Pfiffe für einen Mann, den GC sehr gut brauchen kann

Die Grasshoppers spielen gegen Aarau 0:0, Debütant Oliver Buff wird vom eigenen Anhang geschmäht.

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Beim Schmähplakat, da waren die Anhänger der Grasshoppers irgendwie übereifrig. Dieses Mittel haben sie schon beim Auswärtsspiel in Schaffhausen verbraucht. Dabei war damals das Ziel ihres Ärgers noch gar nicht im Team. Also mussten gestern Pfiffe und minutenlange Beleidigungen reichen, als Oliver Buff in der 77. Minute zum ersten Mal in seinem Leben ein Fussballfeld in einem GC-Leibchen betrat.

Natürlich, Buff hatte zuvor zwölf Jahre lang das Trikot des FC Zürich getragen. Er wusste vor seiner Unterschrift, dass ihn bei GC keine Liebe auf den ersten Blick erwarten würde. Aber die Leute in der Kurve müssen sich schon ein paar Fragen gefallen lassen. Warum immer die Mutter mitbeleidigt werden muss etwa. Oder ob sie nicht gottenfroh sein müssten, dass sie einen Spieler mit Buffs Qualitäten im eigenen Team haben.

Das 0:0 gegen Aarau jedenfalls war ein einziges Plädoyer für einen Spieler des Typs Buff. Pro Halbzeit kombinierte sich GC je genau einmal ansehnlich über den Platz. Zweimal war Giotto Morandi der Mann, der am Ende zum Abschluss kam. In der 58. Minute stand er sogar ganz alleine vor Aaraus Goalie Nicholas Ammeter, vergab aber die beste Chance der gesamten Partie.

«Wir schiessen einfach zu wenig Tore»

Ansonsten waren die GC-Angriffe viel zu einfach zu berechnen. Meist wurde mit einem weiten Ball einer der Flügel Petar ­Pusic oder Nikola Gjorgjev gesucht, die ihre Geschwindigkeit ausspielen sollten. Darauf allerdings schienen die Aarauer vorbereitet, die mit der Motivation einer gewonnenen Stadion-Abstimmung angereist waren. Nach der Partie brauchte GC-Trainer Uli Forte nicht lange, um die Problemzone seines Teams zu benennen: «Wir schiessen einfach zu wenig Tore.» Vor allem im Vergleich zu Leader ­Lausanne. Dort kommen die Stürmer Aldin Turkes und Andi ­Zeqiri auf 25 Tore. Das sind gleich viele wie alle Grasshoppers zusammen.

Wobei das Problem von GC nicht unbedingt im Sturm liegt. Es ist das zentrale Mittelfeld, aus dem wenig bis gar keine Impulse für schnelles Umschalten oder überraschende Rhythmuswechsel kommen. ­Veroljub Salatic gibt bisher einen äusserst ruhenden Pol im defensiven Mittelfeld und legt kaum einmal den Vorwärtsgang ein. Djibril Diani (21) und ­Morandi (20) vor ihm fehlt in den entscheidenden Momenten oft die nötige Ruhe.

Womit wir wieder bei Buff wären. «Fachleute wissen, welche Qualitäten er hat», stellte sich Captain Salatic nach der Partie vor Buff, «er kann mit seinen Spielanlagen für uns noch extrem wichtig werden.» Goalie Mirko Salvi appellierte an die Fans: «Man muss ihm Vertrauen schenken, wenn man will, dass er Tore für uns schiesst.» Und Tore, die hat GC dringend nötig, wenn es die sechs Punkte Rückstand auf Leader Lausanne noch wettmachen will.

Telegramm:

GC - Aarau 0:0
Letzigrund. – SR Jaccottet. – 5150 Zuschauer.
GC: Salvi; Arigoni, Basic, Souare, Wittwer; Salatic; Gjorgjev (87. Alves), Morandi (70. Subotic), Diani (77. Buff), Pusic (83. Rustemoski); Ben Khalifa. Bemerkungen: GC ohne Cvetkovic und Cabral (beide gesperrt).


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Erstellt: 24.11.2019, 18:25 Uhr

Vertrag bis 2024

GC verlängert mit Allen Njie

Kurz vor dem Spiel gegen Aarau gab der Grasshopper Club eine Vertragsverlängerung bekannt: Der junge Liberianer Allen Njie unterschrieb bis 2024, sein Vertrag davor lief bis 2023. Njie stiess im Januar 2019 aus seiner Heimat zu GC, den Schritt in die erste Mannschaft machte er aber erst im Sommer. Seither gehört der 20-Jährige meist zum Stamm von Trainer Uli Forte und kommt im zentralen Mittelfeld neben Captain Vero Salatic auf viel Einsatzzeit. In zwölf Challenge-League-Partien erzielte Njie bisher ein Tor. (mro)

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