Petkovic oder Hitzfeld – wer machte mehr Nationalspieler?

Vladimir Petkovic verhilft immer wieder Spielern zu ihrem Debüt. Allerdings längst nicht so emsig wie sein Vorgänger Ottmar Hitzfeld.

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Manchmal könnte man den Eindruck bekommen, dass unter Vladimir Petkovic die Türen für angehende Nationalspieler sperrangelweit offen stehen. Bei den Zusammenzügen vor den Länderspielen herrscht immer wieder reges Kommen und Gehen. Gleich zwei Neulinge schafften es für die EM-Qualifikationsspiele gegen Georgien und Gibraltar diesmal in das Aufgebot von Vladimir Petkovic: Cedric Itten vom FC St. Gallen und Michel Aebischer von Meister YB. Die beiden neuen Gesichter profitierten von zahlreichen verletzungsbedingten Absagen des Stammpersonals.

Petkovic ist kein Schweizermacher wie die Polizisten Max Bodmer (Walo Lüönd) und Moritz Fischer (Emil Steinberger) im gleichnamigen Erfolgsfilm von Rolf Lyssy aus dem Jahr 1978. Aber Petkovic macht aus Schweizer Fussballern Nationalspieler. Allerdings längst nicht so emsig wie Ottmar Hitzfeld.

Von Widmer bis Vargas

26 Profis sind es bisher, die unter dem aktuellen Nationaltrainer ihr Debüt gegeben haben. Petkovics Debütant Nummer 1 war der heutige FCB-Rechtsverteidiger Silvan Widmer am 14. Oktober 2014 gegen San Marino. Als bisher letzter Frischling feierte Ruben Vargas am 8. September 2019 gegen Gibraltar seinen Einstand. Bisher stand Petkovic in 58 Partien als Trainer der Schweizer Nationalmannschaft am Spielfeldrand. Bei 26 Debütanten bedeutet das: Petkovic hat fast in jedem zweiten Spiel einen neuen Nationalspieler gemacht.

Petkovics Vorgänger Ottmar Hitzfeld schaffte es, zwischen August 2008 und seinem Rücktritt nach der WM 2014 in Brasilien sogar 40 Spieler mit einem Debüt im roten Tenü zu belohnen. Gleich fünf Spieler hob er bei seinem Einstand gegen Zypern im August 2008 in den Stand eines Nationalspielers: Valentin Stocker, Alain Nef, Almen Abdi, Sandro Burki und Eldin Jakupovic. Die meisten haben es geschafft, sich als festen Bestandteil ins Kader zu spielen. Einige blieben aber auch als One-Hit-Wonder oder gar ohne Einsatz auf der Strecke, konnten sich nicht durchsetzen. Total hat der heute 70-Jährige in 61 Spielen während seiner Amtszeit 74 Spieler aufgeboten, acht davon hat er nicht eingesetzt (siehe Box).

Itten und Aebischer die Nummern 27 und 28?

Cedric Itten und Michel Aebischer haben gegen Georgien und Gibraltar die Chance die Nummer 27 und 28 in der Ära Petkovic zu werden. Aber sie gehören jetzt schon zu den Vorbildern für die vielen jungen Kicker in den U-Auswahlen. «Jeder neu aufgebotene Spieler ist für meine Jungs eine Motivation», sagt U-21-Nationaltrainer Mauro Lustrinelli. Der Coach der zweithöchsten Schweizer Auswahl stellt mit Eray Cömert und Ruben Vargas derzeit zwei Spieler für die A-Nationalmannschaft ab, die noch in der U-21-Auswahl im Kader figurieren. Auch Noah Okafor wechselte schon zwischen den beiden Auswahlen.

Die Durchlässigkeit sei vorhanden, und auch die Zusammenarbeit zwischen den Trainern Lustrinelli und Petkovic funktioniere gut. «Wir tauschen uns regelmässig aus, und auch die Kommunikation ist gut», sagt Lustrinelli. Der Wechsel zwischen den Junioren und dem A-Team funktioniere auch für die Spieler reibungslos. Sie wüssten, dass der Konkurrenzkampf gross ist, aber Konkurrenz belebt das Geschäft. Am Ende profitieren die Spieler und auch die Schweiz.


Dritte Halbzeit – der Tamedia-Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Erstellt: 13.11.2019, 16:16 Uhr

Ära Petkovic

Aufgebotene ohne Einsatz:


  • Eray Cömert

  • Jonas Omlin

  • Gregor Kobel

  • David von Ballmoos

  • Ulisses Garcia

  • Anto Grgic

  • Michael Frey



Quelle: Rotweiss

Ära Hitzfeld

Aufgebotene ohne Einsatz :


  • Marco Mathys

  • Philippe Koch

  • Germano Vailati

  • Steven Zuber

  • Roman Bürki

  • Alberto Regazzoni (3 Länderspiele unter Köbi Kuhn)

  • Patrick Müller (Aufgebot für Moldawien-CH am 28.3.2009 ohne Einsatz, 81 Länderspiele u.a. unter Kuhn)

  • Boris Smiljanic (hatte vorgängig 1 Länderspiel unter Gilbert Gress und 2 unter Köbi Kuhn)



Quelle: Rotweiss

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