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«Schakirri! Per favore!»

Bruno und Luca fantasieren über Live-Interviews am Fernsehen.

MeinungVon Fredy Wettstein

«Schon wieder ein Video?», sagt Bruno, aber er hört dann doch interessiert zu, wie Luca ihm von diesem kurzen Bildausschnitt erzählt, der gegenwärtig im Internet breit herumgereicht wird. Es war beim Männerslalom Anfang Jahr in Zagreb, der Deutsche Felix Neureuther, eben Zweiter geworden, nahm das rote ORF-Mikrofon vom Tischchen im Zielraum und sagte: «Nachdem jetzt keiner hier ist, stelle ich die Fragen und antworte auch.» Und so stand er alleine da, den Helm noch auf dem Kopf, stellte die erste Frage, «Herr Neureuther . . .», wechselte die Rolle, gab in seinem bayerischen Dialekt die Antwort, schaute mal schmunzelnd, dann ernsthaft in die Kamera, zuletzt übergab er das Mikrofon dem Reporter, der inzwischen gekommen war, verabschiedete sich mit «Macht es guet, ciao!» und ging.

«Ich sah mir das Video mehrmals an, es ist sehr amüsant», sagt Luca, «und finde, das könnte beispielhaft sein. Die Fernsehsender würden sparen, müssten in den Zielräumen und neben den Spielfeldern keine Reporter mehr haben, und die Athleten und Trainer könnten selber bestimmen, zu was sie gefragt werden wollen.»

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