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«Man muss Möglichkeiten haben, Blatter abzusetzen»

Bayern-Präsident Uli Hoeness gehört zu den Grossen des Weltfussballs. Der Titelsammler betreibt nebenbei mit Erfolg eine Wurstfabrik und spricht immer Klartext. Heute wird Hoeness 60 Jahre alt.

Uli Hoeness ist ein Mann der deutlichen Worte. Und er äussert sich mit dem fast schon arroganten Selbstbewusstsein, das dem mächtigen und erfolgreichen FC Bayern München eigen ist. «Der FC Bayern darf nicht beliebig werden. Wir müssen uns äussern. Zum Beispiel in der Fifa-Sache, da werden wir jetzt auch wieder voll attackieren», sagt Hoeness in einem grossen Interview der «Süddeutschen Zeitung» aus Anlass seines 60. Geburtstags.

Konkreter Anlass dieser Äusserungen von Hoeness sind die jüngsten Berichte des ehemaligen Fifa-Vizepräsidenten Jack Warner, der sagte, Sepp Blatter habe ihm mehrmals TV-Rechte im Gegenzug für Wahlkampfhilfe zugeschanzt. «Und es kommt jede Woche was Neues», ärgert sich der Bayern-Präsident.

«Wir werden das Thema ständig am Köcheln halten»

Der Fifa-Chef müsse in den nächsten zwölf Monaten ganz klar erklären, wie er diesen Sumpf austrocknen wolle, und wenn er das nicht schaffe, «muss man Möglichkeiten schaffen, ihn abzusetzen». Blatter, der im letzten Juni im Präsidentenamt bestätigt wurde, dürfe nicht noch einmal Zeit kriegen bis zum Ende seiner Amtszeit.

Die von Blatter kürzlich eingesetzte unabhängige Kommission bezeichnet Hoeness als Alibiübung. Und er kritisiert, dass die Leute, «die über all die Jahre kassiert haben, weiter im Fifa-Vorstand sitzen». Diese Leute müssten da raus. «Wir werden das Thema jetzt wieder ständig am Köcheln halten», sagt Hoeness weiter. «Wir haben eine Weile Ruhe gegeben, weil wir das Gefühl hatten, es tut sich etwas.» Der FC Bayern werde nun die Missstände im Weltfussballverband öffentlich thematisieren.

39 Titel in der Ära Hoeness als Manager und Präsident

Titel, Titel, Titel: Das ist das, was sich Hoeness – neben Familienglück und Gesundheit – zu seinem 60. Geburtstag wünscht. Der grösste Traum ist natürlich der Sieg des Fc Bayern München im Endspiel der Champions League, das dieses Jahr in der Münchner Allianz-Arena stattfindet.

Hoeness feiert jetzt nicht nur seinen 60. Geburtstag, sondern demnächst auch noch den 30. Jahrestag seiner Wiedergeburt. Im Februar 1982 sass der Jung-Manager des FC Bayern in einem Sportflugzeug, das abstürzte. Er war der Einzige von vier Flugzeuginsassen, der überlebte. «Er ist kein Normalsterblicher», schreibt die «Welt». Schon ein paar Tage nach dem Unglück habe er sich wieder an den Schreibtisch gesetzt und die Bayern vollends zu dem gemacht, was er meint, wenn er sagt: «Mia san mia.» Hoeness ist nicht nur ein Fussballbesessener. Nebenbei betreibt er mit grossem Erfolg eine Wurstfabrik. Und er engagiert sich auch für soziale und karitative Zwecke.

Hoeness ist wohl derjenige Mann, der den FC Bayern am meisten geprägt hat. Im Alter von erst 27 Jahren hatte Hoeness seine Spielerkarriere beim FC Bayern wegen chronischer Kniebeschwerden beenden müssen. Er übernahm 1979 den Managerposten, den er bis 2009 innehatte. Seit zwei Jahren ist er Präsident. In der Ära Hoeness als Manager und Präsident holte Bayern nicht weniger als 39 Titel, zu denen 17 deutsche Meistertitel und ein Champions-League-Sieg gehören.

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