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Mit Schmierseife gegen den Platzsturm?

Ein Fanclub des FC Bayern wirft dem Verein vor, einem Platzsturm der Fans durch «sicherheitsgefährdende Massnahmen» entgegengewirkt zu haben.

Wollen beobachtet haben, wie der Stadionzaun eingeseift wurde: Fans von Bayern München.
Wollen beobachtet haben, wie der Stadionzaun eingeseift wurde: Fans von Bayern München.
Keystone

Es waren etwas wilde Szenen, die man von Feiern aus München so gar nicht kannte, im Mai 2016: Die Spieler des zuvor gekürten deutschen Fussball-Meisters FC Bayern München flüchteten mit ihren Kindern vom Rasen, den plötzlich immer mehr Fans bevölkerten. Die teilten sich Tornetz und Rasenstücke auf, bevor sie nach einer Weile wieder abmarschierten.

Die Bilder von damals und die Erkenntnis, dass plötzlich auch Münchner Fans den Platz stürmen, wenn sie etwas zu feiern haben, blieben haften. Auch beim Fussballklub selbst - und dort so sehr, dass er in diesem Jahr am letzten Spieltag gegen den SC Freiburg (2:1) eine Fanfeier auf dem Rasen unterbinden wollte. Die Münchner Ultragruppe «Schickeria» erhebt dazu jedenfalls schwere Vorwürfe: In einer auf der Webseite Südkurve München veröffentlichten Stellungnahme beschreibt sie, dass der Klub sogar «teils sicherheitsgefährdende Massnahmen» in Kauf nahm.

Schäden an Bandenwerbung

Der Stellungnahme nach sollen die Fluchttore zum Spielfeld verschlossen gewesen sein: «Wäre interessant zu erfahren, ob das im Sicherheitskonzept für den Spieltag in dieser Form so berücksichtigt war und für die Zuschauer im Unterrang alternative Fluchtwege zur Verfügung standen», schreibt die Gruppe. Es handelte sich bei den Toren allerdings nicht um Fluchttore, sondern um Tore ausschliesslich für die Polizei und die Feuerwehr. In Absprache mit Polizei und Feuerwehr entschied sich der Klub dem Vernehmen nach letztlich dazu, die Massnahmen zu ergreifen, um einen erneuten Platzsturm zu verhindern.

Denn zur gesamten Wahrheit gehört auch, dass dem FC Bayern, wie im Übrigen auch anderen Vereinen nach Platzstürmen, vor einem Jahr ein Gesamtschaden in siebenstelliger Höhe an der Bandenwerbung entstand, den der Klub nicht erneut in Kauf nehmen wollte.

Ob es dabei allerdings unbedingt das richtige Mittel ist, den Stadionzaun stellenweise mit Schmierseife einzureiben, um ein Überklettern zu verhindern, wie die «Schickeria» vor dem Spiel beobachtet haben will, bleibt jedoch fraglich. Wäre beim Torjubel etwa ein Fan auf die nicht unmögliche Idee gekommen auf den Zaun zu steigen, hätte er sich leicht verletzen können.

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