Eklat in der letzten Minute: Ex-Basler rempelt Freiburg-Trainer um

David Abraham hat Christian Streich rüde attackiert. Die Szene sorgte für ein Handgemenge in der Nachspielzeit.

Frankfurts Kapitän David Abraham rempelt Heimtrainer Christian Streich um, es folgen unschöne Szenen. (Video: sky sport)

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Die Zeichen standen auf Sieg und eine freudige Partynacht im Breisgau. Freiburg führte nach einem Treffer von Nils Petersen seit der 77. Minute. Dank seinem 50. Tor für die Breisgauer feierte der SC Freiburg den sechsten Saisonsieg. Frankfurt schob hingegen Frust. Und der entlud sich in der Nachspielzeit und endete in einem Skandal.

In der Nachspielzeit liess Freiburg-Trainer Christian Streich einen Ball ins Aus passieren, blieb aber stehen, als der Frankfurter an ihm vorbeirannte, um das Spielgerät zu holen. Streich provozierte Abraham offenbar, indem er dem Argentinier etwas zurief. Der Eintracht-Captain rammte Streich daraufhin heftig. So, dass dieser auf den Rücken stürzte. Der Trainer am Boden – das war den Reservisten und dem Staff zu viel. Die Freiburger-Ersatzbank knöpfte sich den Übeltäter vor.

«Der Trainer ist heilig»

Es kam zu einem hässlichen Gerangel. Nachdem sich alles wieder etwas beruhigte, zeigte Schiedsrichter Felix Brych Abraham die Rote Karte (90.+6). Und auch der ausgewechselte Freiburger Vincenzo Grifo (90. + 10) kassierte Rot. Er wurde durch den Videobeweis überführt. Der Offensivspieler hatte Abraham ins Gesicht gegriffen. Schon in der ersten Halbzeit musste Eintrachts Schweizer Mittelfeldspieler Gelson Fernandes frühzeitig mit Gelb-Rot unter die Dusche.

«Der Trainer ist heilig, ist geschützt. Persönliche Attacken gegen den Trainer darf es nicht geben», sagte Sky-Experte Didi Hamann, «ich gehe davon aus, dass Abraham eine sehr lange Sperre bekommen wird. Ich denke nicht, dass wir ihn noch vor Weihnachten spielen sehen.»

Fredi Bobic war auf Sky mit den Kommentatoren einig, dass die Szene nicht tolerierbar sei, die Fragen dazu gingen Frankfurts Manager aber auf die Nerven. Zumindest reagierte er gereizt. «Das darf Abraham nicht machen, das ist klar. Er ist sehr emotional und hat sich von ihm (Streich, Anmerk. d. Red.) provoziert gefühlt. Aber es ist nicht gut, dass die hochemotionale Endphase alles überschattet.»

Dann wurde Bobic von Sky-Reporterin Jessica Libbertz gefragt, was Streich zu Abraham gesagt hat? Seine verärgerte Antwort darauf: «Das hat Sie nicht zu interessieren. Das bleibt in der Kabine.» Vielmehr regte sich der Eintracht-Manager über die Ampelkarte für Gelson Fernandes auf, die dieser seiner Ansicht nach wegen einer «Lappalie» sah. «Wenn der Schiedsrichter eine Linie vorgibt», so der Vorwurf des Sportchefs an Felix Brych, «dann soll er dabei bleiben und nicht wechseln.»

Wenn man vom «jungen Büffel» umgerannt wird

So lag es an Christian Streich aufzuklären, was in der Nachspielzeit am Spielfeldrand vorgefallen war und was er zu Abraham gesagt hatte. Der Freiburg-Trainer: «Der Ball ist schnell ins Aus gekommen und ich bin dort gestanden. Abraham ist ein höchst emotionaler Spieler. Ich komme nicht weg und er rennt mich über den Haufen. Das war ein heisses Spiel und Fussball ist ein Kampfsport. Darum: Runterfahren und nicht dumm schwätzen.»

Streich versuchte, der Szene Wirkung zu nehmen. «Er war Vollgas unterwegs und ich bin nicht zuständig, das Spiel schnell zu machen.» Der Freiburg-Trainer sprach davon, dass «Abraham die Sicherungen durchbrannten». Verletzt habe er sich nicht. Auf die Frage nach der Schulter sagte er: «Es ist alles okay. Ich habe schon vor dem Sturz versucht, den Körper anzuspannen.» Dennoch liege es mit 54 Jahren nicht drin, sich auf den Beinen zu halten, wenn man von einem jungen Büffel umgerannt werde.

Nach Sky-Informationen sprachen sich Streich, Abraham und Grifo nach dem Spiel in der Kabine aus. Und auf Twitter liess er über den Club verlauten: «Ich bin kein besonders nachtragender Mensch», sagte Streich. «Er hat sich entschuldigt und die Sache ist erledigt.»

Erstellt: 10.11.2019, 21:46 Uhr

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