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Warum Ramon Vega als Blatter-Nachfolger gescheitert ist

Das Bewerbungsfenster ist zu: Ein Schweizer bewirbt sich um Sepp Blatters Nachfolge, zwei andere zogen ihre Kandidatur im letzten Moment zurück.

Ramon Vega kann nicht zur Wahl als Fifa-Präsident antreten, ihm fehlt die Unterstützung der Mitgliedverbände.
Ramon Vega kann nicht zur Wahl als Fifa-Präsident antreten, ihm fehlt die Unterstützung der Mitgliedverbände.
Keystone

Einige Augenbrauen wurden vor Verwunderung zusammengezogen, als Ramon Vega vor acht Tagen über die BBC verlauten liess, er überlege sich eine Kandidatur als Fifa-Präsident. Der Mann mit Kontakten bis ins britische Königshaus begründete sein Vorpreschen mit seiner Erfahrung in der Fussball- und Finanzwelt.

«Reicht das?», fragten sich Kritiker. «Bekommt er die Unterstützung von fünf Fifa-Landesverbänden, um als Kandidat antreten zu können?» Die «Schweiz am Sonntag» sagte Ja. Sie schrieb noch vor ein paar Tagen: «Ex-Nati-Star hat genügend Stimmen für eine Kandidatur». Das ist offenbar falsch, Vega kandidiert nicht, er hat die nötige Anzahl von fünf Stimmen nicht aufbringen können.

Das Hin und Her der Uefa

Diese fünf Stimmen aufgebracht hat nach eigenen Aussagen Vegas Landsmann Michel Zen-Ruffinen. Und doch zog er seine Kandidatur zurück: «Einige Kandidaten sind sehr stark, daher macht es für mich wenig Sinn, mich aufstellen zu lassen.» Der Walliser begründet seinen Rückzug gegenüber dem britischen Journalisten Rob Harris damit, dass ihm der grosse Support von mächtigen Verbänden fehle.

Damit bleibt mit Gianni Infantino ein Schweizer in der Ausmarchung um Blatters Nachfolge. Die Uefa sprach ihm gestern die «uneingeschränkte Unterstützung» aus. Dies ist insofern bemerkenswert, als das gleiche Komitee noch vor zwölf Tagen ihrem Präsidenten Michel Platini trotz der Bestechungsvorwürfe ebenfalls die «volle Unterstützung» versichert hatte. Die Uefa lässt Platini fallen. Es ist ein Meinungsumschwung, der die Uefa-Kandidaten kaum stärkt.

Ein Favorit, viele Aussenseiter

Nun treten acht Männer an, um dem Fussballweltverband ein neues Gesicht zu geben. Es sind neben Infantino auch Scheich Khalifa Sulman bin Ibrahim, Mitglied der bahrainischen Königsfamilie und Präsident der Asiatischen Fussball-Föderation (AFC). Er gilt als Kronfavorit und hat die Stimmen der asiatischen Verbände auf sicher. Dazu den Support von Scheich Sabah al-Ahmad aus Kuwait, der bereits Thomas Bach zur Wahl zum IOK-Präsidenten verholfen hat.

Weitere Kandidaten sind der jordanische Prinz Ali bin al-Hussein, Ex-Fifa-Generalsekretär Jérôme-Champagne, David Nakhid aus Trinidad und Tobago, der Südafrikaner Mosima Gabriel «Tokyo» Sexwale und der Liberianer Musa Bility. Dazu, wenn zugelassen: Michel Platini. Da Vega nicht antritt und Zico ebenfalls verzichtet, ist mit dem ehemaligen GC-Mann David Nakhid ein ehemaliger Fussballer im Rennen. Mit Platini allenfalls ein zweiter.

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