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Der Rot-Rausschmiss und die Erklärung des Superstars

Spektakel und Theater um Neymars Auftritt beim «Classique»: Der Brasilianer hat seine eigene Sicht der Dinge.

Licht und Schatten für Neymar: Zuerst trifft er, dann fliegt er. Video: Tamedia/Bein Sports

Er wurde zu diesem speziellen Anlass besonders genau beobachtet. Neymars ersten «Classique» nahmen die französischen Sportzeitungen «France Football» und «L’Équipe» beide zum Anlass, den 222-Millionen-Transfer Schritt für Schritt auf dem Platz zu verfolgen. Selbiges taten die Fussballer von PSG-Gegner Olympique Marseille, die den Brasilianer so eng es ging bewachten und wenn nötig auch mit Tritten eindeckten. Offenbar passierte das öfter, denn auch der Pariser Physio verlor ihn nicht aus den Augen: Mehrmals musste Neymar an der Seitenlinie gepflegt werden. «Ich habe Spuren am ganzen Körper», jammerte der Star nach dem 2:2 in Marseille.

Dann fliegt er vom Platz

Ganz genau verfolgte scheinbar auch Schiedsrichter Ruddy Buquet, was Neymar auf dem Rasen so trieb. Besonders in den Minuten 84 und 85, danach wollte Buquet ihn nicht mehr sehen – und stellte ihn vom Platz. Der Stürmer, kurz zuvor bereits erstmals verwarnt, regte sich über ein Foul von Lucas Ocampos derart auf, dass er aufstand und den Übeltäter erbost anrempelte.

Ein Geschenk, das der Argentinier gerne annahm und sich theatralisch zu Boden fallen liess. Da halfen auch alle Diskussionen nichts mehr: Buquet zeigte beiden Spielern Gelb, für Neymar war es dann halt das zweite Mal, was er mit ironischem Applaus quittierte. «Eine übertriebene und ungerechte Entscheidung», befand Neymar: «Nach zwei Fouls in Folge sagte ich dem Schiedsrichter, er solle mal schauen, was dieser Verrückte macht. Und der Schiedsrichter machte das, was er schon lange tun wollte: Er stellte mich vom Platz.» Allerdings fügte er an: «Ich übernehme die Verantwortung für meinen Fehler.» Trainer Unai Emery kritisierte den Unparteiischen ebenfalls und verlangt, dass Stars wie Neymar von den Schiedsrichtern sorgfältiger behandelt, ja, sogar beschützt werden.

Eine spezielle Behandlung für Neymar fanden dafür die für ihre Heissblütigkeit berühmten Marseille-Anhänger. Immer wieder wurde der Dribbelkünstler mit Pfiffen und Beschimpfungen eingedeckt, dazu auch mit Gegenständen beworfen. «Sie warfen alles Mögliche: Baguettes, Organgensaft-Packungen, Cola-Dosen. Das ist kein Fussball mehr», sagte Neymar.

Das ganze Theater könnte Edinson Cavani wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Vor einigen Wochen stritten der Uruguayer und Neymar über die Ausführung von Penaltys und Freistössen, mit etwas Verzögerung setzte sich Neymar durch, der zuletzt in beiden Disziplinen erfolgreich war. In Abwesenheit Neymars trat also Cavani in der 93. Minute beim Stand von 2:1 im Stade Vélodrome zu einem Freistoss an und verwertete spektakulär. Deshalb titelte «France Football» am Tag danach – einem Tag, an dem jede Schlagzeile für Neymar reserviert war: «Cavani rettet PSG in einem verrückten Klassiker.»

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