Roma schockt Messis Barça

Nach dem 3:0 in der 82. Minute flippte der Römer Fussballkessel aus. Die Sensation war perfekt. Gedemütigt wurde gestern auch ManCity-Coach Guardiola.

Rom schiesst Barça aus der Champions League. Video: Tamedia/SRF

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Das entscheidende Tor für die AS Roma erzielte kurioserweise der Innenverteidiger Kostas Manolas und stürzte das Stadio Olimpico mit dem 3:0 in der 82. Minute in grenzenlose Ekstase. Der Grieche im Dienste der Römer verwertete einen Eckball per Kopf und belohnte das Heimteam für einen beherzten Auftritt.

Davor hatten Edin Dzeko bereits in der 6. Minute und Romas Captain Daniele De Rossi rund zehn Minuten nach der Pause mittels Foulpenalty (58.) getroffen. Bereits vor dem 3:0-Sieg hatten die erstmals seit Einführung der Champions League in die Halbfinals vorgestossenen Römer mehrere gute Chancen nicht nutzen können.

Es sollte sich aber nicht ­rächen, weil Barcelonas Motor gar nie warmzulaufen schien. Das katalanische Aufgebot mit Stars wie Lionel Messi und Luis Suárez kam in Rom zu ­keiner nennenswerten Chance und wirkte ideenlos. Die AS Roma hingegen zeigte über das ganze Spiel hinweg eine überaus disziplinierte Abwehrleistung und sorgte dafür, dass Messi und Suárez bis zum Schluss blass blieben. Barça scheitert somit zum dritten Mal in Folge und verpasst in der Königsklasse zum vierten Mal seit 2014 die Halbfinals.


Bilder: City gewinnt, Rom wirft Barça raus


Im März vor einem Jahr hatte der FC Barcelona gegen Paris Saint-Germain nach einem 0:4 im Achtelfinal-Hinspiel zur grossen Wende angesetzt und das zweite Duell 6:1 gewonnen. Diesmal scheiterte Barça nach einem klaren Vorsprung (4:1) überraschend in der Runde der letzten acht.

ManCity scheitert nach gutem Start

Spätestens mit Bekanntgabe der Aufstellungen war auch der Plan des ausgewiesenen Taktikers Pep Guardiolas offensichtlich: Guardiola spielte mit einer Dreierabwehr, Fernandinho sollte diese bei drohender Gefahr notfalls unterstützen. Die Vorgabe des Spaniers also war nicht zu übersehen. Manchester City wollte mit den Waffen zurückschlagen, mit denen Liverpool im Hinspiel die 3:0 Differenz gelegt hatte: Hohes Pressing, schnelles Umschalten, den Gegner überrumpeln.

Nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, da setzten seine Kräfte auf dem Feld die Vorgaben ein erstes Mal wie gefordert um. Raheem Sterling setzte Liverpools Verteidiger Vigil van Dijk halb mit Tempo, halb mit Foulspiel so unter Druck, dass dieser den Ball preis gab. Über Fernandinho und Sterling fand der Ball in der Mitte Gabriel Jesus, City jubelte ein erstes Mal.

Guardiolas Wut, Klopps Starre

Jürgen Klopp und Liverpool mussten mit dem 0:1 zur Pause noch zufrieden sein. In 45 Minuten brachten die Reds gerade einmal einen Torschuss zu Stande; die erste und einzige Chance bis zur Pause hatte Alex Oxlade-Chamberlain, Sekunden vor dem Pausenpfiff. City dagegen war gleich mehrfach nur wenige Meter am zweiten Treffer vorbeigeschrammt. In der 41. Minute traf Bernardo Silva mit seinem Abschluss nur den Pfosten. Eine Minute später drückte Leroy Sané den Ball über die Torlinie, Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz sah dem Treffer eine Offside-Situation des Deutschen vorangegangen.

