) 1:0. 53. Sliskovic (Andrist) 1:1. 67. Karanovic (Tafer) 2:1. 70. Karanovic (Everton) 3:1. 74. Karanovic (Janjatovic) 4:1. 90. Cavusevic 5:1. St. Gallen: Herzog; Mutsch, Thrier, Eisenring, Facchinetti; Everton, Janjatovic; Tafer (78. Tréand), Aleksic (64. Mathys), Aratore; Karanovic (80. Cavusevic). Aarau: Pelloni; Lüscher, Thaler, Garat, Radice; Burki, Jäckle (59. Wieser), Costanzo; Andrist (63. Feltscher), Djuric (46. Sliskovic); Dante Senger. Bemerkungen: St. Gallen ohne Besle, Gelmi (beide gesperrt), Russo, Rodriguez (beide verletzt), Sikorski, Demiri (beide nicht im Aufgebot), Aarau ohne Jaggy (gesperrt), Mall, Nganga, Gauracs, Mudrinski (alle verletzt). Super-League-Debüt von Eisenring und Pelloni. 40. Pfostenkopfball von Thrier. 88. Lattenschuss von Radice. Verwarnungen: 37. Everton, 43. Djuric, 46. Jäckle, 51. Eisenring, 52. Garat, 74. Thaler (alle Foul).

Vaduz - Grasshoppers 0:1 (0:0) 4710 Zuschauer. - SR Bieri. - Tor: 70. Caio (Bauer) 0:1. Vaduz: Jehle; Stahel, Muntwiler, Untersee; Hasler, Kryeziu, Ciccone, Aliji (87. Von Niederhäusern); Sutter (75. Burgmeier), Neumayr, Schürpf (81. Steven Lang). Grasshoppers: Vasic; Bauer, Wüthrich, Gülen, Pavlovic; Dingsdag, Vadocz; Hossmann (76. Ravet), Fedele, Caio; Tarashaj (84. Ngamukol). Bemerkungen: Vaduz ohne Grippo, Flatz (beide verletzt), Abegglen und Pergl (beide rekonvaleszent), Grasshoppers ohne Michael Lang (gesperrt), Abrashi und Dabbur (beide verletzt). 37. Pfostenschuss Vadocz. 62. Pfostenschuss Dingsdag. 89. Freistoss von Neumayr an die Latte. Verwarnungen: 50. Ciccone (Foul). 81. Neumayr (Foul). 88. Vadocz (Handspiel).

si/fal

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