Ohne Xhaka müssen die Arsenal-Fans leiden

Granit Xhaka verpasst ein kurioses Spiel zwischen Manchester United und Arsenal. Die Gunners sind froh, wenn der Schweizer wieder mit von der Partie ist.

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Dass der Begriff Doppeladler am Donnerstag von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zum Wort des Jahres in der Deutschschweiz erklärt wurde, dürfte Granit Xhaka wohl kaum bewegt haben. Vielmehr dafür das Resultat, mit dem sich Arsenal in der 15. Runde der Premier League am Mittwochabend hatte aus dem legendären Old Trafford in Manchester verabschieden müssen. Die Gunners spielten gegen United 2:2, obwohl sie zweimal in Führung gegangen waren.

Xhaka stand für einmal nicht auf dem Feld. Der 26-Jährige hatte sich am Sonntag im Heimspiel gegen Tottenham (4:2) kurz nach der Pause eine Verwarnung eingehandelt. Weil es die fünfte Gelbe Karte in der laufenden Meisterschaft an seine Adresse gewesen war, musste er eine Spielsperre absitzen.

Ausgerechnet das Schlagerspiel in Manchester verpasste der 70-fache Schweizer Nationalspieler. Seine letzte Absenz liegt lange zurück. Seit Februar 2017 fehlte er Arsenal in der Premier League während 65 Partien nicht mehr.

«We miss you Granit Xhaka»

Coach Unai Emery musste den Captain im Mittelfeld ersetzen und liess an seiner Stelle Mattéo Guendouzi auflaufen. Der erst 19-jährige Franzose machte seinen Job zwar nicht schlecht, vermochte die Anhänger der Gunners aber nicht vollends zu überzeugen. Sie vermissten Xhaka schmerzlich und einige von ihnen hoben dies in den sozialen Medien bereits während der ersten Halbzeit hervor.

Nach Spielende war für noch mehr Arsenal-Fans klar, welchen Einfluss der Schweizer auf ihr Team hat. «Granit Xhaka spielt eine Schlüsselrolle, keine Debatte mehr», schrieb einer auf Twitter. «Granit Xhaka ist Teil unseres Rückens, egal ob es dir gefällt oder nicht», schob ein anderer nach. Dutzende solcher und ähnlicher Tweets sind im Netz zu finden.

Knapp über der Torlinie

Noch mehr für Gesprächstoff und Online-Kommentare sorgten dann die kuriosen Szenen, die das Duell zwischen den beiden Traditionsclubs prägten. United-Torhüter David de Gea unterlief in der 26. Minute nach einem Kopfball von Shkodran Mustafi ein Lapsus, der den Gästen das 1:0 einbrachte. Ander Herrera versuchte zwar noch zu klären, doch die Torlinien-Technologie bewies, dass der Ball knapp hinter der Linie war.

Das Heimteam reagierte prompt auf den Rückstand und schaffte nur vier Minuten später den Ausgleich durch Anthony Martial. In der 36. Minute wurde Stephan Lichtsteiner von Emery eingewechselt. Der Captain der Schweizer Nationalmannschaft ersetzte Rob Holding, da sich der Verteidiger verletzt hatte.

Aufreger bis zum Schluss

Auch nach der Pause konnten sich die Zuschauer nicht über fehlendes Spektakel beklagen. Die beiden Mannschaften schenkten sich keinen Zentimeter Rasen. Arsenal legte nach 68 Minuten erneut vor. Henrikh Mkhitaryan und Alexandre Lacazette profitierten von einem Fehler der United-Abwehr, wobei Letzterer am Abschluss gehindert wurde, doch den Ball im Fallen noch über die Linie drücken konnte. Keine Minute später nutzte Jesse Lingard einen groben Schnitzer von Sead Kolasinac zum 2:2 aus.

In der Schlussphase sorgte Lacazette für eine Slapstick-Einlage. Der 2:1-Schütze köpfelte Keeper de Gea den Ball aus der Hand und rechnete zuerst tatsächlich damit, dass sein 3:2 zählt.

Zudem hat Marouane Fellaini während dem Laufduell mit Guendouzi festgestellt, dass er seine langen Haare gerne wieder zurück hätte.

Für den United-Mittelfeldspieler dürfte das Endresultat (2:2) zum Haareraufen gewesen sein. Obwohl sich die Gastgeber letztlich bei ihrem Torhüter bedanken konnten, der ihnen mit einigen starken Paraden noch den einen Punkt sicherte. Denn mit diesem Remis kommt die von José Mourinho trainierte Mannschaft in der Tabelle nicht vom Fleck (weiterhin Rang 8), während die Londoner als Fünftplatzierte am Spitzenquartett dran bleiben.

Mourinhos emotionale Achterbahnfahrt

Neben dem Feld war Mourinho wieder einmal in den Fokus geraten. Zuerst regte sich der Portugiese auf:

Und dann wieder ab, wie diese versöhnliche Geste mit einem jungen Fan beweist:

(ddu)

Erstellt: 06.12.2018, 12:32 Uhr

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