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Real kann «Barça» nicht bezwingen

Der FC Barcelona verlässt das Santiago Bernabéu ungeschlagen und geht nach dem 1:1 bei Real Madrid dem 21. Meistertitel unbehelligt und mit acht Punkten Vorsprung entgegen.

Kein Sieger in der «Clasico»: Reals Marcelo versucht, Barcelonas Star Lionel Messi zu stoppen.
Kein Sieger in der «Clasico»: Reals Marcelo versucht, Barcelonas Star Lionel Messi zu stoppen.
Keystone

Der FC Barcelona ist nach dem 1:1 bei Real Madrid fast Meister. Acht Punkte wird das beste Team in den letzten sechs Runden kaum verspielen. Im ersten von vier Duellen zwischen den Erzrivalen innerhalb von 18 Tagen schossen Messi und Ronaldo die Tore mittels Penalty.

Der erste «Clasico» endete mit einem Patt. Drei weitere Male kommt es in den nächsten drei Wochen zum ewigen Duell um die Krone im spanischen Fussball. Der Auftakt machte die Meisterschaftspartie der 32. Runde - und da ging es eigentlich nur ums Prestige. Die Vorentscheidung um den Titel in der Primera Division war schon zuvor gefallen.

Enttäuschendes Duell

Das war von Beginn weg zu spüren. Spielerisch war das Niveau gut, aber emotional wurden die Millionen von Fans vor dem TV rund um den Globus enttäuscht. Eruptionen erlebte das Bernabéu in den 90 Minuten nicht; obwohl das Spiel mit zwei Penaltys und einer Roten Karte Argumente für intensive Gefühle bereit hielt.

Um den Emotionen auf die Sprünge zu helfen, brauchte es den Auftritt von Real-Coach José Mourinho nach der Partie. Der Portugiese wetterte über den Schiedsrichter und andere Feinde dieser Welt. Er hatte kein Verständnis für die Rote Karte gegen seinen Verteidiger Raul Albiol, dessen Foul zum Penalty und zur Führung Barcelonas durch Lionel Messi (53.) geführt hatte. «Albiol wurde einfach rausgenommen aus dem Spiel. Für ein Foul, das kein Foul war.» Ich hätte sehen wollen, was Barcelona mit einem Spieler weniger angestellt hätte.

Mourinhos Taktik...

Mourinhos Auftritt und Ausführungen mussten einen (taktischen) Hintergrund haben. Dass Albiol in der fraglichen Szene David Villa umgerissen hatte, muss der zweifache Champions-League-Sieger selbst von der Trainerbank aus gesehen haben. Vor den drei weiteren Duellen gegen den spielerisch an sich übermächtigen FC Barcelona skizzierte Mourinho schon mal das Thema der kommenden Tage: wir gegen alle. Diese Taktik ging vor einem Jahr mit Inter ganz hübsch auf.

Mourinho sorgte aber auch auf dem Rasen für einen nicht ungeschickten Schachzug. Unter dem Eindruck der 0:5-Demütigung von Ende November nominierte er diesmal drei defensive Mittelfeldspieler (neben den gesetzten Xabi Alonso und Sami Khedira auch den Portugiesen Pepe) und opferte dafür den Spielgestalter Mesut Özil.

Wenige Highlights

So entwickelte sich ein Spiel mit viel Ballbesitz von Barcelona, aber beidseits wenig Torszenen. Entsprechend fielen beide Tore mittels Foulpenalty. Dass Real in Unterzahl kurz vor Schluss noch den Ausgleich erzwang, nützt im Hinblick auf die Meisterschaft wenig. Aber sie brachte die Erkenntnis, dass Barcelona nicht unerreichbar ist.

«Die kämpferische Leistung mit 10 Mann wird Real einen Schub geben für nächsten Spiele», mutmasste Barcelonas Captain Xavi. Auch er weiss: Entscheidend ist vor allem die Schubkraft in den Champions-League-Halbfinals am 27. April und 3. Mai. Und dann werden auch auf dem Rasen wieder mehr Emotionen gelebt.

si/fal

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