Sechs Tore, vier Assists und ein Rekordsieg

Vor dem am Montag vergebenen Ballon d'Or schaffte die 23-jährige Vivianne Miedema beim 11:1-Sieg von Arsenal unglaubliches.

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Nachdem sie einen doppelten Hattrick erzielt hatte, zeigte Arsenal-Coach Joe Montemurro Mitleid mit dem gegnerischen Team aus Bristol und nahm die Stürmerin Vivianne Miedema in der 70. Minute vom Platz. Dies beim Stand von 10:0. An allen Toren beteiligt? Die holländische Nationalspielerin mit der Nummer 11. Sechs Mal traf sie selbst – die restlichen vier Tore bereitete Miedema mustergültig vor. Nach ihrer Auswechslung traf der Women's-Super-League-Leader durch Emma Mitchell noch zum 11:0, bevor dem Tabellenvorletzten Bristol City der Ehrentreffer gelang.

Mit dem 11:1 brachen die Frauen einen Rekord in der achtjährigen Ligageschichte. Es ist der höchste Sieg in Englands oberster Spielklasse. Der bis anhin deutlichste Sieg datiert aus dem Jahr 2013: Damals feierten die Spielerinnen des FC Liverpool einen 9:0-Erfolg über die Doncaster Belles.

«Ich war über die Vorlagen glücklicher»

Nach dem Spiel sagte die überragende Mittelstürmerin: «Wir wollten die ganze Zeit über mehr Tore schiessen, ich denke das sagt heute viel über unsere Mannschaft aus.» Und natürlich auch über sie selbst. Sechs Tore in einem Spiel, das gelang noch keiner Spielerin in Englands höchster Liga. Doch die 1.75 Meter grosse Torjägerin blieb bescheiden: «Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich das schon einmal geschafft habe. Ich war aber über die Vorlagen glücklicher als über die Tore.»

Arsenal, das dank dem 11:1-Sieg Manchester City an der Tabellenspitze ablöste, gewann in der vergangenen Saison die Meisterschaft. Massgeblichen Anteil daran hatte auch Miedema, die 22 Ligatore beisteuerte und sich damit zur Torschützenkönigin machte. 2017 wechselte sie vom FC Bayern München, mit dem sie sowohl 2015 als auch 2016 die deutsche Meisterschaft gewann, in die englische Haupstadt. Doch nicht nur auf Vereinsebene kann die 23-Jährige bereits auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Im Alter von 17 Jahren erzielte die in Hoogeveen geborene Holländerin in ihrem zweiten Einsatz für das Nationalteam beim 7:0 Sieg vom 27. Oktober 2013 einen Hattrick. Dabei wurde sie erst in der 75. Minute für Lieke Martens eingewechselt.

Und 2017 gewann Miedema ihren ersten Titel im Nationaldress: Beim 4:2-Sieg im EM-Final erzielte die Goalgetterin zwei Tore und wurde mit ihren insgesamt vier Treffern zweitbeste Torschützin des Turniers. Seit dem 15. Juni 2019 und dem zweiten Gruppenspiel der WM 2019 in Frankreich ist sie zudem Rekordtorschützin des Nationalteams. Die starke WM krönten die Holländerinnnen mit dem Vizeweltemeistertitel – nachdem sie im Final Weltmeister USA 0:2 unterlagen.

Auf der Shortlist für den Ballon d'Or

Miedema hat mit Arsenal noch hohe Ziele. Der Teamerfolg steht dabei aber über ihrem persönlichen. Auf die Frage, ob sie sich über die Nomination für den Ballon d'Or, welcher am Montagabend im Pariser Théâtre du Châtelet vergeben wird, gefreut habe, antwortete sie im Oktober gegenüber dem «Telegraph»: «Nicht wirklich, es ist sicher schön, Anerkennung für ein gutes Jahr zu erhalten. Aber auf dieser Liste stehen zu viele Spielerinnen, die es nicht verdient haben.»

Für Miedema ist die Wahl zur besten Fussballerin vor allem ein Beliebtheitswettbewerb: «Im Frauen-Fussball geht es immer noch darum, wen die Leute kennen – und nicht darum, wie sie in diesem Jahr gespielt haben.» Überhaupt gewinne sie lieber Titel mit dem Team: «Mein Saisonziel ist immer der Gewinn der Meisterschaft mit Arsenal. Falls individuelle Titel hinzukommen, ist das schön, sollte aber nie das Hauptaugenmerk sein.»


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier: Hier finden Sie alle Folgen an einem Ort.

(kvo)

Erstellt: 02.12.2019, 17:10 Uhr

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