Selbsthilfe in Magnins Teddybären-Welt

Der FC Zürich gewinnt in der ersten Cup-Runde gegen die Black Stars aus der Promotion League. Ruhe kehrt deswegen nicht ein. Doch Trainer Ludovic Magnin hat einen Plan.

«Die Situation ist noch immer nicht einfach»: FCZ-Coach Ludovic Magnin erreicht mit seinem Team dank eines 2:1-Sieges die nächste Cup-Runde.

«Die Situation ist noch immer nicht einfach»: FCZ-Coach Ludovic Magnin erreicht mit seinem Team dank eines 2:1-Sieges die nächste Cup-Runde. Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Für eine kurze Umarmung mit dem Assistenten reichte es dann doch noch. Aber mehr Emotionen kamen im Moment des Schlusspfiffs in Ludovic Magnin nicht auf, jedenfalls keine, die der Trainer des FC Zürich nach aussen tragen wollte. Warum auch. Die Zürcher hatten gerade 2:1 gewonnen gegen den FC Black Stars aus der Promotion League. Dank Toren von Mimoun Mahi und Nathan, letzteres erst wenige Minuten vor Schluss.

Es war nach dem 2:1 unter der Woche gegen St. Gallen zwar der zweite Sieg in Folge. Aber die Leistung vor 1800 Zuschauern lässt beim Stadtclub niemanden von Höherem träumen. Magnin sagte nach dem Spiel auf der Basler Schützenmatte: «Die Situation ist noch immer nicht einfach.»

Das Ziel ist freilich erreicht, der FCZ steht im Cup-Sechzehntelfinal. Doch dafür brauchte er gegen den Unterklassigen eine Startaufstellung, die im Vergleich zum Spiel gegen St. Gallen nur auf drei Positionen verändert war. Zudem ersetzte Magnin Goalie Yanick Brecher durch Andris Vanins. Der Fehlpass des Letten, der am Ursprung des Ausgleichstreffers stand, war nicht der einzige grobe Fehler: Levan Kharabadze zum Beispiel leistete sich zwei Annahmefehler, wovon er einen nur noch mit einem Foul im Strafraum korrigieren konnte.

Offensiv ideenlos

Das Glück des FC Zürich war, dass Ermin Alic den Elfmeter an die Latte schoss. Zuvor hatte der Zürcher Mahi schon einen Penalty verschossen, alle drei Elfmeter in dieser Saison liess der FCZ also ungenutzt. Magnin sagte: «Wir haben Torchancen, die wir einfach machen müssen, wenn wir Ruhe haben wollen.»

Und so kehrt auch nach zwei Siegen in Folge kaum Ruhe ein in diesen FC Zürich. Auch wenn Magnin eine Entwicklung erkennen will. «Auf dem Platz weisen sich die Spieler inzwischen gegenseitig zurecht. Das war letztes Jahr nicht der Fall. Da lebten wir in einer Teddybären-Welt, in der sich alle lieb hatten.»

«Die Mannschaft muss selbstständiger werden und
sich selbst regulieren.»
Ludovic Magnin

Der Trainer will also härtere Töne anschlagen. Neben den sportlichen Aspekten hat er ein grosses Ziel und einen Plan: «Die Mannschaft muss selbständiger werden und sich selbst regulieren. In der Kabine und auf dem Platz.» Gegen den Basler Quartierverein waren diese Regulierungsmechanismen nicht erkennbar. Vor allem in der Schlussphase nahm keiner der Zürcher das Spiel in seine Füsse und riss seine Kameraden mit. Es fehlten die Ideen in der Offensive, die vielen Distanzschüsse zeugten davon, und es brauchte einen stehenden Ball für das 2:1.

Es liegt in der Natur von K.o.-Wettbewerben, dass nach einem Sieg alle diese Schwierigkeiten nicht mehr zählen. Vor allem dann nicht, wenn als nächste Aufgabe die Hürde schlechthin wartet: die Young Boys. Vielleicht reguliert sich Magnins Team am Samstag im Stade de Suisse dann selbst zu einem Punktgewinn.

Video: Glück für den FCZ

Die Latte verhindert das 1:2: Ermin Alic vom FC Black Stars vergibt in der 55. Minute seinen Penalty. (Video: SFV)



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Erstellt: 17.08.2019, 21:47 Uhr

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