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Schweizer ohne Treffer und Ideen

Dem 5:3 über Deutschland folgt für die Schweiz das enttäuschende 0:1 gegen Rumänien. In Luzern leistet sich die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld einen schwachen Auftritt.

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Enttäuschung zum Abschluss der Saison: Innocent Emeghara (l.) und Captain Gökhan Inler sind nach dem Schlusspfiff gegen Rumänien erschöpft und frustriert.
Enttäuschung zum Abschluss der Saison: Innocent Emeghara (l.) und Captain Gökhan Inler sind nach dem Schlusspfiff gegen Rumänien erschöpft und frustriert.
Keystone
Der Jubel der Gäste nach dem einzigen Goal des Abends.
Der Jubel der Gäste nach dem einzigen Goal des Abends.
Keystone
Nati-Rückkehrer Tranquillo Barnetta, gegen Deutschland noch einer der besten auf dem Platz, kann sich gegen die massierte Abwehr der Gäste nicht durchsetzen.
Nati-Rückkehrer Tranquillo Barnetta, gegen Deutschland noch einer der besten auf dem Platz, kann sich gegen die massierte Abwehr der Gäste nicht durchsetzen.
Keystone
Auch Adrian Winter (M.) kommt für 30 Minuten zum Handkuss in der A-Nati. Die Offensivkraft des FC Luzern kann jedoch die Wende nicht einleiten.
Auch Adrian Winter (M.) kommt für 30 Minuten zum Handkuss in der A-Nati. Die Offensivkraft des FC Luzern kann jedoch die Wende nicht einleiten.
Keystone
Eren Derdiyok hat nur wenig brauchbare Bälle. Rumäniens Keeper Bogdan Ionut Lobont ist oft unsicher, bleibt aber unbezwungen.
Eren Derdiyok hat nur wenig brauchbare Bälle. Rumäniens Keeper Bogdan Ionut Lobont ist oft unsicher, bleibt aber unbezwungen.
Keystone
Derdiyok wird immer sehr eng bewacht, kommt kaum zu Torchancen.
Derdiyok wird immer sehr eng bewacht, kommt kaum zu Torchancen.
Keystone
Valentin Stocker zieht, wie fast alle Teamkollegen, einen schwachen Abend ein. Aber: Stocker, wie Barnetta lange Zeit verletzt, darf sich wieder im Nati-Dress präsentieren. Das ist für die Zukunft wichtig.
Valentin Stocker zieht, wie fast alle Teamkollegen, einen schwachen Abend ein. Aber: Stocker, wie Barnetta lange Zeit verletzt, darf sich wieder im Nati-Dress präsentieren. Das ist für die Zukunft wichtig.
Keystone
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Wenig bis nichts erinnerte im Team der Schweizer mehr an die Gala vom letzten Samstag in Basel. Es war nur schwer vorstellbar, dass die praktisch gleiche Auswahl ein paar Tage zuvor den EM-Teilnehmer Deutschland regelrecht zerlegt hatte. Nur der Gast skorte: In der 56. markierte Gheorghe Grozav das Tor des trostlosen Abends.

Eren Derdiyok, gegen die Deutschen dreimal erfolgreich, wirkte vor allem deshalb blass, weil er kaum einen vernünftigen Ball zugespielt bekam. Die Equipe von Ottmar Hitzfeld tat sich mit der Rolle, die Initiative ergreifen zu müssen, dominant aufzutreten, schwer. Gegen die Nummer 48 der Fifa-Rangliste fehlte die Inspiration ausnahmslos.

Kaum Atmosphäre in Luzern

Das vorwiegend laue und entsprechend gehaltlose Spiel lockte die 11'850 Zuschauer kaum aus der Reserve. Erst die Länderspiel-Premiere des FCL-Profis Adrian Winter, der in der 64. Minute eingewechselt wurde, steigerte für das lokale Publikum den Unterhaltungswert ansatzweise. Viel mehr Anlass zum Applaus boten die Schweizer nicht.

