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«Mein Vater ist Muslim – meine Mutter Katholikin»

Auf seine unvergleichliche Art sprach Weltstar Zlatan Ibrahimovic mit CNN International über Terror, Religion, ehemalige Trainer und seine Zukunft.

Er gilt als einer der polarisierendsten Fussballer auf dem Planeten: Zlatan Ibrahimovic, der schwedische Superstar von Paris Saint-Germain, ein ebenso exzentrischer wie genialer Torjäger, ein Spezialist für die speziellen Momente – auf und neben dem Feld. Wie sich der 34-Jährige in dieser Rolle gefällt, zeigt er nahezu wöchentlich. Und das, obwohl er sein Privatleben abschottet und kaum mit den Medien spricht. «Ich habe ein Level erreicht, auf dem ich die Medien nicht mehr brauche – sie brauchen mich», sagte Ibrahimovic einst.

Dennoch erschien er zu einem umfangreichen Interview mit CNN International, wo er Fragen zur Angst nach den Terroranschlägen in Paris, zu ehemaligen Trainern und seiner Zukunft beantwortete.

Das Interview mit Zlatan Ibrahimovic. Quelle: «CNN International»

Dabei zeigte er sich bereits vor dem Gespräch mit Reporterin Amanda Davies bestens gelaunt und in typischer Ibrahimovic-Manier. Als ihm Davies zeigte, von welchen Winkeln er überall gefilmt werde, sagte er: «Braucht ihr wirklich drei Kameras, um mich einzufangen, oder was?» Sichtlich ernster und nachdenklich wurde der Schwede, als er auf die verheerenden Anschläge in Paris, der Stadt, in der er lebt, angesprochen wurde: «Die Atmosphäre ist etwas kalt, es ist nicht wie zuvor. Aber wir müssen vorwärtsschauen, wir können die Zeit nicht zurückdrehen.» Dann wurde er, für seine Verhältnisse, ungewohnt persönlich: «Wissen Sie, mein Vater ist Muslim und meine Mutter Katholikin. Für mich geht es nur um Respekt – so bin ich erzogen worden.»

«Guardiola ist kein Mann»

Sobald das Thema wieder auf den Fussball kam, schaltete der selbst ernannte Fussballgott wieder auf Eisberg. «Egal was passiert ist, Pep Guardiola ist als Trainer super. Zu seiner Person sage ich nichts, denn das ist etwas anderes», so Ibrahimovic, um auf Nachhaken von Davies nachzusetzen: «Er ist kein Mann. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.»

Hingegen für Carlo Ancelotti («Überragender Trainer. Alte Schule, aber eine tolle Person») und José Mourinho («Ein Mastermind. Er weiss genau, was es braucht, um zu gewinnen») hatte er nur lobende Worte übrig. Darauf angesprochen, ob Chelsea-Boss Roman Abramowitsch trotz Krise am portugiesischen Coach festhalten solle, fragte er nur zurück: «Wer hätte Mourinho nicht gerne als Trainer?»

«Brauche keine Leute, die mir den ... lecken»

Wie wenig «Ibra» von Phrasendrescherei hält, bewies er einmal mehr auf die Frage, ob er genug Anerkennung bekomme für das, was er tue: «Ich brauche das nicht, ich weiss genau, was ich mache. Da brauche ich keine Leute, dir mir den ... lecken.» Ebenfalls angesprochen wurde er darauf, ob der aktuelle Vertrag bei PSG sein letzter im Fussballbusiness sei. «Man weiss nie. Vielleicht höre ich auf, vielleicht werde ich ja etwas tun, was kein anderer vor mir getan hat», sagte der Superstar mit einem Grinsen und fügte an: «Ich bin wie Wein, je älter ich werde, desto besser werde ich. Wenn ich entscheide, dass das mein letztes Jahr wird, dann wird es so sein; ich entscheide darüber und kein anderer.»

Zu guter Letzt fragte Davies, wie der Fussball sein werde, wenn er die Schuhe an den Nagel hängen werde. Und auch hier antwortete Ibrahimovic auf seine unvergleichliche Art und Weise, begleitet von einem Lachen: «Das müssen Sie den Fussball fragen. Ich weiss es nicht. Hoffentlich werden sie mich vermissen – ich weiss, dass sie es tun werden.»

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