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Rückkehrer Dudar und die Finalspiele

Nach drei Spielsperren steht Emiliano Dudar den Young Boys am Sonntag in Zürich wieder zur Verfügung. Hart sei es gewesen, zuschauen zu müssen, sagt der Verteidiger. Auf dem Weg zum Titel stehe YB nun vor vier Finalspielen.

Seit Sonntag ist sie rund ums Stade de Suisse zu spüren, die grosse Erleichterung bei den Young Boys. Nach dem 4:1 gegen Xamax und der deutlichen Niederlage des FC Basel zur gleichen Zeit bei den Grasshoppers liegen sie in der Tabelle wieder drei Punkte vor dem FCB. Trainer Vladimir Petkovic hatte ja auch nach den Niederlagen bei GC und bei Sion immer behauptet, sein Team befinde sich auf Meisterkurs. Nach dem Sieg gegen die Neuenburger wird diese Aussage auch von der Tabelle wieder deutlicher unterstützt.

Bei einem YB-Akteur war die Erlösung am Sonntag noch grösser als beim Rest der Mannschaft. Verteidiger Emiliano Dudar spazierte mit seinem kleinen Sohn Santino durch den Kabinengang des Stade de Suisse und gratulierte seinen Teamkollegen zum Erfolg. Die Partie gegen Xamax hatte er verpasst. Dudar sass die letzte von drei Spielsperren ab, mit denen er für seinen Tritt gegen Aaraus David Marazzi Anfang April bestraft worden war. «Es war eine schwierige Zeit. Ich musste zuschauen und konnte dem Team nicht helfen», sagt Dudar einige Tage nach dem Sieg gegen Xamax im Stadionrestaurant. Er ist blendender Laune, lobt das schöne Wetter und meint: «Ich bin froh, kann ich am Sonntag in Zürich wieder dabei sein.» Auf der Tribüne hatte der Argentinier miterlebt, wie die junge YB-Abwehr ohne ihren Patron einige heikle Momente zu überstehen hatte. «Die hätte es aber auch mit mir auf dem Platz geben können. Bei der Niederlage gegen GC war ich ja dabei», sagt er.

«Das ist nicht mein Stil»

Mit Tipps an seine Verteidigerkollegen hielt er sich während seiner Sperre zurück («Ich wollte sie nicht nervös machen»). Stattdessen habe er stets so trainiert, als ob er vor einem Einsatz stünde. Und er machte sich Gedanken über den Grund seines Ausrasters im Aarau-Spiel. «Um ehrlich zu sein: Ich habe keinen gefunden. Dieser Tritt, das ist überhaupt nicht mein Stil. Ich bin kein grober Spieler, und auch in dieser Situation hätte ich kühlen Kopf bewahren sollen.» Stattdessen habe er die Nerven verloren und einen Fehler gemacht, «wie er bei einem Menschen vorkommt». Sein Fehlverhalten hat Dudar eingesehen, die Dauer der Sperre fand er trotzdem ungerecht. Dem Ärger machte auf ungewöhnliche Art und Weise Luft: auf seinem Facebook-Profil. «So konnten meine Familie und meine Bekannten in Argentinien teilhaben an meinen Gedanken und meiner Situation», erklärt er.

Nun kehrt Dudar also ins Team zurück. «Vier Finalspiele» stünden YB gegen Zürich, St.Gallen, Luzern und Basel bevor, sagt er. Dass der Titel bereitliege, davon könne keine Rede sein. «Allenfalls haben wir uns am Sonntag gegenüber Basel einen kleinen Vorteil verschafft und sind unserem grossen Ziel einen Schritt näher gekommen.» Gefragt, ob er in seiner Karriere bereits einen Titel gewonnen habe, schüttelt Emiliano Dudar vehement den Kopf und verwirft die Hände: «Nein, noch nie. Als ich in Brasilien für Vasco da Gama spielte, waren wir im Cup und in der Meisterschaft nahe dran. Gereicht hat es dann aber nicht.» Im Fernsehen verfolgte Dudar letzte Woche die zwei letzten Finalspiele des SC Bern und betrat dabei Neuland: «In Argentinien kennt man Eishockey nicht. Ich war beeindruckt, wie hart es in dieser Sportart zu- und hergeht.» Im Erfolg des SC Bern solle YB den Ansporn sehen, auch den Meisterpokal im Fussball nach Bern zu holen.

Gespräche nach Saisonende

Nicht erst seit der Zwangspause wissen die YB-Verantwortlichen, was sie an Dudar haben. Einen Vertrag bis 2012 hat der 28-jährige unterschrieben, als er letzten Sommer aus Bellinzona nach Bern kam. Im Vergleich zu anderen YB-Leistungsträgern ist er ein billiger Arbeitnehmer. Weil Dudars Auftritte anderen Vereinen nicht verborgen geblieben sind und weil die Young Boys seinen Wert kennen, ist der Klub interessiert, den Vertrag – zu verbesserten Konditionen – vorzeitig zu verlängern. «Ich kann mir gut vorstellen, mich länger bei YB zu verpflichten», sagt der Abwehrchef. Ernsthaft über einen neuen Vertrag gesprochen werde aber erst nach Saisonende. Sagts und verschwindet zum Training. Die vier Finalspiele warten.

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