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«Mit einem Sieg sind sie schon fast an der WM»

Vor dem wichtigen Griechenland-Spiel strotzt Valon Behrami vor Entschlossenheit und Energie: «Wir müssen zeigen, dass wir den Luxemburg-Schock endgültig verdaut haben.»

Valon Behrami ist eine der schillerndsten Figuren des Schweizer Fussballs. Als er 5-jährig war, flüchtete seine Familie aus Kosovo und fand ihr Glück im Tessin. Klein Valon interessierte sich vorerst nur am Rand für Fussball; als begabter Läufer wandte er sich der Leichtathletik zu und entschied vier regionale Crossmeisterschaften für sich. Später, Behrami war 13, schloss er sich dem FC Stabio an – der Anlauf zu einer bemerkenswerten Karriere war genommen.

Beobachtet man Behrami heute auf dem Rasen, glaubt man einen Spieler mit grösstmöglichem Engagement an der Arbeit zu erkennen. In seinem Fall wäre weniger manchmal vielleicht sogar mehr. Gelegentlich wirkt er ungestüm und ungeduldig, was auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass der 23-Jährige bereits in sieben Klubs gespielt hat. Von den Stabio-Junioren wechselte er zu Chiasso, dann zu Lugano, ehe er von Genua verpflichtet wurde. Es folgten Hellas Verona und Lazio als Stationen. Nach der EM 2008 entschied sich Behrami , das Abenteuer West Ham in Angriff zu nehmen. Es passt zum gradlinigen Nationalspieler, dass er den Transfer ohne Wenn und Aber durchzog und sich für einige Millionen Franken aus dem Vertrag herauskaufte.

Wie erleben Sie den Druck, der seit dem 1:2 gegen Luxemburg auf den Schweizern lastet?Das Selbstvertrauen ist bei einem Fussballer von grosser Bedeutung. Es ist klar, dass die Niederlage gegen Luxemburg lange schmerzen wird. Aber mit dem Sieg gegen Lettland haben wir einen ersten Schritt gemacht. Nun müssen wir in Griechenland den nächsten machen.

Für die Griechen ist die Ausgangslage komfortabel, für die Schweiz steht dagegen sehr viel auf dem Spiel.Die Gefühle der Griechen sind sicher anders als unsere, sie haben neun Punkte und Ruhe. Mit einem Sieg sind sie schon fast an der WM. Wir dagegen dürfen auf keinen Fall verlieren. Der Druck liegt nur bei uns.

Was macht Ihnen Mut, dass die Schweizer der Belastung standhalten?Gegen grosse Gegner haben wir stets gut ausgesehen. Ich spiele immer, um zu gewinnen – dieses Mal noch ein bisschen mehr. Wir haben die drei Punkte dringend nötig, aber je nach Spielverlauf kann auch ein Unentschieden wertvoll sein.

Was erwarten Sie vom gegnerischen Team?Wir müssen auf die Standardsituationen und auf die drei Stürmer aufpassen. Die Griechen sind sehr gut organisiert. Aber wir haben schnelle Spieler, mit denen wir sie bei Kontern vielleicht überraschen können.

Sie besetzen mit Stephan Lichtsteiner die rechte Seite. Am Samstag waren im Spiel gegen Lettland Abstimmungsprobleme zu erkennen.Wir müssen noch besser umschalten. Das Wort «umschalten» bekommen wir auch von Ottmar Hitzfeld oft zu hören. Es stimmt schon, dass wir manchmal beide zusammen stürmen. Aber das wird sicher besser.

Sind Sie überrascht, dass sich Lichtsteiner als Ihr Nachfolger bei Lazio auf Anhieb durchgesetzt hat?Nein, überhaupt nicht. Ich ha-be damit gerechnet, dass er Stammspieler wird. Lichtsteiner ist ein guter Spieler.

Auch Ihnen läuft es nach dem Wechsel zu West Ham nach Plan.Was ich gesucht habe, habe ich gefunden. Ich wollte eine neue Herausforderung, und der Trainer baut auf mich.

Die Wirtschaftskrise macht auch vor der Premier League nicht Halt. Es gibt Spekulationen, West Ham sehe sich gezwungen, Spieler zu verkaufen.Ich habe den Sportdirektor darauf angesprochen. Aber er war sehr ruhig und hat mir gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen müsse. Auch der Präsident hat so geredet. Also konzentriere ich mich ausschliesslich auf mein Spiel. Und vor allem zählt jetzt nur das Griechenland-Spiel. Wir müssen zeigen, dass wir den Luxemburg-Schock endgültig verdaut haben.

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