Wieder fast 10'000 Zuschauer im Letzigrund

Der FCZ schlägt Xamax, steht an der Tabellenspitze und hat Fans, die in Scharen kommen. Als hätte es den Abstieg gebraucht.

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Spielmacher Buff? War selten zu sehen. Topskorer Sadiku? Scheiterte ganz ­alleine an Xamax-Goalie Walthert. Winter? Wohl sein schwächster Match beim FCZ. Und dann gab es noch Rodriguez aus dem Offensivquartett der Zürcher.

Auf diese Saison hin ist der mit 26 Jahren älteste der drei Rodriguez-Brüder vom deutschen Zweitligisten Fürth gekommen. Er erzielte zum Auftakt beim 2:0 gegen Winterthur das erste Saisontor. Er traf im zweiten Heimspiel – beim 4:0 gegen Wohlen – mit einem Schlenzer in die hohe Ecke. Und gestern erlöste er den FC Zürich nach einer Stunde.

Auch ihm war bis zu diesem Augenblick wenig gelungen. Nach der perfekten Flanke von Aussenverteidiger Brunner aber setzte Rodriguez den Ball per Kopf und via Pfosten hoch ins Netz. Es war der verdiente Lohn für den FCZ, obwohl die Mannschaft von einem überzeugenden Auftritt weit entfernt war.

Über 13'000 waren gegen Winterthur gekommen, über 10'000 gegen Wohlen. Und nun zog der Spitzenkampf wieder fast 10'000 Zuschauer an. Es scheint fast, dass es den Abstieg in die Challenge League gebraucht hat, damit das Publikum den Club wieder lieb gewinnt.

Ob die neue Verbindung über die ersten Wochen hinaus hält, wenn die Leistungen sind wie gestern? Der Match war nur auf dem Papier ein Feger. Das lag am FC Zürich, der nach ordentlichen ersten 20 Minuten mit zwei, drei guten Szenen nur noch sehr selten Fahrt aufnahm. Und das lag an den Neuenburgern, die ängstlich, ideen- und kraftlos auftraten und abgesehen von der etwas mutigeren Schlussphase nicht erzählen konnten, weshalb sie in den ersten vier Runden zehn Punkte gewonnen hatten.

Knäbel mag nicht Ja sagen

Der FCZ war trotz enttäuschendem Auftritt das deutlich bessere Team – wenigstens, was den Ballbesitz und den Versuch des Offensivspiels anging. Zu Chancen kam er nach ansprechendem Beginn allerdings viel zu selten. Es mangelte ihm an Tempo, Spielfreude und Ideen, um das defensive Xamax auszutricksen. Bis Brunner und Rodriguez kamen.

Trainer Forte versuchte in den letzten Minuten, den Sieg mit der Einwechslung eines fünften Abwehrspielers zu ­sichern, der neu eingekaufte Innenverteidiger Bangura kam dadurch zum ­Debüt. Dafür verbrachte der frühere ­Nationalspieler Schönbächler den ganzen Abend an der Seitenlinie. Er hätte für mehr Unterhaltung sorgen können. Das 1:0 hält den FCZ an der Spitze, am Samstag tritt die Mannschaft beim ­viertplatzierten Schaffhausen an. Neben dem Platz sucht der Verein noch immer den vor Wochen angekündigten Berater in sportlichen Fragen. Peter Knäbel hätte es am liebsten sein sollen. Der frühere Hamburger Sportdirektor tourt zwar ­gerade von Match zu Match durch die Challenge League. Für eine Zusage hat er sich bisher aber nicht entscheiden ­können. Was der FCZ ihm an Entfaltungsmöglichkeiten bietet, hat ihn noch nicht überzeugt.

Erstellt: 23.08.2016, 06:53 Uhr

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