Die einzigen Chancen, die zweite Heimniederlage im dritten Spiel des Jahres abzuwenden, vergaben zwei Verteidiger: Philippe Senderos und Johan Djourou scheiterten nach Flanken von Tranquillo Barnetta an Romas Ersatzkeeper Lobont. Die beiden Aktionen der Genfer waren aus Sicht der Gastgeber bezeichnenderweise die Höhepunkte.

Von einem 5:3 gegen Deutschland bis zum 0:1 gegen Rumänien ist derzeit offenbar alles möglich. Ein schwieriger Herbst – mit dem Start zur WM-Qualifikation in Slowenien und gegen Albanien – scheint programmiert.

Neue Varianten, alte Probleme

Hitzfeld veränderte die Equipe im Vergleich zum Spektakel gegen Deutschland auf zwei Positionen. Xhaka rückte ins defensive Mittelfeld zurück, sein Platz im offensiven Zentrum übernahm Mehmedi. Der Basler Stocker erhielt von Hitzfeld die Chance, sich im rechten Couloir zu präsentieren. In der Innenverteidigung teste der Schweizer Selektionär im fünften Spiel in Folge eine neue Kombination. Gegen die Rumänen verteidigte das Premier-League-Duo Senderos/Djourou.

Vor allem in der Startphase zahlten sich die Umstellungen nicht aus. Die Gäste erspielten sich in den ersten 180 Sekunden zwei Abschlussmöglichkeiten. Von ihrem ungenügenden und unkonzentrierten Auftakt erholten sich die Einheimischen erst mit reichlich Verzögerung, weil zu viele den Ansprüchen nicht genügten. Xhaka leistete sich an der Seite von Captain Inler einen dezenten Auftritt. Und bei Djourou und Senderos war spürbar, wie sehr ihnen die Matchpraxis fehlt.

Bescheidenes Niveau

Ein paar wenige gute Aktionen genügten den bescheidenen Osteuropäern bereits, die Abwehr der Gastgeber vor erhebliche Probleme zu stellen. In der ersten Halbzeit vergaben sie die Offerten der Schweiz, in der 56. Minute hingegen verwertete Gheorghe Grozav eine präzise Flanke Torjes unbedrängt – Xhaka reagierte nicht nur spät, sondern eigentlich gar nicht.

Das 0:1 war von den zwar ausnahmslos bemühten, aber mit zunehmender Dauer kraftloseren Schweizern in ihrem letzten Spiel vor der Sommerpause nicht mehr zu korrigieren. Der limitierte, aber energische Gegner, ohne einen einzigen Spieler von Meister CFR Cluj im Kader, schloss die Räume smart. Weder Barnetta noch der zu leichtgewichtige Emeghera fanden im dichten rumänischen Verkehr einen Weg zum Vorstoss.

Barnettas realistisches Fazit

Barnetta meinte gegenüber dem Schweizer Fernsehen zu recht, dass die Schweiz zu viele einfache Fehler gemacht habe, vorab in der Defensive:« Wir konnten nicht umsetzen, was wir uns vorgestellt hatten. Wenn der Gegner noch stärker gewesen wäre, dann wären wir noch mehr bestraft worden. Dennoch befinden wir uns auf dem richtigen Weg. Das hat man auch gegen Deutschland gesehen.» Manchmal fehle es ihm noch an Kraft, er müsse auch Auszeiten nehmen, urteilte Barnetta seine Leistung durchaus kritisch.

Und seine Zukunft als Profi? Bleibt der Mittelfeldspieler in Leverkusen? Das wisse er im Moment nicht. Er wollte sich ganz auf die beiden Einsätze mit der Nationalmannschaft konzentrieren: «Jetzt gehe ich zuerst in die Ferien, dann sehe ich weiter.»

(si)

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