GC mauert YB zum Titel

Der FCB verzweifelt an der Defensiv-Taktik von Fortes GC und spielt nur Unentschieden – zur Freude von YB. Xamax siegt auswärts in Luzern.

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An einem Samstag, an dem sie nicht im Einsatz standen, wurden die Young Boys zum 2. Mal in Folge und zum 13. Mal in ihrer Geschichte Schweizer Meister. Die Entscheidung fiel, als Basel im St.-Jakob-Park gegen die Grasshoppers nur zu einem 0:0 kam. Noch bevor sie am Sonntag im Letzigrund gegen den FC Zürich ihr Spiel der 29. Runde austragen, können die Young Boys in der Tabelle nicht mehr eingeholt werden. Sie erringen den Meistertitel also sieben Runden vor Schluss. Derart früh stand in der vor 16 Jahren eingeführten Super League nur der FC Basel als Meister fest, und zwar am Ende der Saison 2016/17.

In eigener Liga

Die Young Boys hatten ihren letztjährigen Meistertitel mit einer phänomenalen Leistung in der Rückrunde errungen. In dieser Saison waren die Darbietungen der Berner unter Trainer Gerardo Seoane sowohl im Herbst als auch im Frühling phänomenal. Ihre restlichen acht Spiele können sie noch dafür verwenden, die verschiedensten Rekorde zu brechen, die zur Mehrheit vom FC Basel gehalten werden.

Rekordsaison

In den ersten 28 Runden errangen die Berner 24 Siege. Die einzige Niederlage war ein 2:3 daheim gegen Luzern.

Die reizvollsten Rekorde sind die des Punkte-Totals und der Anzahl geschossener Tore. Basel hält die Bestleistungen mit 86 Punkten und mit 92 Toren. Um die Basler in beiden Wertungen zu überflügeln, müssen die Berner in ihren letzten acht Spielen noch zwölf Punkte holen und 15 Tore schiessen.

In der Winterpause, als die Young Boys schon mit 19 Punkten Vorsprung führten, sagte Gerardo Seoane, er rechne für den Frühling mit ein paar Rückschlägen. Rückschläge? Sie sind eingetreten, wenn man je ein Unentschieden in Thun und in Basel als solche bezeichnen will. Eher aber hat es sich bei einem einzigen Rückschlag bewendet, beim 0:4 im Cup-Viertelfinal in Luzern, beim Ergebnis, das aus dem Rahmen fällt. Wie gehe ich mit dem Schweizer Cup um? In diesem Metier zumindest sind die Berner noch Lehrlinge.

Luzern verliert erneut

Beim FC Luzern scheint der Effekt des Trainerwechsels bereits verpufft. Die Innerschweizer verlieren gegen Neuchâtel Xamax vor eigenem Publikum 0:1 und bleiben zum fünften Mal in Folge ohne Sieg. Als die Niederlage schon fast besiegelt war, die dritte im vierten Spiel gegen Aufsteiger Neuchâtel Xamax notabene, kam der FC Luzern einem Tor doch noch zwei Mal nahe. Zunächst schoss Pascal Schürpf aus spitzem Winkel über das Tor (90.), dann scheiterte Oliver Custodio mit einem Weitschuss an Xamax' Torhüter Laurent Walthert (92.).

Zu späte Reaktion

Es waren späte Lebenszeichen von einem Team, das zuvor seine Zuschauer masslos enttäuschte. Es wirkte gehemmt, fahrig und uninspiriert wie nie vorher in einem Spiel unter dem neuen Trainer Thomas Häberli. Im Aufbau reihten die Luzerner Fehler an Fehler. Sie waren so schwach und verunsichert, wie es ein Team ist, das seit nunmehr fünf Spielen nicht mehr gewonnen hat. Länger wartet nur der abgeschlagene Tabellenletzte Grasshoppers auf einen Erfolg.

Und plötzlich fragt man sich: Ist der Effekt des Trainerwechsels von René Weiler zu Thomas Häberli bereits verpufft? Zumindest ein kräftiges Nein war die Leistung des FCL nicht. Nach acht Spielen, in denen es zuletzt stetig abwärts ging, ist Häberlis Bilanz negativ. Den zwei Siegen stehen drei Unentschieden und drei Niederlagen gegenüber.

Xamax überzeugt defensiv

Xamax überliess die Initiative zwar weitgehend dem Heimteam, doch die Mannschaft von Stéphane Henchoz war defensiv sehr gut organisiert und kam schon vor dem Siegestor von Kemal Ademi (80.) durch Afimico Pululu zu zwei guten Chancen. Unverdient war der Sieg der Neuenburger nicht.

Xamax vergrösserte den Vorsprung auf den Tabellenletzten Grasshoppers auf sieben Punkte und hat plötzlich sogar den rettenden 8. Platz im Blick. Lugano ist nur noch vier Zähler entfernt und selbst der Rückstand auf Luzern beträgt bloss fünf Punkte.

Resultate:

Basel - Grasshoppers 0:0
22'004 Zuschauer. - SR Schärer.
Basel: Omlin; Widmer, Suchy, Balanta (91. Campo), Petretta; Xhaka (71. Kuzmanovic), Frei; Okafor, Zuffi, Zhegrova (75. Stocker); Albian Ajeti.
Grasshoppers: Lindner; Asllani, Nathan (60. Taipi), Cvetkovic, Zesiger, Pusic; Nedim Bajrami (88. Tarashaj), Diani, Kamber (76. Ngoy); Ravet, Caiuby.
Bemerkungen: Basel ohne Cömert (gesperrt), Bua (rekonvaleszent/U21) und Van Wolfswinkel (krank). Grasshoppers ohne Djuricin, Rhyner (beide gesperrt), Basic, Sigurjonsson, Kastrati, Pinga, Arigoni und Arlind Ajeti (alle verletzt). 81. Omlin befreit Ball via Latte.
Verwarnungen: 53. Zesiger (Foul), 78. Albian Ajeti (Reklamieren).

Luzern - Neuchâtel Xamax 0:1 (0:0)
8080 Zuschauer. - SR Hänni.
Tor: 80. Ademi (Nuzzolo) 0:1.
Luzern: Zibung; Schwegler, Lucas, Cirkovic, Sidler; Schulz, Voca (83. Custodio); Schneuwly (76. Demhasaj), Vargas, Schürpf; Eleke.
Neuchâtel Xamax: Walthert; Sejmenovic, Xhemajli, Djuric, Kamber; Gomes, Serey Die, Di Nardo (71. Corbaz); Doudin; Nuzzolo (90. Ramizi), Pululu (65. Ademi).
Bemerkungen: Luzern ohne Knezevic, Juric und Schmid (alle verletzt), Neuchâtel Xamax ohne Oss (gesperrt). 37. Lattenschuss von Eleke. 80. Lattenschuss von Nuzzolo (Ademi trifft im Nachschuss)
Verwarnungen: 30. Sidler (Foul). 95. Serey Die (Unsportlichkeit). 97. Walthert (Spielverzögerung). (SDA)

Erstellt: 13.04.2019, 18:47 Uhr

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