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Neymars Tränen in Lille

Der Superstar soll sich bei Paris St.-Germain nicht wohl fühlen. Nun wehrt er sich gegen die Gerüchte.

Hier verlässt Neymar die Pressekonferenz vorzeitig. Quelle: AFP.

Die Medien sagen, Neymar sei unglücklich. Die Medien sagen, Neymar nerve sich über seinen Trainer. Die Medien sagen, Neymar wolle weg aus Paris. Neymar sagt, die Medien sollen keine Geschichten mehr erfinden. Und die Medien haben ihre neue Schlagzeile, weil Neymar daraufhin Tränen verdrückt.

Der brasilianische Superstar verlässt eine Pressekonferenz nach dem Testspiel seines Landes gegen Japan (3:1) in Lille am Freitag vorzeitig. Auf die Gerüchte über Probleme bei seinem Verein Paris St.-Germain angesprochen, sagt der 25-Jährige: «Ich sage, was ich denke. Ich bin total realistisch, und ich mag keine Unwahrheiten, die ich über mich lesen muss. Es gibt nichts, was mich an meinem Club stört.»

Als ihn daraufhin Nationalmannschafts-Trainer Neto lobt, bekommt Neymar rote Augen, lehnt sich an seinen Coach und verlässt den Raum (siehe Video).

Privilegierter Superstar

Seit Sommer und seinem 222 Millionen-Euro-Wechsel spielt Neymar nun bei PSG. Sportlich läuft es gut, doch die Gerüchte über seine Unzufriedenheit und Unbeliebtheit bei Mitspielern wurden in letzter Zeit nicht weniger. Es beginnt mit Neymars Privilegien:

Die Klauseln in seinem Vertrag sind skurril. Ihm sollen neben einem Verdienst von 100’000 Euro pro Tag diverse Extras zustehen. Er soll auf dem Spielfeld von allen defensiven Aufgaben befreit sein, in Trainings ist es Teamkollegen verboten, gegen Neymar einzusteigen. Er darf auf Clubreisen als Einziger die persönlichen Sponsoren repräsentieren. Und dann sind da noch zwei Physiotherapeuten, die sich nur um ihn kümmern. Neymar, immer nur Neymar. Das wecke Neid bei den Mitspielern.

Ausserdem soll es einen Penalty-Streit mit Sturmkollege Edinson Cavani gegeben haben. Wie die französische Sportzeitung «L’Equipe» jüngst schrieb, soll nun aber auch noch ein «Graben» zwischen Neymar und Trainer Unai Emery entstanden sein. Der Spieler nerve sich zum Beispiel ob den langen Videoanalysen des Coaches.

In der Ligue 1 unterfordert

Es komme noch hinzu, dass sich Neymar in der französischen Liga unterfordert fühle. Für PSG scheint der nationale Titelgewinn nur Formsache, der Vorsprung auf die Konkurrenz beträgt nach 12 Runden 4 Punkte. Neymar war in 8 Spielen dabei und traf bereits 7-mal, hinzu kommen 6 Assists. Doch die Ligue 1: Nebensache. Denn Neymars Ziel ist der Gewinn grosser Titel: Champions League, WM und die Auszeichnung zum Weltfussballer des Jahres.

Die spanische Zeitung «Sport» schreibt gar, der Ballkünstler könnte am letzten Wochenende eine Verletzung vorgetäuscht haben, um nicht nach Angers an ein Ligaspiel reisen zu müssen (5:0). Wenige Tage später rückte Neymar jedoch fit und bestens gelaunt ins Camp des brasilianischen Nationalteams ein, er traf auch im Test gegen Japan.

Ramos will Neymar schon im Dezember

Penalty-Streit, Unterforderung und ein schlechtes Verhältnis mit dem Trainer führen bereits zu Wechsel-Spekulationen. Gemäss «Mundo Deportivo» aus Spanien sollen sich Florentino Perez, Präsident von Real Madrid, und Neymars Vater und Berater bereits getroffen haben. Und Real-Captain Sergio Ramos zeigte im Radiosender «El Larguero» schon einmal Interesse: «Ich hätte gerne die Besten in Madrid, und Neymar ist einer von ihnen. Jetzt wäre es wohl einfacher, als ihn direkt von Barça zu holen.» Neymars Vertrag bei PSG läuft eigentlich bis 2022, Ramos aber sagt: «Von mir aus kann er schon im Dezember kommen.»

Geht es nach Neymar, ist das alles nicht wahr: «Was mich stört, sind die Storys, die über mich in die Welt gesetzt werden, über Probleme mit meinem Trainer oder mit Cavani. Diese Dinge stimmen einfach nicht.» Kurz darauf folgen Neymars Tränen von Lille.

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