«Neymar kann Paris Saint-Germain verlassen»

Sportdirektor Leonardo will den wechselwilligen Stürmer ziehen lassen. Weil der Brasilianer beim Trainingsauftakt fehlte, drohen ihm Konsequenzen.

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Kaum ein Tag vergeht ohne Neymar-News. Nachdem der brasilianische Superstar am Montag das erste Training von Paris Saint-Germain nach der Sommerpause geschwänzt hat, sorgt nun ein Interview mit dem Sportdirektor für Schlagzeilen. Gegenüber «Le Parisien» sagt Leonardo: «Neymar kann PSG verlassen.» Der 49-Jährige hält allerdings fest: «Wenn es ein für alle passendes Angebot gibt.» Ein solches liege derzeit nicht vor. «Wir wissen nicht, ob oder zu welchem Preis ihn jemand kaufen möchte», ergänzt er mit Verweis darauf, dass Neymars Vertrag mit PSG noch drei Jahre (bis Ende Juni 2022) laufe.

Leonardo bestätigt im Interview, dass Gespräche mit dem FC Barcelona stattgefunden haben. «Wir hatten allerdings sehr oberflächliche Kontakte», ergänzt der ehemalige Profi, der von 1996 bis 1997 bei PSG spielte. Und er betont einmal mehr, dass «keine konkreten Angebote vorliegen». Der Sportdirektor macht zudem eine Aussage, die jener von PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi gleicht: «PSG möchte sich auf Spieler verlassen, die bleiben und etwas Grosses aufbauen wollen.»

Auf die Frage, weshalb Neymar am Montag nicht ins PSG-Training eingerückt ist, antwortet Leonardo: «Er machte Verpflichtungen gegenüber seinem Institut und einem Sponsor. Dies waren jedoch keine mit dem Verein vereinbarten Termine.» Und er kündigt Konsequenzen an: «Wir werden die zu treffenden Massnahmen untersuchen, wie wir es für alle Mitarbeiter getan hätten, und wir werden sie aussprechen.» Wann Neymar ins Training zurückkehre, weiss der Sportdirektor nicht. Der derzeit noch verletzte 27-Jährige war am Sonntag noch in Rio de Janeiro beim Copa-América-Triumph der brasilianischen Nationalmannschaft gegen Peru (3:1) im Maracanã-Stadion auf der Tribüne gesessen.

Neymars Vater: «Kein Drama»

PSG hatte am Montagabend mit einer offiziellen Mitteilung auf die Trainingsabwesenheit des Stürmerstars reagiert und bereits Massnahmen angekündigt. «Sie erfolgte ohne vorherige Genehmigung des Clubs. Der Verein bedauert diese Situation und wird daher geeignete Massnahmen ergreifen», hiess es darin. Die Antwort von Neymars Vater und Berater liess nicht lange auf sich warten. Gegenüber dem TV-Sender Fox Sports Brasil bemühte er sich um Aufklärung und sagte, sein Sohn werde erst am kommenden Montag nach Frankreich zurückkehren, weil er in den nächsten Tagen noch an Anlässen seiner Stiftung teilnehme. «Das ist schon seit einem Jahr geplant. Die Termine liessen sich nicht verschieben. Neymar wird am 15. Juli zurückkehren. Kein Drama. PSG wurde informiert.»

Neymar hatte 2017 für die bisherige Rekordablöse von 222 Millionen Euro vom FC Barcelona nach Paris gewechselt. Sein Vertrag läuft noch bis 30. Juni 2022. Neymar, der im Juni von einer Frau der Vergewaltigung bezichtigt wurde, will aber zurück nach Spanien, zurück nach Barcelona, wie er schon mehrmals geäussert hat.

Das sind die zehn teuersten Transfers der Fussballgeschichte. (Video: Tamedia)

(ddu/dpa)

Erstellt: 08.07.2019, 20:10 Uhr

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