Vermeintliches 2:0: Der Treffer von Sané wird aberkannt. (Quelle: Tamedia/SRF)

Es war dieser Entscheid, den Guardiola weder verstehen noch akzeptieren konnte. Wutentbrannt rannte der Spanier nach dem Pausenpfiff aufs Feld, erst um Fernandinho von Schiedsrichter Mateu Lahoz zu entfernen, dann, um ebendiesen Mateu Lahoz selbst mit einer Schimpftirade einzudecken. Guardiola zeigte ein Gebaren, das man eher von seinem Gegenüber erwartet hätte. Die Konsequenz, der Katalane musste die zweite Halbzeit von der Tribüne aus mitansehen.

Salah bestätigt seine Form

Klopp seinerseits blieb in der ersten Halbzeit überraschend ruhig. Er schien wie seine Mannschaft zeitweise schlicht zu beeindruckt von Citys Tempo und Wille. Oder weil er wusste, dass die Chance für Liverpool schon noch kommen würde. Sie kam. Nach Guardiolas Verbannung auf die Tribüne vermochte City im zweiten Durchgang die Parforceleistung aus der ersten Halbzeit nicht zu wiederholen.

Liverpools Chance kam nach nicht ganz einer Stunde - und sie wurde in Person von Mohamed Salah sogleich genutzt. Der Ägypter, dessen Einsatz bis Minuten vor Spielbeginn offen geblieben war, bewies ein weiteres Mal seine vorzügliche Verfassung. Salahs 39. Treffer im 44. Pflichtspiel nahm der Partie die Spannung, Manchester City hätte sie 5:1 gewinnen müssen, um erstmals in der Vereinsgeschichte in den Halbfinal der Champions League vorzustossen. Am Ende resultierte für Liverpool sogar ein Sieg, weil Roberto Firmino noch das 2:1 (77.) gelang.

Manchester City - Liverpool 1:2 (1:0)
55'000 Zuschauer. SR Mateu Lahoz (ESP).
Tore: 2. Gabriel Jesus 1:0. 56. Salah 1:1. 77. Firmino 1:2.
Manchester City: Ederson; Walker, Otamendi, Laporte; Fernandinho; Bernardo Silva (74. Gündogan), De Bruyne, David Silva (66. Agüero); Sterling, Gabriel Jesus, Sané.
Liverpool: Karius; Alexander-Arnold (81. Clyne), Lovren, Van Dijk, Robertson; Milner, Wijnaldum, Oxlade-Chamberlain; Salah (89. Ings), Firmino (81. Klavan), Mané.
Bemerkungen: Manchester City ohne Danilo, Mendy und Stones, Liverpool ohne Can, Gomez, Lallana, Matip (alle verletzt) und Henderson (gesperrt). 41. Pfostenschuss von Bernardo Silva. 42. Tor von Sané aberkannt (Offside). 45. Pep Guardiola auf Tribüne verbannt.
Verwarnungen: 14. Mané (Foul) und Ederson (Unsportlichkeit). 29. Alexander-Arnold (Foul). 30. Bernardo Silva (Reklamieren). 34. Firmino (Foul). 66. Van Dijk (Foul).

AS Roma - FC Barcelona 3:0 (1:0)
57'000 Zuschauer. SR Turpin (FRA).
Tore: 6. Dzeko 1:0. 58. De Rossi (Foulpenalty) 2:0. 82. Manolas 3:0.
AS Roma: Alisson; Manolas, Fazio, Juan Jesus; Florenzi, Nainggolan (77. El Shaarawy), De Rossi, Strootman, Kolarov; Dzeko, Schick (73. Ünder).
FC Barcelona: Ter Stegen; Semedo (85. Dembélé), Piqué, Umtiti, Alba; Sergi Roberto, Rakitic, Busquets (85. Alcacer), Iniesta (80. Andre Gomes); Messi, Suarez.
Bemerkungen: AS Roma ohne Karsdorp und Perotti, FC Barcelona ohne Digne (alle verletzt) und Coutinho (nicht spielberechtigt).
Verwarnungen: 38. Fazio (Foul). 44. Juan Jesus (Foul). 57. Piqué (Foul). 63. Messi (Foul). 72. Suarez (Unsportlichkeit). (ame/san/sda)

Erstellt: 10.04.2018, 20:32 Uhr

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