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Penaltykrimi, aber FCZ verdienter Sieger

Der FC Zürich hat sich nach einem dramatischen Spiel bei Sturm Graz für die 1. Hauptrunde des Uefa-Cups qualifiziert.

Nach dem 1:1 im Hinspiel vor zwei Wochen in Zürich setzte sich das Team von Trainer Bernard Challandes in der Steiermark im Penaltyschiessen mit 4:2 durch, nachdem es nach 120 Minuten 1:1 geheissen hatte.

Torhüter Johnny Leoni und der eingewechselte Adrian Nikci avancierten im Penaltyschiessen zu den Helden der Zürcher. Leoni parierte den letzten Versuch der Österreicher von Petr Hlinka mirakulös, der erst 18-jährige Adrian Nikci sorgte mit seinem souverän verwandelten Penalty für die Entscheidung.

Die Zürcher erbrachten damit die von Challandes erhoffte «Heldentat» und schafften zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren die Qualifikation für den UEFA-Cup. Die Auslosung für die 1. Runde findet heute Freitag in Monaco statt. Um das Mindestziel, die Qualifikation für die lukrative Gruppenphase, zu erreichen, muss der FCZ, der nicht zu den gesetzten Teams gehört, allerdings noch eine weitere Hürde überspringen.

Alphonse vergab Matchball

Einen ersten Matchball für die Zürcher hatte Stürmer Alexandre Alphonse bereits in der Verlängerung vergeben, als er nach einem herrlichen Durchspiel mit Almen Abdi alleine vor dem Tor nur die Latte traf (111.). Die mögliche Entscheidung zugunsten des Co- Leaders der österreichischen Bundesliga vergaben Sekunden vor Ablauf der 120 Minuten Mario Haas und Hlinka. Der Schuss des Grazer Captains lenkte Leoni um den Pfosten, der Kopfball Hlinkas nach dem anschliessenden Corner aus kürzester Distanz war zu harmlos.

Ein Sieg der Österreicher wäre aber letztlich unverdient gewesen. Der FCZ, der in der Steiermark von rund 600 mitgereisten Fans unterstützt worden war, zeigte in der mit 15 322 Zuschauern ausverkauften UPC-Arena eine engagierte Leistung und rehabilitierte sich für die magere Darbietung im Hinspiel. Die Zürcher bestimmten mehrheitlich das Spiel und erspielten sich auch ein klares Chancenplus. Auch der Ausfall von Captain Hannu Tihinen in der 91. Minute verkraftete der Dritte der Super League problemlos.

Furioser Beginn

Der FCZ war fulminant in die Partie gestartet und übernahm gleich mit dem Anpfiff das Spieldiktat. Die von Challandes sehr offensiv gewählte Ausrichtung mit den drei Stürmern Alphonse, Eric Hassli und Dusan Djuric sowie Abdi als hängende Spitze zahlte sich bereits nach fünf Minuten aus. Ein missglückter Befreiungsschlag von Graz-Hüter Schicklgruber landete bei Abdi, der nach einem Doppelpass mit Hasslis Kopf alleine vor dem Tor auftauchte und souverän in die nahe Ecke traf.

Die Reaktion der Grazer liess allerdings nicht lange auf sich warten. Haas überlief in der 11. Minute im rechten Couloir Abwehrchef Tihinen nach einem Steilpass problemlos. Den Rückpass des Grazer Captains drosch Andreas Hölzl aus 18 Metern unter die Latte und verwandelte die UPC-Arena für kurze Zeit in einen Hexenkessel. Knapp drei Minuten später doppelte Haas, wie bereits im Hinspiel Sturms bester Spieler, beinahe nach. Sein Schuss touchierte die Lattenoberkante; Leoni wäre erneut machtlos gewesen.

Wie bereits in der ersten Halbzeit verzeichneten die Zürcher aber auch nach dem Seitenwechsel mehr Spielanteile, allerdings fehlte vor dem Tor zu oft die nötige Präzision und Cleverness. Chancen zum Sieg in der regulären Spielzeit vergaben Florian Stahel (57.), Hassli (59.) und Alphonse (70.). Während Stahel und Hassli das Ziel mit ihren Kopfbällen knapp verfehlten, lenkte Schicklgruber den Schuss von Alphonse mit den Fingerspitzen über die Latte. Das Heimteam suchte sein Heil vermehrt mit Kontervorstössen, richtig gefährlich wurde es aber vor dem Tor von Leoni aber nie.

Tihinens Ausfall, Kochs Debüt

In der Verlängerung hatten die Zürcher den Ausfall von Captain Tihinen zu verkraften. Der Finne wurde vom Bosnier Samir Muratovic, der angeschlagen ins Spiel gegangen war, mit einem Ellbogenschlag niedergestreckt. Anstelle Tihinens kam der erst 17-jährige Philippe Koch zu seinem Debüt im FCZ-Dress. Der U17-Nationalspieler spielte auf der rechten Abwehrseite für Stahel, der in die Innenverteidigung rückte, und zeigte eine ansprechende Leistung.

Nach dem Erfolg gegen Sturm Graz spielt der FC Zürich damit zum dritten Mal in den letzten vier Jahren im UEFA-Cup. 2005 scheiterte der FCZ in der 1. Runde an Bröndby Kopenhagen, im letzten Jahr überwinterten die Zürcher im Europacup und zogen erst im 1/16-Final gegen den Hamburger SV den Kürzeren. Mit dem Sieg gegen Graz gelang den Zürchern auch eine Revanche im doppeltem Sinn. Sturm Graz verhinderte 1999 den Einzug des Schweizer Meisters Servette in die Champions League, vor zwei Jahren scheiterte der FCZ in seinem letzten Duell mit einem österreichischen Team an Red Bull Salzburg und verpasste damit den Einzug in einen europäischen Wettbewerb.

si/fal

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