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«Real ist nicht nur Ronaldo»

Der FC Basel lässt sich von den grossen Namen Real Madrids (Mittwoch, 20.45, live auf Redaktion Tamedia) nicht beeindrucken. «Wir werden auf drei Punkte gehen», sagt Flügelstürmer Derlis Gonzalez.

Respektvoll, aber zuversichtlich: Paulo Sousa vor dem Highlight gegen Real Madrid.
Respektvoll, aber zuversichtlich: Paulo Sousa vor dem Highlight gegen Real Madrid.
Keystone

Eigentlich ist die Ausgangslage für den FC Basel aussichtsreich. Dem Schweizer Meister genügt im Heimspiel vom Mittwoch ein Punkt zur definitiven Achtelfinal-Qualifikation, falls der kriselnde FC Liverpool gleichzeitig in Sofia gegen Ludogorez Rasgrad verliert. Eigentlich. Würde der Gegner nicht Real Madrid heissen. Das «weisse Ballett» stellt momentan die wohl höchste Hürde im europäischen Fussball dar – wie der FCB beim 1:5 im Bernabéu am eigenen Leib erfahren musste. Nichtsdestotrotz denkt der Basler Trainer Paulo Sousa noch nicht ans Endspiel in Liverpool vom 9. Dezember, sondern nur ans letzte Heimspiel: «Morgen ist unsere erste Chance für die Achtelfinal-Qualifikation. Wir spielen immer, um zu gewinnen. Das entspricht unserer Mentalität.»

Sousa ist kein Fantast. Der Portugiese ist sich bewusst, dass beim FCB alles, aber auch wirklich alles zusammenpassen muss, um gegen das Starensemble um seinen Landsmann Cristiano Ronaldo eine Chance zu haben. «Real ist nicht nur Ronaldo, sondern hat viele starke Individualisten. Wir brauchen eine magische Nacht. Aber es liegt an uns, dafür zu arbeiten. Wir glauben daran», erklärt der 44-Jährige. Es wäre das frühzeitige Sahnehäubchen auf eine Champions-League-Kampagne, die Bernhard Heusler schon jetzt als «erfolgreich» bezeichnet: «In einem Pflichtspiel, in dem es auch noch um etwas geht, gegen Real Madrid anzutreten, das ist einfach nur wunderschön.» Aber auch der Präsident will sich nicht nur zurücklehnen. «Die Ausgangslage macht mich zwar etwas relaxter, aber der sportliche Ehrgeiz ist halt immer da», meint Heusler.

Gonzalez' Selbstvertrauen

Bei den Basler Spielern muss man nicht lange nach der Motivation fragen. «Für mich ist schon im Hinspiel mit dem Tor in meinem Champions-League-Debüt ein Traum in Erfüllung gegangen», schwärmt Derlis Gonzalez. Er habe schon als Junge Real immer im Fernsehen bewundert, und deshalb sei der Vergleich mit den Königlichen «fantastisch». Der Paraguayer darf sich seines Platzes am rechten Flügel relativ sicher sein, hat doch in den letzten Wochen das Angriffsquartett mit ihm, Luca Zuffi, Shkelzen Gashi und Breel Embolo am meisten überzeugt. Und auch der 20-jährige Südamerikaner zeigt keinen falschen Respekt: «Wir gehen auf drei Punkte, und ich möchte wieder ein Tor schiessen.»

Das ist ein hehres Anliegen gegen eine Mannschaft, die in Primera Division und Champions League 14 Siege in Serie mit 56 geschossenen Toren aneinander gereiht hat. Und die Madrilenen denken gar nicht daran, diesen Lauf ausgerechnet im St.-Jakob-Park abreissen zu lassen. «Es wird ein schwieriges Spiel, aber wir wollen die Serie fortführen und mit einem guten Resultat den Gruppensieg sichern», erklärt Raphael Varane. Für seinen Chef steht ebenfalls der erste Gruppenrang im Vordergrund, weshalb sich die Fans auf grosse Namen freuen dürfen. «Ich werde die beste Mannschaft aufstellen, die mir zur Verfügung steht», versichert Carlo Ancelotti.

Real jagt Rekord

Der italienische «Mister» ist trotz des Champions-League-Siegs immer noch hungrig nach Erfolg. Dass sein Team mit einem Vollerfolg gegen den FCB die legendäre Serie von 15 Siegen in allen Wettbewerben aus der Saison 2011/12 egalisieren kann, ist für ihn «schön, aber nicht im Vordergrund»: «Wir haben mit harter Arbeit und Konzentration ein gutes Niveau erreicht. Wir wollen einfach in jedem Spiel mit Überzeugung auftreten.» Ancelotti erwartet ein «interessantes Spiel, weil beide Mannschaften die Punkte wollen» – genau wie Varane.

Der französische Innenverteidiger ist aber über die Situation hinter dem Leader nicht ganz im Bilde, denn er spricht davon, dass Basel unbedingt punkten müsse, um weiterzukommen. Selbst bei einer Kanterniederlage ist dem FCB das Finale an der Anfield Road nicht mehr zu nehmen. Umso unbeschwerter können die Basler die Sensation anstreben.

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