Nach den Premieren macht von Ballmoos den Clown

YB-Goalie David von Ballmoos ist erstmals Captain und spielt international erstmals zu null. Zur Belustigung seiner Kollegen.

Gut aufgelegt: YB-Goalie David von Ballmoos.

Gut aufgelegt: YB-Goalie David von Ballmoos. Bild: Reuters

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Mehr als einmal genügte David von Ballmoos ein grosser Abend nicht, damit er seine europäische Premiere feiern konnte. Ob Moskau oder Manchester, Porto oder Partizan – war auf internationaler Bühne die Vorführung beendet, hatte der YB-Goalie mindestens einmal hinter sich greifen müssen. Und wenn die Young Boys für einmal die Null halten konnten, fehlte er mit einer Fleischwunde verletzt. Jenes 2:0 Anfang August 2017 gegen Dynamo Kiew war das letzte Spiel, in dem die Young Boys in einem europäischen Wettbewerb kein Gegentor erhielten. Bis diesen Donnerstag.

Europa und der Emmentaler, es ist keine Liebe auf den ersten Blick. Oder? Als er im 19. Versuch erstmals unbezwungen geblieben ist, gibt sich von Ballmoos ahnungslos. Ihm sei dies gar nicht bewusst gewesen, sagt er. Und meint, solche Statistiken seien etwas für die Medien. «Mich interessiert, dass wir gewonnen haben.»

Roger Assalé trifft zum 1:0. (Quelle: SRF)

Seit 2017 ist von Ballmoos die Nummer 1 bei YB. Er hat gewiss schon arbeitsreichere Abende als den gestrigen erlebt. Gerade in der ersten Halbzeit ist er kaum gefordert. Doch wenn es ihn braucht, dann ist er hellwach. Nach 32 Minuten hält er bei der besten Chance der enttäuschenden Holländer stark gegen Luis Sinisterra. Und als eine weitere halbe Stunde absolviert ist, pariert er Orkun Kökcüs Distanzschuss.

Die Hoffnungen auf einen Punktgewinn keimen bei Feyenoord nie mehr auf. Vor allem die Leistung in der ersten Halbzeit sei stark gewesen, sagt Michel Aebischer. «In der zweiten verteidigten wir dann solidarisch.» Der 22-Jährige spricht, wie er spielt: abgeklärt. Und er ist immer für eine unterhaltsame Überraschung gut. Neben dem Platz sind es Bemerkungen wie jene, als er auf den Einwand, dass der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic im Stadion weilte, mit einem schlichten «toll» antwortet.

Auf dem Spielfeld ist es ein Tunnel wie jener vor dem 2:0. Überhaupt war es eine grossartige Szene des Freiburgers. Erst eroberte er den Ball, dann düpierte er den Gegner und behielt die Ruhe, um Assalé im genau richtigen Moment anzuspielen. Den fälligen Elfmeter verwertete Jean-Pierre Nsame eiskalt.

Das 2:0 durch Jean-Pierre Nsame. (Quelle: SRF)

So viel zu den positiven Punkten. Trotz des ungefährdeten Sieges, der YB nach drei Runden als Leader der Gruppe G dastehen lässt, mussten die Young Boys wieder einmal einen Ausfall beklagen. Fabian Lustenberger machte einen Misstritt, der Captain verletzte sich dabei am Band im rechten Knöchel. Der Fuss ist angeschwollen. Abwarten und kühlen sei nun die Devise, lässt der Club verlauten. Zumindest ein Einsatz am Sonntag gegen Thun ist unwahrscheinlich. Immerhin: Nach dem Spiel läuft Lustenberger relativ rund zum Nachtessen in der VIP-Loge.

In der Kabine der Young Boys geht es da noch ziemlich hoch zu und her. Weil Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani verletzt fehlten, durfte von Ballmoos nach Lustenbergers Auswechslung erstmals in einem Pflichtspiel die Captainbinde tragen. Von den Kollegen wurde er dafür mit Spässen aufgezogen, die Binde behielt er noch lange nach Spielschluss an, wie Nicolas Bürgy mit einem Video beweisen kann. «Ich machte für die Jungs ein bisschen den Clown», sagt von Ballmoos. Für ihn war es ein rundum gelungener Abend – mit zwei Premieren.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Erstellt: 24.10.2019, 23:00 Uhr

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