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Problemkind Pogba

Paul Pogba wird bei Manchester United zum Sündenbock – die Statistik befeuert die Krise des Rekordtransfers.

Der teuerste Spieler aller Zeiten: Manchester United zahlte 114 Millionen Franken für Paul Pogba. (Bild: Twitter/Adidas)
Der teuerste Spieler aller Zeiten: Manchester United zahlte 114 Millionen Franken für Paul Pogba. (Bild: Twitter/Adidas)
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Wurde in der renommierten Nachwuchsabteilung von Le Havre ausgebildet: Pogba als Junior (Bild: Twitter/Seine-maritime.info)
Wurde in der renommierten Nachwuchsabteilung von Le Havre ausgebildet: Pogba als Junior (Bild: Twitter/Seine-maritime.info)
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Als wäre eine Saison ohne Champions League nicht schon beschämend genug, verliert Manchester United bereits nach fünf Runden in der Premier League den Anschluss an die Spitze. Sechs Punkte Rückstand auf Stadtrivale City sind aus der Sicht des englischen Rekordmeisters eine grosse Hypothek.

Schuld ist natürlich José Mourinho, der es als Nachfolger von Louis van Gaal noch nicht geschafft hat, dem Team eine taktische Philosophie zu vermitteln, die unabhängig vom Gegner über eine längere Periode greift. Nach drei Startsiegen verliert Mourinho gegen Erzrivale Guardiola und kassiert auch noch gegen Watford eine empfindliche 1:3-Pleite.

Elf Pflichtspiele in Serie hatte ManUnited gegen Watford zuletzt gewonnen, nach der Niederlage droht der teuersten Mannschaft der Liga nun das Mittelmass. Der grosse Verlierer ist Rekordtransfer Paul Pogba, für 114 Millionen Franken von Juventus gekommen, leistet der Franzose nur Magerkost.

Exemplarisch war der Auftritt von Pogba gegen Watford. Der Mann in der Mitte spielte lediglich 47 Pässe, wovon gerade mal 70 Prozent auch beim Mitspieler ankamen. Höhepunkt der Peinlichkeit war, als Pogba in der ersten Halbzeit dem Schiedsrichter bei einem Querpass in die Beine schoss.

Zur Pause reagierte Mourinho mit einem strategischen Wechsel und transferierte den 23-jährigen Mittelfeldspieler von der 8 auf die 6 – neben Marouane Fellaini. An der Seite des Belgiers gelang ihm aber nichts Sehenswertes. Schön anzusehen, war lediglich ein Schuss an die Querlatte. Unschön dagegen die Szene mit Behrami, für einen Schubser gegen den Schweizer Nationalspieler sah Pogba die Gelbe Karte.

Die Bilanz am Ende: Sechs Balleroberungen, zwei Abschlüsse, zehn erfolgreiche Pässe ins Angriffsdrittel, ein Pass in den Strafraum. Statt sich bei den Fans für diese blamable Leistung zu entschuldigen, versuchte der teuerste Spieler der Welt, die aufgeheizten Gemüter der Anhänger von Manchester United mit einem bedeutungslosen Tweet zu besänftigen.

Zum Glück gibt es da noch José Mourinho, der vergangene Woche nach dem 0:1 in der Europa League gegen Rotterdam noch etwas wortkarg war, die Enttäuschung in der heimischen Liga gegen Watford aber ausführlich kommentierte und dabei auch auf Paul Pogba zielte.

«Ich weiss, dass wir nicht das perfekte Team haben, dass wir viele noch unfertige Spieler haben, die Fehler machen», sagte Mourinho. «Meine Sorge war von vornherein, ob und wie sie mit negativen Momenten umgehen werden, die früher oder später eintreten werden. Ich habe das Gefühl, dass einige wohl zu viel Druck und Verantwortung spüren.»

Dem Druck nicht gewachsen ist in den Augen von Mourinho vor allem Pogba, der als Rekordtransfer diesen Sommer eine ungeheure Last zu tragen hat. «Ich möchte, dass Paul das vergisst und einfach nur Fussball spielt», so Mourinho, «ich habe vollstes Vertrauen in ihn, denn ich weiss, was für ein Spieler er ist.»

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