Lang trifft bei FCB-Sieg – desaströser Abend für Kukeli

Siebtes Tor im fünften Spiel: Michael Lang stürmt auch beim Auswärtssieg in Lausanne mit. Luzern gibt nach dem 2:1 gegen Sion die Rote Laterne ab. Für Burim Kukeli ist es ein Spiel zum Vergessen.

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Der FC Basel konnte die sensationelle 1:2-Niederlage vom September mehr als nur vergassen machen. Das Wichtigste spielte sich schon in den ersten 20 Minuten ab. Beim ersten gelungenen Basler Angriff nach knapp sieben Minuten setzte sich Renato Steffen mit einem Rush im Strafraum gegen zwei Verteidiger durch. Er bediente den allein gelassenen Mohamed Elyounoussi, der Goalie Thomas Castella mit einem platzierten halbhohen Schuss bezwang. Die Waadtländer verdankten es nur Castella, dass es nach der Anfangsphase nicht schon 0:3 hiess. Kurz nacheinander wehrte er mit tollen Paraden gute Abschlussversuche von Elyounoussi und Michael Lang ab.

In den letzten zwei Jahren hatte Lausanne gegen Basel dreimal erst durch Gegentore in der Nachspielzeit verloren. Diesmal war das Team von Trainer Fabio Celestini nicht annähernd in der Lage, den Favoriten bis in die zweite Halbzeit oder sogar in die letzten Minuten zu fordern. Als die Partie längst hätte entschieden sein können, musste Basels Torhüter Tomas Vaclik kein einziges Mal eingreifen. In der Halbzeit hätte der FCB 5:0 führen können.

Kraft tanken vor CL-Showdown

Die Basler konnten es sich in der zweiten Hälfte leisten, ein wenig vom Tempo und vom Druck der Anfangsphase wegzunehmen, ohne die totale Kontrolle über den Match zu verlieren. Auf diese Weise vergeudeten die Basler vor dem Champions-League-Spiel vom Dienstag bei Benfica Lissabon nicht zu viel Kraft. Auch so reichte es vor Lausannes Ehrentor durch den eingewechselten Youngster Andi Zeqiri noch zum 3:0 und zum 4:0. Es trafen Renato Steffen und kurz vorher Michael Lang, der in den letzten fünf Spiele in den verschiedenen Wettbewerben sieben Tore erzielt hat.

So sind die bekannten Kräfteverhältnisse unter den beiden Mannschaften wiederhergestellt. Aus Basler Sicht lautet die Bilanz der letzten 19 Direktbegegnungen: 17 Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage - die allein dastehende, sensationelle Niederlage vom September.

Luzern gibt die Rote Laterne ab

Nachdem die letzten vier Meisterschaftsspiele zwischen den beiden Mannschaften allesamt unentschieden ausgegangen waren, gab es wieder einmal einen Sieger - keinen klaren, aber einen verdienten Sieger. Der Erfolg, mit dem sie die Rote Laterne zumindest bis zum Sonntag Thun übergeben konnten, war für die Innerschweizer und Trainer Markus Babbel nach einer Serie von sieben Niederlagen in neun Spielen in jeder Hinsicht wichtig.

Ein früherer Luzerner und ein früherer Sittener schrieben in ihren neuen Mannschaften die Geschichte des Spiels. Nach einer halben traf Burim Kukeli in Sions Innenverteidigung auf höchst unglückliche Weise zum 0:1 ins eigene Tor, als er, unbedrängt, eine hohe Flanke in Corner ablenken wollte. Kurz vor der Pause verwandelte Reto Ziegler einen Foulpenalty zur erneuten Luzerner Führung. Das Foul am durchbrechenden Shkelqim Demhasaj hatte Kukeli begangen. Der Albaner, der ab 2008 vier Saisons für den FCL gespielt hatte, erwies seiner Mannschaft zweimal in einer Halbzeit einen Bärendienst. Dass Trainer Gabri ihn nach der Pause auswechselte, verwunderte nicht. Dazwischen hatte Salih Uçan nach einem Doppelpass mit Pajtim Kasami ausgeglichen.

Die Luzerner verdienten sich die drei Punkte vor allem in der zweiten Halbzeit, als sie den auf der ganzen Linie enttäuschenden Sittenern keinen einzigen gefährlichen Angriff zugestanden. Auch die letzten zwölf Minuten überstanden sie ohne grosse Probleme, obwohl ihr Stürmer Tomi Juric in der 81. Minute wegen einer Schwalbe mit der Gelb-roten Karte des Feldes verwiesen worden war.

Lausanne - Basel 1:4 (0:2) 3956 Zuschauer. - SR Schnyder. Tore: 7. Elyounoussi (Steffen) 0:1. 39. Ajeti (Petretta) 0:2. 63. Lang (Petretta) 0:3. 66. Steffen (Elyounoussi) 0:4. 80. Zeqiri (Kololli) 1:4. Lausanne: Castella; Monteiro, Manière, Gétaz; Marin, Maccoppi, Tejeda (15. Pasche), Kololli; Campo, Geissmann (60. Zarate); Margiotta (72. Zeqiri). Basel: Vaclik; Akanji, Suchy, Balanta; Lang, Xhaka, Zuffi (73. Fransson), Petretta; Steffen, Ajeti (76. Itten), Elyounoussi (86. Manzambi). Bemerkungen: Lausanne ohne Rochat (gesperrt). Tejeda verletzt ausgeschieden. Basel ohne Bua, van Wolfswinkel, Serey Die, Vailati (alle verletzt) und Gaber (krank). Verwarnungen: 55. Maccoppi (Foul).

Luzern - Sion 2:1 (2:1) 8565 Zuschauer. - SR Hänni. Tore: 30. Kukeli (Eigentor) 1:0. 41. Uçan 1:1. 44. Ziegler (Foulpenalty) 2:1. Luzern: Omlin; Grether, Knezevic, Ziegler, Lustenberger; Christian Schneuwly, Schulz, Schürpf; Vargas (60. Rodriguez), Juric, Demhasaj (79. Ugrinic). Sion: Fickentscher; Maceiras, Angha (72. Pinga), Kukeli (47. Bamert), Dimarco (60. Lenjani); Kasami, Ricardo, Toma; Uçan; Marco Schneuwly, Mboyo. Bemerkungen: Luzern ohne Kryeziu (gesperrt), Schwegler, Arnold, Custodio (alle verletzt) und Schindelholz (rekonvaleszent). Sion ohne Mitrjuschkin, Cümart, Zock und Adryan (alle verletzt). 81. Gelb-rote Karte gegen Juric (Schwalbe). Verwarnungen: 44. Kukeli (Foul vor dem Penalty), 51. Schulz (Foul), 63. Juric (Unsportlichkeit), 63. Angha (Unsportlichkeit), 66. Maceiras (Foul). (sda)

Erstellt: 02.12.2017, 18:44 Uhr

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