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Seferovics Tor sorgt für Gesprächsstoff

Kann ein Spieler offside stehen, wenn er das Feld verlässt, wie Haris Seferovic beim 2:0? Ein Experte klärt auf.

Haris Seferovic und Remo Freuler über Wetter, Gegner und Lettland. Video: Fabian Sanginés.

Es war die endgültige Erlösung. Mitten in der Wasserschlacht trifft Haris Seferovic in der 62. Minute endlich zum 2:0. Vorbei das Zittern, dass eine dumme Aktion die Schweiz doch noch zwei wertvolle Punkte kosten könnte. Allerdings haftete dem Treffer ein Makel an, wie das SRF befand: Seferovic stand im Abseits. Doch tat er das wirklich? Schliesslich war er zum Zeitpunkt der Ballabgabe hinter der Grundlinie, also nicht auf dem Spielfeld, so gesehen also kein Offside. Oder?

Das 2:0 von Haris Seferovic. Video: SRF.

Luigi Ponte, ehemaliger Präsident des Schiedsrichterverbands und aktueller Vizepräsident des Aargauischen Fussballverbands klärt auf: «In dem Moment, in dem Seferovic wieder ins Spiel eingreift, zählt er als offside.» Wenn ein Fussballer das Feld unabsichtlich verlasse und sofort wieder zurückkehre, zähle seine vorgerückte Position. Übrigens gilt hier die Ballabgabe von Eren Derdiyok – der Gegenspieler blockt den Ball ab und generiert so keine neue Spielsituation. Härter bestraft wäre Seferovic sogar worden, wenn für den Schiedsrichter das Verlassen des Feldes als Absicht taxiert hätte. Dann hätte sich der 25-Jährige nämlich wieder beim Schiedsrichter anmelden sollen, ansonsten wäre eine Gelbe Karte die Folge gewesen.

Anders ist die Situation bei einem verteidigenden Spieler. Befindet sich dieser hinter der Grundlinie, ohne sich beim Schiedsricher abzumelden, wird das so interpretiert, wie wenn er auf der Linie stehen würde. Als Präzedenzfall nennt Ponte Ruud van Nistelrooys 1:0 an der EM 2008 gegen Italien.

Kein Offside: Ruud van Nistelrooy trifft zum 1:0 gegen Italien. Video: Youtube.

Glück also für die Schweiz und Seferovic, wenn auch die reguläre Erlösung wenige Minuten später gekommen wäre. In der 67. Minute erhöhte Lichtsteiner auf 3:0.

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