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Schweizer überwintern nach Pflichtsieg auf dem ersten Platz

Die Schweizer Fussball-Nati überwintert dank des hartumkämpften 2:0-Sieges auf Island als Leader der WM-Qualifikationsgruppe E. Spieler und Trainer zeigen sich zufrieden.

So etwas wie die Erlösung: Tranquillo Barnetta herrlicher Schlenzer zum 1:0 gegen Island in der 65. Minute. Fünf Minuten zuvor haben die Gastgeber noch die Latte getroffen.
So etwas wie die Erlösung: Tranquillo Barnetta herrlicher Schlenzer zum 1:0 gegen Island in der 65. Minute. Fünf Minuten zuvor haben die Gastgeber noch die Latte getroffen.
Keystone
Der Jubel nach dem Treffer: Barnetta springt in die Höhe der kalten isländischen Nacht.
Der Jubel nach dem Treffer: Barnetta springt in die Höhe der kalten isländischen Nacht.
Keystone
Und die Fans grüssen zurück. Der Trip in das frostige Reykjavik hat sich doch noch gelohnt. Über 60 Minuten lang hat es nicht nach einem Erfolg der Nati ausgesehen.
Und die Fans grüssen zurück. Der Trip in das frostige Reykjavik hat sich doch noch gelohnt. Über 60 Minuten lang hat es nicht nach einem Erfolg der Nati ausgesehen.
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Zweimal trafen die Schweizer, zweimal taten sie es im Spitzenkampf im für sie bestmöglichen Moment. Tranquillo Barnettas 1:0 (65.) fiel wenige Minuten nach einem Lattenschuss der Isländer. Und vor Mario Gavranovics 2:0 hatte Goalie Diego Benaglio mit einer mirakulösen Parade sein Team vor dem drohenden Ausgleich bewahrt. Die Schweiz musste sich ihren fünften Sieg im fünften Duell mit Island hart erarbeiten. Er war aber aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit durchaus verdient.

Barnettas Schuss in der 65. Minute senkte sich einer Erlösung gleich ins Tor der Isländer. Bei den chaotischen Szenen im Anschluss an einen Corner behielt Ricardo Rodriguez die Übersicht, fing einen Pass ab und Barnetta vollendete mit einem wunderbaren Schuss ins Lattendreieck. Der zehnte Länderspiel-Treffer des Flügels von Schalke sorgte dafür, dass die Schweiz so gut in eine Kampagne startete wie zuletzt unter Roy Hodgson. Wie im Anlauf für die WM 1994 und die EM 1996 gab es aus den ersten vier Partien drei Siege und ein Remis.

Gavranovic als Goalgetter

Für die Entscheidung sorgte dann Gavranovic. Der Tessiner, der an Stelle des gesperrten Eren Derdiyok in seinem fünften Einsatz erstmals von Beginn weg im Nationalteam auflief, brauchte den Ball elf Minuten vor Schluss nur noch über die Linie bugsieren, nachdem Valon Behrami, Granit Xhaka und Stephan Lichtsteiner ideal vorbereitet hatten. Für seine vier Tore hat FCZ-Stürmer Gavranovic sagenhafte 183 Minuten benötigt.

Während einer Stunde hatte die Schweiz im Laugarddalsvöllur nicht an die gute Leistung aus dem Heimspiel gegen Norwegen anknüpfen können. Sie startete bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt einigermassen schwungvoll, nach zwei frühen Abschlüssen fiel sie in eine lang anhaltende Baisse. Gegen die aufsässigen Isländer kamen zu wenige Impulse aus dem Mittelfeld. Ein Weitschuss von Captain Gökhan Inler (27.) und ein Abschluss von Granit Xhaka (35.) waren die einzigen nennenswerten Offensivaktionen.

Benaglios Paraden – und seine Sperre

Auf der Gegenseite verhinderte Goalie Benaglio zweimal das 0:1. Er klärte den Freistoss von Gylfi Sigurdsson (13.) und einen Abschluss von Finnbogason (41.) spektakulär. Das Schussverhältnis von 4:1 zu Gunsten des Heimteams sagte einiges über die ofensive Harmlosigkeit der Schweizer vor der Pause aus. Auch nach der Pause war der Schlussmann des VfL Wolfsburg mehrmals hellwach. Eine strenge Verwarnung wegen Zeitverzögerung wird für den Nati-Keeper Folgen haben: Benaglio ist für die nächste Partie im Frühling auf Zypern gesperrt.

Der Torhüter selbst nahm diese Sperre nicht so schwer. Gegenüber SRF meinte er nach der Partie: «Die zweite gelbe Karte ist ärgerlich – und eigentlich unverständlich. Ich will aber nicht wieder den Schiedsrichter tadeln. In Zypern werde ich gut vertreten sein.»

Zufriedene Schweizer

Torschütze Barnetta freute sich für die Mannschaft, «dass ich mit dem 1:0 den Grundstein für den Sieg legen konnte. Man trainiert das immer wieder. Es war ein hektisches Spiel. Wir haben einige Fehler gemacht, aber schliesslichen kühlen Kopf behalten und auch die Geduld bewahrt.»

Erstaunlicherweise gefiel Personalchef Hitzfeld die erste Hälfte. «Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt und den Gegner kontrolliert. Danach haben wir etwas den Faden verloren und viele technische Fehler gemacht. Das 1:0 fiel in einem glücklichen Moment.» Fünf Minuten zuvor hatten die Isländer nur die Latte getroffen. Hitzfeld zeigte sich aber getan von der Effizienz und der Pflichterfüllung in der Defensive. «Wenn man zwei Tore auswärts schiesst, ist das stets eine besondere Leistung. Jetzt haben wir eine gute Ausgangslage für die WM.»

Dem muss man nicht widersprechen.

Island - Schweiz 0:2 (0:0) Laugardalsvöllur, Reykjavik. - 8369 Zuschauer. - SR Kelly (Irl). - Tore: 65. Barnetta (Rodriguez) 0:1. 79. Gavranovic (Lichtsteiner) 0:2. Island: Halldorsson; Steinsson, Arnason, Ragnar Sigurdsson, Skulason; Gislason (70. Gudmundsson), Jonsson (81. Baldvinsson), Hallfredsson, Bjarnason; Gylfi Sigurdsson; Finnbogason. Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, Djourou, Von Bergen, Rodriguez; Behrami, Inler; Shaqiri (80. Dzemaili), Xhaka, Barnetta (91. Klose); Gavranovic (83. Mehmedi). Bemerkungen: Island ohne Gunnarsson (gesperrt) und Danielsson (krank), Schweiz ohne Derdiyok (gesperrt). 61. Schuss von Bjarnason ans Lattenkreuz. Verwarnungen: 20. Jonsson (Foul). 31. Gislason (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 64. Steinsson (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 81. Benaglio (Unsportlichkeit/gegen Zypern gesperrt). 82. Arnason (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 84. Hallfredsson (Foul).

(si)

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